Claudia Neumann

Zukunftstrefferpreis 2025 geht an Trierer Firma Borne

Trier. Arbeitsmarkt in der Großregion Trier zeigt sich trotz internationaler Unsicherheiten stabil
Franziska Hennen; Axel Bettendorf; Jennifer Schöpf-Holweck; Reinhilde Willems; Markus Mittal, Madeleine Berger, Daniel Müllerklein

Franziska Hennen; Axel Bettendorf; Jennifer Schöpf-Holweck; Reinhilde Willems; Markus Mittal, Madeleine Berger, Daniel Müllerklein

Bild: Christian Swietlik

Am vergangenen Freitag überreichten Jennifer Schöpf-Holweck von der Industrie- und Handelskammer, Axel Bettendorf von der Handwerkskammer und Reinhilde Willems von der Agentur für Arbeit den Zukunftstrefferpreis 2025 an Markus Mittal von der Firma Borne in Trier. In diesem feierlichen Rahmen wurde zugleich die Arbeitsmarktbilanz 2025 der Großregion Trier vorgestellt. An der Preisübergabe nahm auch Alfons Krämer teil, langjähriger Ansprechpartner der Agentur für Arbeit für die Firma Borne. Er hat das Unternehmen über viele Jahre begleitet und in seiner Personal- und Qualifizierungsentwicklung unterstützt.

Arbeitsmarkt 2025: Stabil mit hoher Dynamik

Reinhilde Willems, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Trier, betont: „Erste leichte Verunsicherungen im globalen Umfeld zeigen sich nur minimal. Insgesamt bleibt die Nachfrage nach Arbeitskräften ungebrochen.“ Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung liegt bei rund 179.000 und damit lediglich 0,2 Prozent unter dem Vorjahr. Dies gilt als klares Signal für Stabilität. Viele Betriebe melden weiterhin hohe Personalbedarfe, insbesondere im Handwerk, wo Fachkräfte dringend fehlen.

Die Arbeitslosenquote verharrt mit 4,4 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres. Zwar ist die Arbeitslosigkeit bei Männern leicht gestiegen, gleichzeitig ist jedoch die Langzeitarbeitslosigkeit gesunken. Auffällig ist, dass Zuwächse ausschließlich im Bereich der Arbeitslosenversicherung auftreten, während die Grundsicherung stabil bleibt. Dies wird als Zeichen für anhaltende Bewegung im Arbeitsmarkt gewertet.

Regional zeigt sich ein differenziertes Bild: Während im Eifelkreis Bitburg-Prüm und in Bernkastel-Wittlich etwas höhere saisonale Effekte verzeichnet werden, bleiben die konjunkturell sensiblen Regionen Trier Stadt und Landkreis Trier-Saarburg stabil auf Vorjahresniveau. Auch bei den gemeldeten Arbeitsstellen verzeichnet die Agentur einen Zuwachs. Kurzarbeit bleibt auf niedrigem Niveau, Insolvenzgeld wird nur in geringem Umfang nachgefragt.

Gewerbliche Wirtschaft: Vorsicht trotz Fachkräftemangel

Jennifer Schöpf-Holweck und Axel Bettendorf ergänzten, dass viele Betriebe trotz anhaltendem Fachkräftemangel bei Neueinstellungen zurückhaltend agieren. Als Hauptgründe nennen sie wirtschaftspolitische Unsicherheiten sowie steigende Lohn- und Energiekosten. Besonders das verarbeitende Gewerbe leidet unter Auftragsrückgängen, niedrigen Auslastungsgraden und unsicheren Exportperspektiven.

Die schwache Einstellungsdynamik wirkt sich auch auf die gewerbliche Ausbildung aus. Ende 2025 wurden bei der Industrie- und Handelskammer Trier 6,3 Prozent weniger neue Ausbildungsverträge als im Vorjahr registriert. Im Handwerk wurde 2025 bei den Ausbildungsverträgen nahezu eine Punktlandung erreicht. Gegenüber dem Jahr 2024 ergibt sich ein leichtes Plus von 0,1 Prozent.

Hinsichtlich der Konjunkturerwartung wird das Handwerk stark von den Investitionen in die Infrastruktur profitieren, die im Jahre 2026 anlaufen werden. Dadurch wird die Stimmung dort etwas optimistischer gesehen als in der gewerblichen Wirtschaft. Die Wirtschaft fordert von den politischen Entscheidungsträgern verlässliche Rahmenbedingungen, ein wettbewerbsfähiges Niveau bei Energie- und Lohnkosten sowie eine Reform der Bildungspolitik. Ziel ist es, Schulabgänger besser auf den Übergang in Ausbildung und Berufsleben vorzubereiten. Besonders gefragt sind bei den Unternehmen in der Region gut qualifizierte Fachkräfte mit abgeschlossener dualer Ausbildung und zertifizierter Aufstiegsfortbildung.

Zukunftstrefferpreis 2025: Auszeichnung für gelebte Weiterbildungskultur

Mit dem Zukunftstrefferpreis werden Unternehmen ausgezeichnet, die Weiterbildung als strategische Zukunftsaufgabe verstehen. Der diesjährige Preisträger Borne steht beispielhaft für dieses Selbstverständnis. Die Jury würdigt insbesondere die kontinuierliche Weiterbildung der Beschäftigten, das vorbildliche Engagement für Jugendliche sowie für Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund, eine überdurchschnittliche soziale Verantwortung unter anderem durch die Bereitstellung von Wohnraum für Geflüchtete sowie die aktive Nutzung des Qualifizierungschancengesetzes zur gezielten Personalentwicklung. Die Vorschläge für die Auszeichnung stammen aus dem Kreis der zuständigen Vermittlungsfachkräfte. Die Firma Borne verbinde wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlicher Verantwortung und nachhaltiger Personalentwicklung. Damit steht sie beispielhaft für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Trier.

Weiterentwicklung des Preises ab 2026

Ab dem Jahr 2026 wird der Preis gemeinsam mit den Netzwerkpartnern weiterentwickelt. Ziel sind Kriterien, die den steigenden Anforderungen im Weiterbildungssektor gerecht werden und Unternehmen Orientierung bieten. Die neuen Kriterien werden nach ihrer Erstellung veröffentlicht und sollen den Zukunftstreffer zu einem wichtigen Impulsgeber für die Weiterbildungskultur der Region machen.


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