Klaus Desinger

Dominik schenkt Baby Chance auf ein gesundes Leben

Birkenfeld. Dominik aus Goldenstedt spendet Stammzellen an sechs Monate altes Baby aus den USA.

Dominik freut sich, einem Baby aus den USA geholfen zu haben.

Dominik freut sich, einem Baby aus den USA geholfen zu haben.

Bild: Privat

 „Ich habe schon immer gerne dort geholfen, wo ich helfen kann“, sagt Dominik über sich selbst. Während seiner Zeit bei der Bundeswehr lässt sich Dominik deswegen als potenzieller Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren. Für ihn eine selbstverständliche Sache. Seine Uniform hat er schon vor langer Zeit an den Nagel gehängt. Mittlerweile ist er Tierwirt in der Rinderhaltung und stolzer Familienvater.


Längst vergessene Registrierung gibt neue Hoffnung


Seit seiner Registrierung bei der Stefan-Morsch-Stiftung ist nun mehr als ein Jahrzehnt vergangen. Trotzdem zögert Dominik keine Sekunde, als er den lebensveränderten Anruf erhält: „Als ich erfahren habe, dass ich als Stammzellspender infrage komme, war ich gerade mit meinem Sohn draußen am Spielen“, erinnert er sich. Was folgt sind unterschiedliche Voruntersuchungen sowie eine ausführliche medizinische Aufklärung. Dort fühlt er sich von Anfang an gut aufgehoben: „Der Arzt war sehr freundlich, hat sich viel Zeit genommen und alle meine Fragen verständlich beantwortet.“
Leicht aufgeregt und gut gelaunt startet Dominik in den Tag seiner Stammzellentnahme. In 9 von 10 Fällen werden die Stammzellen aus dem Blut des Spenders oder der Spenderin entnommen werden, Bei Domnik ist das anders: Unter Vollnarkose wird sein Beckenknochen punktiert und die Stammzellen werden direkt aus dem Knochenmark entnommen. Der Eingriff verläuft ohne Komplikationen, Dominik erholt sich schnell. „Als ich nach der Entnahme langsam wieder wach wurde, spürte ich lediglich ein leichtes Ziehen – ähnlich wie Muskelkater, genauso, wie es der Arzt beschrieben hatte. Ich hatte keine starken Schmerzen und konnte noch am selben Tag zurück zu meiner Familie ins Hotel gehen“, berichtet er.


Spende geht an sechs Monate altes Baby


Am Tag der Spende darf Dominik unter der Wahrung der Anonymität erste Informationen über die Person erfahren, an die er gespendet hat. Die Nachricht, dass sein Empfänger ein gerade einmal sechs-Monate-altes Baby aus den USA ist, berührt ihn zutiefst. „Als Vater eines kleinen Sohnes konnte ich mich sofort in die Situation der Eltern hineinversetzen. In diesem Moment wurde mir noch einmal bewusst, wie wichtig eine Stammzellenspende sein kann. Es hat sich unglaublich gut angefühlt, einem so kleinen Menschen die Chance auf ein gesundes Leben schenken zu dürfen“, erzählt Dominik.
Im Nachgang erhofft sich Dominik, dass er mit seiner Spende nachhaltig helfen kann. Auf die Frage, was er seinem Empfänger sagen würde, wenn er könnte, antwortet er: „Du bist unglaublich stark und ein echter kleiner Kämpfer. Ich wünsche dir von Herzen, dass du schnell wieder gesund wirst und ein langes, glückliches Leben voller schöner Momente führen kannst.“


„Wertschätzung, Nervosität und Freude”


Mit diesen Worten fasst Dominik seine Erfahrung als Stammzellspender rückblickend zusammen. Jetzt möchte er andere dazu motivieren, sich ebenfalls als potenzielle Stammzellspender:innen registrieren zu lassen: „Ich finde es unglaublich wichtig, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Je mehr Menschen registriert sind, desto größer ist die Chance, für jeden Erkrankten einen passenden Spender oder eine passende Spenderin zu finden.“
Eine Registrierung bei der Stefan-Morsch-Stiftung ist nicht nur vor Ort bei einer der zahlreichen Typisierungsaktionen, sondern auch jederzeit online über https://stefan-morsch-stiftung.com/typisierung/ möglich. Weitere Informationen zur Typisierung und Stammzellspende unter: www.stefan-morsch-stiftung.de