Andrea Fischer

Vorsicht vor Eichenprozessionsspinnern

Kreis Trier-Saarburg. Baumkataster Trier-Saarburg informiert: Wie man sie erkennt und was man tun sollte

 

Der Eichenprozessionsspinner im zweiten Stadium in einer Eichenkrone.

Der Eichenprozessionsspinner im zweiten Stadium in einer Eichenkrone.

Bild: Martin Becker

Aufgrund von Klimaveränderungen haben sich Eichenprozessionsspinner (EPS), sogenannte „Schadinsekten“ der Eiche, in den vergangenen Jahren stark verbreitet. Die Brennhaare der Raupe verursachen durch ein Nesselgift bei Kontakt starken Juckreiz und Ausschlag. Zum Schutz kann es daher vorkommen, dass man entlang von Wanderwegen oder in den Ortsgemeinden abgesperrte Pfade oder Bänke rund um Eichen sieht. Der Fachbereich Baumkataster der Kreisverwaltung Trier-Saarburg informiert über die Merkmale von Eichenprozessionsspinnern und erklärt, was man tun kann, wenn man solche entdeckt.

Eichenprozessionsspinner sind harmlose graue Falter, die rund drei Zentimeter groß werden können und die von Ende Juli bis Anfang September nachts fliegen. Die Weibchen legen dabei ihre Eier im oberen Kronenbereich von Eichen ab. Im darauffolgenden Frühjahr schlüpfen die Raupen und durchlaufen fünf bis sechs Entwicklungsstufen bis sie sich Verpuppen und zu Faltern entwickeln.

Die stark behaarten Tiere sind zunächst gelblich-braun gefärbt mit dunklem Kopf und halten sich ab Laubaustrieb überwiegend in der äußeren Krone auf. Mit zunehmender Entwicklung wandern sie in Prozessionen nach dem nächtlichen Fressen zur Ruhephase immer weiter Richtung Stamm, wo sie ab dem dritten Stadium beginnen die typischen Nester aus feinen weißen Fäden zu bauen. Dort halten sich die Tiere tagsüber zur Ruhe und zur Häutung auf, weshalb die Nester eine hohe Konzentration an Brennhaaren enthalten.

Ab dem dritten Stadium sind die Tiere an den Seiten grau mit schwarzem Rückenstreifen und beginnen Brennhaare zu bilden, die für die allergischen Reaktionen verantwortlich sind. Die Raupen werden bis zu fünf Zentimeter lang und die Menge der Brennhaare steigt mit jeder Häutung.

Aufpassen beim Rasenmähen

In besonders warmen Jahren bauen die Tiere die Nester im Bereich des unteren Stammes von Bäumen. Darum rät die Kreisverwaltung: Bürgerinnen und Bürger sollten beim Rasen mähen im direkten Umfeld von Eichen besonders achtsam sein. Im schlimmsten Fall können beim Mähen die Nester der Tiere getroffen und deren Brennhaare großflächig verteilt werden.

Umgang mit EPS Befall

Im Siedlungsbereich ist eine Bekämpfung der Tiere aus gesundheitlichen Gründen sinnvoll. Die Kreisverwaltung setzt dabei auf Flächen in ihrem Eigentum in erster Linie auf eine Beobachtung der Befallsentwicklung mit Absperren der betroffenen Bereiche und Absammeln oder Absaugen der Nester durch Fachfirmen. In besonders sensiblen Bereichen mit starkem Befall wird eine vorsorgliche Behandlung der Eichen mit einem biologischen Bekämpfungsmittel auf Basis von Baccilus thuringiensis vor dem dritten Larvenstadium durchgeführt. Die Raupen versterben daran und sind, da sie noch keine Brennhaare gebildet haben, unproblematisch. Der Einsatz von Fallen mit sogenannten Lockstoffbeuteln wurde ebenfalls getestet hat sich aber als nicht wirkungsvoll.

 

Verhältnismäßig handeln

 

Bei der Bekämpfung gilt die Verhältnismäßigkeit: Sind die Nester beispielweise mitten im Wald, wo nicht viele Menschen oder Tiere unterwegs sind, gibt es keine Verpflichtung diese zu entfernen.

 

Bürgerinnen und Bürger, die ein Nest entdecken, sollten dies in stark frequentierten Bereichen, wie z.B. Kinderspielplätzen unbedingt melden. Grundsätzlich gilt: Die Eigentümer der Grundstücke, auf denen die befallene Eiche steht, sind zuständig. Falls nicht klar ist, zu wem das Grundstück gehört, können die befallenden Bäume bei den Ortsbürgermeisterinnen und – bürgermeistern angezeigt werden.