Klaus Desinger

Birkenfeld: Grünes Licht für Katastrophenschutzzentrum

Birkenfeld. Einstimmig traf der Kreistag des vier für den Katastrophenschutz richtungweisende Entscheidungen.
Der Landkreis Birkenfeld wird in der vormaligen Heinrich-Hertz-Kaserne ein Katastrophenschutzzentrum einrichten. Im Gebäude 23 sind Räumlichkeiten für das Katastrophenschutzreferat und Krisenstäbe vorgesehen

Der Landkreis Birkenfeld wird in der vormaligen Heinrich-Hertz-Kaserne ein Katastrophenschutzzentrum einrichten. Im Gebäude 23 sind Räumlichkeiten für das Katastrophenschutzreferat und Krisenstäbe vorgesehen

Bild: Kreisverwaltung Birkenfeld/Karsten Schultheiß

Mit drei Beschlüssen stellte das Gremium die Weichen für ein Katastrophenschutzzentrum auf dem Heinrich-Hertz-Campus am Birkenfelder Stadtrand: Kauf und Sanierung des Gebäudes 23, Erwerb drei weiterer Parzellen sowie Bau einer Fahrzeug- und Logistikhalle beanspruchen insgesamt rund 5 Millionen Euro. Komplett kann der Kreis das Projekt aus dem Sondervermögen „Rheinland-Pfalz-Plan für Bildung, Klima und Infrastruktur“ finanzieren; ihm steht ein Drittel des Regionalbudgets in Höhe von 66,5 Millionen Euro zu – also etwa 22,2 Millionen Euro. „Das ist eine einmalige Chance“, sagte der zuständige Dezernent Roland Praetorius in der Kreistagssitzung

8.000 Quadratmeter-Areal


Gut 8.000 Quadratmeter umfasst das Gelände und bietet somit auch Park-. Rangier- und Erweiterungsflächen. Das vormals von der Luftwaffe als Lager und Ausgabestelle genutzte Bestandsgebäude dient der Kreisverwaltung bereits als Archiv und Registratur und befinde sich in einem guten Zustand, erklärte Praetorius: Künftig wird es sowohl die Mitarbeiter des Brand- und Katastrophenschutzreferats der Behörde als auch bei Not- und Großschadenslagen zusammentretende Krisenstäbe beherbergen. Damit trägt der Landkreis dem neuen rheinland-pfälzischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz und den generell deutlich gestiegenen Anforderungen an den Bevölkerungsschutz Rechnung. Neben dem Kaufpreis von circa 300.000 Euro wird ungefähr der gleiche Betrag benötigt, um die Immobilie bedarfsgerecht auszustatten, insbesondere Heizung, Duschen und LED-Beleuchtung einzubauen und den Fußboden zu erneuern.

Fahrzeug- und Logistikhalle


Außerdem entschied der Kreistag, eine rund 60 mal 20 Meter große Fahrzeug- und Logistikhalle mit zwölf Lkw-Stellplätzen zu errichten, um Katastrophenschutzfahrzeuge und Abrollbehälter zentral und geschützt unterzustellen. „Tierseuchen, Führung und Kommunikation“ nannte Praetorius als Beispiele. Darüber hinaus sieht das Konzept eine Waschhalle, eine Werkstatt und ein Regallager von 600 Quadratmetern vor. Landrat Miroslaw Kowalski hob die „gute Erreichbarkeit“ der ehemaligen Kaserne hervor. Als „absolut richtig“ bewertete den Schritt Kreistagsmitglied Matthias König, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Birkenfeld und Vorgänger von Lukas Klein als Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) des Landkreises.

Flächendeckendes Sirenennetz


„Grünes Licht“ gab der Kreistag auch für den Aufbau eines flächendeckenden Sirenennetzes mit rund 150 Standorten im Kreis. „Das sind keine Tellersirenen, sondern Anlagen, die Durch- und Ansagen ermöglichen“, betonte Praetorius. Oft erwies es sich anders als zunächst angenommen als nicht praktikabel, Sirenen auf den Dächern öffentlicher Bauten zu installieren – und die vorrangig auf gemeindlichem Boden geplanten Mast-Lösungen sind erheblich teurer. Dies führt dazu, dass sich die Kosten zwischen 4,2 und 4,5 Millionen Euro einpendeln dürften, wie Praetorius darlegte. Vereinbarungsgemäß bringt der Landkreis 75 Prozent auf, das restliche Viertel teilen sich die Stadt Idar-Oberstein und die drei Verbandsgemeinden entsprechend den Investitionen auf ihrem Territorium. Auch in diesem Fall kommen die Mittel zu 100 Prozent aus dem Sondervermögen. „Somit werden die kommunalen Haushalte überhaupt nicht belastet“, stellte der Dezernent zufrieden fest.