Stabiler Arbeitsmarkt

Cochem. Die Statistik der Agentur für Arbeit weist zum Monatsende für den Landkreis Cochem-Zell 1.144 arbeitslose Menschen aus. Das sind neun mehr als im Juli, aber 129 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt nach wie vor bei 3,4 Prozent und damit um 0,4 Punkte niedriger als im August 2020.

Eine Situation, die zu erwarten war, erläutert Frank Schmidt, Leiter, der auch für Cochem-Zell zuständigen Arbeitsagentur Koblenz-Mayen. "In den Sommer-ferien ist die übliche Dynamik am Arbeitsmarkt saisonbedingt ausgebremst. Viele Beschäftigte sind in Urlaub, manche Betriebe haben sogar ganz geschlossen. Deshalb wird im Hochsommer deutlich weniger eingestellt als zu anderen Zeiten. Das bekommen nicht zuletzt jene jungen Leute zu spüren, die am Ende ihrer Ausbildung nicht im bisherigen Betrieb bleiben können oder wollen. Sie finden oft erst Anfang September eine Anschlussbeschäftigung oder beginnen im Oktober ein Studium. Das ist gemeint, wenn wir vom kleinen Sommerloch sprechen."

Darüber hinaus sei der regionale Arbeitsmarkt natürlich noch immer von der Corona-Pandemie geprägt. So waren im Vor-Corona-August 2019 immerhin 263 Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet. "Außerdem können wir nicht völlig ausschließen, dass die Flutkatastrophe an der Ahr auf Teile der Mosel ausstrahlt und der Gastronomie auch dort der eine oder andere Kunde verloren gegangen ist", betont Schmidt.

Der Stellenmarkt präsentierte sich in den vergangenen vier Wochen ähnlich verhalten wie zu Ferienbeginn. 80 Stellen wurden dem Arbeitgeberservice im August aus dem Landkreis gemeldet. Damit registriert die Agentur in der Region derzeit 491 offene Stellenangebote, 68 mehr als vor einem Jahr. 528 der zurzeit arbeitslos gemeldeten Menschen werden nach Sozialgesetzbuch (SGB) III von der Arbeitsagentur betreut, 616 vom Jobcenter (SGB II).

Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres im September gelten in Cochem-Zell noch 53 jugendliche Bewerber als unversorgt. Ihnen stehen 122 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. Bei der Bewältigung der Corona-Krise setzten viele Unternehmen auf Kurzarbeitergeld (KuG). Seit Juni wurden allerdings kaum noch neue Anzeigen registriert. Dies war im Corona-Sommer 2020 genauso. Damals stiegen die KuG-Anzeigen erst mit Beginn der "dritten Welle" im Oktober wieder an. Insgesamt gingen bei der Arbeitsagentur im Jahr 2020 von Betrieben aus dem Landkreis Cochem-Zell knapp mehr als 1.000 Anzeigen für knapp 9.000 Beschäftigte ein. 2021 zeigten bislang rund 220 Betriebe für mehr als 1.600 Beschäftigte Kurzarbeit an.

Symbolfoto: Archiv

www.arbeitsagentur.de

 

 

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