»Ich dachte, ich wäre im Himmel«

Cochem-Zeller Landrat Schnur über­steht schweren Unfall

Von Mario Zender

 

Es muss ein ge­waltiger Aufprall gewesen sein, als zwei Autos vergangenen Mittwoch zwischen Treis-Karden und Binnin­gen zusammenstießen. Dass bei dem Unfall niemand ernsthaft verletzt oder sogar getötet wurde, grenzt fast an ein Wunder. Nur einer der Beteiligten wurde leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht: Landrat Manfred Schnur (68). Ereignet hatte sich der Unfall am vergangenen Mittwoch in der Gemarkung Binningen. Gegen 16 Uhr war Landrat Manfred Schnur auf dem Weg von Treis-Karden nach Wittlich. Dort sollte er gegen 17 Uhr einen dienstlichen Termin wahrneh­men. Wie immer saß Schnur auf dem Beifahrersitz, am Steuer des BMW 740 sein Fahrer. Schnur arbeitete zu der Zeit Akten durch, als der dunkel­blaue Wagen auf der L 108 den Berg von Karden Richtung Kaisersesch hochfuhr. An der Abfahrt nach Brohl zur L 110 stand ein Dacia Duster. Er muss­te warten, denn der Verkehr auf der Strecke Karden-Binningen hat Vor­fahrt. Doch kurz bevor der Dienstwa­gen des Landrates die Einfahrt pas­sierte, fuhr der Fahrer des Wagens, ein 65-jähriger Kölner, los. Offenbar hatte er den herannahenden BMW nicht gesehen. Der Fahrer des Land­rates konnte nicht mehr ausweichen und die beiden Fahrzeuge prallten zusammen. "Es war ein enormer Aufprall", schildert Landrat Manfred Schnur im Gespräch mit dem Wo­chenSpiegel. Sofort gingen in dem BMW zahlreiche der zehn Airbags auf. Das hat Schnur vermutlich vor schweren Verletzungen bewahrt. "Als die Airbags aufgingen, dachte ich, ich bin im Himmel", so Schnur. Von dem Unfall hatte er - nach ei­genen Angaben - nichts direkt mit­bekommen. "Ich war Unterlagen am lesen, die ich durcharbeiten musste. Dann krachte es plötzlich." Wenige Minuten später war ein Rettungswagen vor Ort und brach­te den Landrat nach Cochem ins Krankenhaus. Dort wurden leichte Verletzungen festgestellt. "Ich habe einige Prellungen, aber sonst ist Gott sei Dank nichts passiert." Der Fahrer des Landrates und der Unfall­verursacher blieben unverletzt. Am Dienstwagen entstand nach Anga­ben der Polizei Cochem ein Schaden von 30.000 Euro und der Dacia ist offenbar ein Totalschaden. Gegen den Unfallverursacher, der hier zu Jagd geht, wurde ein Ermittlungs­verfahren eingeleitet. Cochems Po­lizeichef Reinhard Börsch bestätigt dies auf Anfrage unserer Zeitung: "Es wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung er­mittelt." Trotz seiner Verletzungen saß Schnur am nächsten Tag wieder am Schreibtisch. Offenbar hat der gläubige Christ Schnur einen guten Schutzengel...

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