Klaus Desinger

"Spiel um dein Leben": Bergdoktor-Star verkörpert jüdische Pianistin

Idar-Oberstein. Viele kennen sie als Alpenwirtin Susanne aus dem Bergdoktor im ZDF. Nun schlüpft Natalie O'Hara in eine ernste Rolle.

Auf die herausfordernde Rolle in dem Stück „Alice – Spiel um dein Leben“ hat sich Natalie O’Hara vier Jahre lang vorbereitet.

Auf die herausfordernde Rolle in dem Stück „Alice – Spiel um dein Leben“ hat sich Natalie O’Hara vier Jahre lang vorbereitet.

Bild: Bo Lahola

Im Rahmen des städtischen Theaterprogramms präsentieren die Hamburger Kammerspiele am Samstag, 21. Februar, um 20 Uhr im Stadttheater  das Schauspiel „Alice – Spiel um dein Leben“. Natalie O’Hara spielt in diesem Ein-Personen-Stück mit Klavier über die Pianistin Alice Herz-Sommer und ihr Überleben als Jüdische Musikerin im Ghetto Theresienstadt über 20 Rollen – und live Klavier von Bach bis Gershwin, von Chopin-Etüden bis Beethoven-Sonaten. Es ist eine wahre Geschichte über die Kraft der Musik als emotionales Theatererlebnis.

Kampf ums Überleben in Theresienstadt


Alice Herz-Sommer (1903-2014) wurde in hohem Alter berühmt, als ihre Biografie „Ein Garten Eden inmitten der Hölle“ sowie mehrere Dokumentarfilme über sie international Erfolge feierten. Ihr Optimismus und ihre Menschenliebe, die sie sich trotz ihres schweren Schicksals bewahrte, bewegt und inspiriert nachhaltig. Es entstand die Idee für ein Theaterstück, das einerseits Alices Zeit in Theresienstadt nachzeichnet, wo sie Konzerte gibt und mit ihrem 6-jährigen Sohn ums Überleben kämpft, und andererseits den Zauber der Musik erlebbar macht, der sie vor Verbitterung und Verzweiflung geschützt zu haben scheint. Die Diskrepanz zwischen der Schönheit der Musik und dem Schrecken des Ghettos ist Thema dieses Abends, der Klavierkonzert, Biografie und Schauspiel in einem ist.
Die Recherchen dauerten zwei Jahre. Dafür haben die Autorin Kim Langner und Natalie O’Hara Reisen nach Prag, Theresienstadt und Tel Aviv unternommen, Alices Familie, Freunde und ehemalige Schüler getroffen. Eli Gornstein, israelischer Schauspieler und Herz-Sommers Groß-Neffe: „Es bedeutet mir viel, wenn deutsches Publikum sich durch dieses Theaterstück mit Alice Herz-Sommer beschäftigt – dieses Werk feiert den Triumph der Menschlichkeit und setzt Alice optimistischer Persönlichkeit ein Denkmal und beleuchtet gleichzeitig die Tragödie der europäischen Juden in dieser Zeit.“
Weitere Informationen zum Theaterprogramm gibt es unter www.idar-oberstein.de/kultur. Karten gibt's beim WochenSpiegel.


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