Andrea Fischer

Tödliche Biberunfälle an der B407 – Ursachen, Zahlen und mögliche Lösungen

Reinsfeld. Erneut wurde an der B407 am „alten“ Staudamm bei Frau Holle ein toter Biber gefunden. Leider handelt es sich dabei nicht um einen Einzelfall: An dieser Stelle kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen mit den geschützten Tieren. Wir haben im zuständigen Büro “Bauen und Umwelt” bei der Kreisverwaltung Trier- Saarburg nachgehört.
Erneut wurde an der B407 am „alten“ Staudamm bei Frau Holle ein toter Biber gefunden.

Erneut wurde an der B407 am „alten“ Staudamm bei Frau Holle ein toter Biber gefunden.

Bild: Florian Blaes

Warum passieren dort so häufig Unfälle?

Der Grund liegt vor allem in der Bauweise des Straßendurchlasses unter der Bundesstraße. Das Schleuderbeton-Rohr besitzt eine glatte Sohle, einen relativ geringen Querschnitt und ein starkes Gefälle. Besonders bei Hochwasser – wie zuletzt – entsteht im Durchlass eine sehr starke Strömung. Für Biber ist ein Durchqueren dann kaum möglich, erklärt Jakob Huber, der zuständige Sachbearbeiter.
Da sich ihr Revier bis ins Wadrilltal erstreckt, weichen die Tiere in solchen Situationen auf die Straßenquerung aus. Diese Problematik tritt vor allem regelmäßig im Frühjahr auf.

Wie viele Biber sind dort bereits verunglückt?

In den vergangenen Jahren wurden an dieser Stelle schätzungsweise 10 bis 15 tote Biber registriert, berichtet Huber.

Wie viele Biber leben im Umfeld der B407?

Seit vielen Jahren existieren mehrere Biberreviere in der Umgebung, insbesondere im Wadrilltal, im Steinbachtal sowie im Osterbachtal Richtung Reinsfeld. Auch in kleineren Nebenbächen haben sich kleine Reviere gebildet.
Eine Biberfamilie besteht im Durchschnitt aus etwa fünf Tieren. Zwei- bis dreijährige Jungtiere werden von der Familie verdrängt und gehen – häufig im Frühjahr – auf Wanderschaft. Gerade diese Tiere sind besonders gefährdet.

Reichen die vorhandenen Warnschilder nicht aus?

2020 wurden Warnhinweisschilder aufgestellt. „Die Biber und ihre Bauten sind inzwischen schon seit mehr als 20 Jahren in dieser Gegend“, erklärt der damalige Reinsfelder Revierleiter Martin Ritter nach dem Aufstellen der Schilder. Damals appellierte Ritter bereits an die Autofahrer, in den betreffenden Bereichen bei Reinsfeld langsamer zu fahren.

Heute reichen jedoch offensichtlich die Sarnschilder nicht mehr aus, wie die wiederholten Unfälle zeigen.
Biber sind nachtaktiv und mit ihrem dunklen Fell schwer zu erkennen. Erwachsene Tiere können über 20 Kilogramm wiegen. Eine Kollision stellt daher nicht nur für die Tiere, sondern auch für Verkehrsteilnehmer eine erhebliche Gefahr dar.

Welche Maßnahmen sind geplant?

Seitens des Landesbetriebs Mobilität (LBM) bestehen Planungen, den Straßendurchlass baulich so zu verändern, dass Biber und andere Tiere auch bei Hochwasser die Straße sicher unterqueren können, erklärt Jacob Huber.

Biber stehen unter Naturschutz und alle Beteiligten weisen nochmals auf die erhöhte Vorsichtspflicht für Autofahrer in diesem Bereich hin.