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Lambertz fordert Hilfen von Bundeskanzlerin Merkel

Soforthilfen sollen Erhalt der Kulturlandschaft sichern

Cochem. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise treffen die Moselregion mit ihren umfangreichen touristischen Leistungsträgern besonders hart. Viele Betriebe, ob Hotels, Pensionen, Gaststätten oder Ferienwohnungen sind seit dem 16. März geschlossen und sehen sich in ihrer Existenz bedroht. Aus diesem Grund hat sich nun VG-Bürgermeister Wolfgang Lambertz direkt an Kanzlerin Angela Merkel gewandt. In einem Brief an die Regierungschefin äußert Lambertz seinen Unmut über die nach seiner Meinung ungenügenden Hilfen für touristische Leistungsträger und fordert Soforthilfen für Winzer, Gastronomie- und Hotelleriebetriebe.

Die Situation sei dramatisch. "Hier geht es nicht nur um die Existenz von Winzern und Gastronomen, sondern auch um den Erhalt der gesamten Kulturlandschaft Mosel", schreibt Lambertz in seinem Brief an die Bundeskanzlerin.

Der VG-Chef fordert aber nicht nur Hilfen, sondern macht auch einen konkreten Vorschlag. Nach seiner Meinung soll die beschlossene Mehrwertsteuersenkung bereits rückwirkend für das Jahr 2019 gewährt werden. Dieser Betrag soll als Soforthilfe an gastronomische Betriebe gezahlt werden. Das würde im Klartext bedeuten, dass gastronomische Betriebe mit einer Erstattung der Umsatzsteuer von insgesamt zwölf Prozent rechnen könnten. "Damit wäre ein erster Schritt zur Soforthilfe gemacht", sagt Lambertz.

Für Vermieter von Ferienwohnungen, die mit einem Steuersatz von sieben Prozent arbeiten, schlägt Lambertz vor, den gesamten Steuersatz rückwirkend zu erstatten. Durch die Einschränkungen, die die Pandemie mit sich bringt, stehen in der vom Tourismus geprägten Region die Existenzen zahlreicher Familien und Betriebe auf dem Spiel. "Hier muss sofort reagiert werden, damit die Wertschöpfungskette sowie die gesamte Kulturlandschaft Mosel auch in Zukunft erhalten bleibt", sagt Lambertz.

Den Appell von Bürgermeister Lambertz unterstützen nach seinen Angaben auch die hauptamtlichen Bürgermeisterkollegen Karl-Heinz Simon (VG Zell/Mosel), Bruno Seibeld (VG Rhein-Mosel), Marcus Heintel (VG Traben-Trarbach) und Leo Wächter (VG Bernkastel-Kues).

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Kommentar von Angelika
Soforthilfen sollen den Erhalt der Kulturlandschaft sichern, das finde ich gut.
Nach nur wenigen Monaten Corona Kriese gehen vor allem Gastronomen scheinbar pleite und suchen Hilfe. Als durch Hagelschläge wie vor einigen Jahren die ganze Jahresarbeit der Winzer zerstörten wurde, damals gab es günstige Kredite für Weingüter als Hilfe. Zinslos war damals die Hilfe allerdings nicht, nur günstig. Das sollte auch ohne Angela Merkel möglich sein, da Kredite so günstig sind wie nie zuvor. Diese Corona Kriese beschäftigt uns alle.
Wenn es wieder zu Ernteausfällen wegen Trockenheit oder Hagelschlägen in der Landwirtschaft kommen sollte, hoffentlich wird dann Hilfe durch Herrn Lambertz ebenfalls nach Berlin gefordert.