Eifeler Dörfer haben eine Zukunft

»Wenn ich der Jury angehören würde, hätten Sie Gold sicher.« Große Hoffnung macht Dr. Waldemar Gruber von der NRW-Landwirtschaftskammer den Kalterherbergern.
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Grund dafür ist, dass der Leiter der Jury des Landeswettbewerbs »Unser Dorf hat Zukunft« leidenschaftlicher Radfahrer ist und so im selbsternannten Rad- und Wanderdorf ein neues Reiseziel gefunden hat. Ein Votum abgeben darf er aber nicht. Und so mussten die Sieger des Dorfwettbewerbs in der Städteregion Aachen mit weiteren Themen punkten. Und das taten die engagierten Kalterherberger unter Leitung von Aarne Kreuzinger-Janik mit Bravour. »Alles zu zeigen, wäre unmöglich gewesen.« Darin sind sich Aarne Kreuzinger-Janik und Birgit Franke einig. Und doch waren sie zufrieden mit dem, was sie den Juroren des Landeswettbewerbs »Unser Dorf hat Zukunft« haben präsentieren können. Die kleinste Exklave Deutschlands, ein vorbildliches, grenzüberschreitendes Miteinander mit den belgischen Nachbarn, bedeutsame religiöse Bauwerke, aber auch 560 Arbeitsplätze und eine 500 Meter lange Einkaufsmeile: Kalterherberg hatte und hat eine Menge zu bieten. Ungezählte 1000 Fahrräder und noch viel mehr Einwohner hießen die Juroren willkommen und beeindruckten die Fachleute mit der Lebendigkeit des Ortes. Der Jugendraum wird von 50 jungen Menschen eigenständig geleitet, eine Tourist-Information mit Radbahnhof soll im Ortszentrum entstehen und zwischen den zahlreichen landwirtschaftlichen Gehöften des Ortes eine »Höfe-Wanderung« angeboten werden. Und wenn selbst ein Milch-Lkw der überregional bekannten Spedition »Hermanns & Kreutz« mit Sitz in Kalterherberg Werbung für den Ort fährt, kann doch fast nichts mehr schief gehen...

Ortsverbund  mit Weitblick

Im Nachmittag wurde die Delegation im touristischen Kleinod Simonskall empfangen. Als »Ureinwohner« erzählte Peter von Agris, dass sich das Örtchen im Generationswechsel befindet und die Führung manch gastronomischer Betriebe schon erfolgreich übergegangen sei. Außerdem wies er auf den Charme des Dorfes hin, der von Geborgenheit und Sicherheit geprägt sei. Mit Natur und historischen Bauwerken, aber auch Moderne wie der Mountainbikestrecke und dem Adventure-Golfplatz beeindruckte man die Jury. In Vossenack wurde besonders auf die ausgezeichnete seniorengerechte Infrastruktur hingewiesen und gerade das Altenheim im Geschwister-Louis-Haus vorgestellt. Eine weitere Besonderheit des Ortes ist der Lieferservice, den die Metzgereien und auch der Blumenladen anbieten. Die bestellte Ware wird an die Haustür geliefert. Auf dem Weg in die Aula der Grundschule kamen die Besucher auch am Freibad vorbei, das durch eine engagierte Bürgerinitiative vor der Schließung bewahrt werden konnte.  Mit einem Flyer für Neubürger, der Bildung eines Jugendforums, Verzahnung der Vereine und den Erhalt der sozialen Infrastruktur stelle man sich zukunftssicher auf.

Preisverleihung

Die Ergebnisse des Landesentscheids werden am Sonntag, 9. September, in Bad Sassendorf bekannt gegeben.
Die Abschlussfeier mit Übergabe der Urkunden, Plaketten und Preise findet am Samstag, 24. November, in der Festhalle in Heinsberg-Oberbruch statt.