Haare "gespendet"

Brachtendorf. Laura Simons (16) aus Brachtendorf hat sich ihre langen Haare abschneiden lassen. Mit den abgeschnittenen Zöpfen werden jetzt Echthaarperücken gefertigt.

Es sind offensichtlich Anzeichen, die exemplarisch für eine schwere Krankheit und eine belastende Therapie stehen: Menschen ohne Haare. Der Haarverlust kann Kinder zudem sozial und emotional belasten und sogar isolieren. Eine Möglichkeit, diese Situation besser zu verkraften, ist eine Echthaarperücke, so "Die Haarspender", ein im August 2016 in Österreich gegründeter Non-Profit Verein, der Kindern helfen möchte, die ihr Haar durch eine Krankheit verloren haben.

Auf diesen Verein ist Laura Simons aus Brachtendorf aufmerksam geworden, die sich nicht nur eine neue Frisur zulegen wollte, sondern mit den abgeschnittenen Haaren auch noch etwas Gutes bewirken wollte. "Also habe ich mich dazu entschieden, mit meinen Haaren anderen eine Freude zu machen und Kindern zu helfen, die keine Haare mehr haben. Michaela Leber erklärte sich direkt bereit, mir die Haare abzuschneiden und ihre Zeit zu opfern, denn ihre ,Hairlounge' ist ein Partnersalon der Organisation ,Die Haarspender'", so die 16-Jährige. Gesagt, getan und die Haare zu Zöpfen geflochten verschickt, um eine Echthaarperücke für erkrankte Kinder in Deutschland, Österreich, Schweiz und Ungarn anzufertigen, deren Eltern sich eine solche nicht leisten könnten.

Echthaarperücken liegen, so "Die Haarspender", preislich bei 1.500 bis 3.000 Euro und die Krankenkassen steuern oft nur einen Bruchteil bei. Günstigere Kunsthaarperücken seien gerade für Kinder keine optimale Alternative. Die Gleichung des Vereins ist deshalb recht einfach: vier Haarspenden ab 30 Zentimeter Länge und eine Geldspende in Höhe von 360 Euro ergibt eine kostenlose Perücke. Seit 2016 wurden, so heißt es auf der Hompage des Vereins, 104 Perücken für Kinder hergestellt. Der nächste Meilenstein wären 200, der bis Ende 2019 erreicht werden soll. Weitere Informationen im Internet unter: www.diehaarspender.at

Foto: privat

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.