Thomas Förster

Wer unterrichtet unsere Kinder?

Region. Politik fordert Aachen als Studienstandort für Grundschullehrer wieder zuzulassen - Schülerzahlen steigen, Lehrkräfte werden weniger

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Durch die Wiederbelebung des Studienstandortes Aachen für das Grundschullehramt wollen die Spitzen von Stadt und Städteregion Aachen sowie den Kreisen Düren und Heinsberg echte Nachwuchs-Lehrkräfte statt Pappkameraden für die Bildung der Kinder gewinnen

Durch die Wiederbelebung des Studienstandortes Aachen für das Grundschullehramt wollen die Spitzen von Stadt und Städteregion Aachen sowie den Kreisen Düren und Heinsberg echte Nachwuchs-Lehrkräfte statt Pappkameraden für die Bildung der Kinder gewinnen

Foto: Thomas Förster

Region (Fö). »Sechs von zehn ausgeschriebenen Stellen können wir nicht besetzen, jede dritte Lehrkraft ist über 50 Jahre und bis 2026 müssen wir 40 zusätzliche Klassen einrichten«. Drastisch schildert Dr. Tim Grüttemeier die Schieflage bei der Lehrerversorgung in der Region Aachen. »Es ist fünf nach zwölf«, ergänzt Heinsbergs Landrat Stephan Pusch. Gemeinsam mit dem Kreis Düren und der Stadt Aachen fordern die beiden vom Land, endlich wieder die Studengänge Grundschullehramt und Sonderpädagogik ins Angebot der Aachener Hochschulen aufzunehmen.

In Nordrhein-Westfalen sind ausgebildete Grund- und Förderschullehrkräfte seit Jahren rar. Dieser Mangel ist jedoch nicht gleichmäßig über das Land verteilt: Die Städteregion Aachen mit der Stadt Aachen sowie die Nachbarkreise Düren und Heinsberg sind besonders betroffen.

»Uns fehlt der Klebeeffekt, der besagt, dass Stellenangebote besonders in der Nähe des Studienortes angenommen werden«, weiß Dr. Tim Grüttemier. »Hochschulen, die das Grundschullehramt ausbilden, profitieren aber auch davon, dass Studierende ihr Praxissemester an einer Schule im näheren Radius absolvieren und studienbegleitend als Vertreungslehrkräfte arbeiten können.

Im Gespräch mit NRW-Schulministerin Dorothee Feller hat der Städteregionsrat aber auch die Erweiterung der Optionen für den Seiteneinstieg und die Stärkung der staatlichen Qualifizierung für Quereinsteiger angemahnt. Man setze auf einen konstruktiven Dialog mit der Landesregierung, versichern Dr. Tim Grüttemeier, Landrat Stephan Pusch, Aachens Oberbürgermeister Sibylle Keupen und Sybille Haußmann. zuständige Dezernentin für Schule, Bildung und Integration beim Kreis Düren.

In der Städteregion Aachen verfügen 73 Prozent der Lehrkräfte an Grundschulen über die Lehramtsbefähigung. Die Personalausstattung liegt bvei 96 Prozent - zur auskömmlichen Unterrichtsabdeckung seien 110 Prozent erforderlich. Aktuell sind nur drei von 16 Stellen der so genannten Vertretungsreserve besetzt; von 97 Lehrerstellen konnten an den städteregionalen Grundschulen nur 37 besetzt werden. Im Kreis Düren konnte keine der Stellen für die Vertretungsreserve besetzt werden. Und nur vier der 42 Stellen für Grundschullehrer konnte von Pädagogen mit Lehamtsbefähigung für die Grundschule besetzt werden.


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