

Passend zum Herbst bietet sich hier das Thema der Jagd an. So lautet denn das Motto der Sonderausstellung „Die Jünger des Heiligen Hubertus“. Gezeigt werden vor allem die wundervollen überaus farbigen Darstellungen aus dem Buch der Jagd - „Le Livre de la Chasse“ - des Grafen von Foix Gaston Phoebus III. (1331-1391).
Auf seinem Schloss in Pau im Südwesten Frankreichs, in das er sich nach dem tragischen Tod seines einzigen Sohnes zurückgezogen hatte, schrieb Gaston Phoebus in seinen letzten Lebensjahren zunächst eines der schönsten Stundenbücher des Mittelalters. Zwischen 1387 bis 1389 schuf er dann sein umfassendes Standardwerk zur mittelalterlichen Jagd, dass er seinem Jagdgenossen, Philipp dem Kühnen Herzog von Burgund, widmete. Es enthält das gesammelte praktische Wissen über Wildtiere, Jagdtechniken und die Haltung von Jagdhunden. Seine Berühmtheit erlangte es aber vor allem durch die damals revolutionären Naturdarstellungen in außerordentlicher Farbintensität und Goldmalerei der Miniaturen. Das Werk ist in 44 Abschriften, die Meister der Buchmalerei zwischen 1405-1410 in Paris schufen, überliefert. Die zwei herausragendsten werden in der Pariser Nationalbibliothek und in der Morgan Library in New York wie Schätze gehütet.
Eröffnet wird die Ausstellung im Gewölbekeller des Burgmuseums am Freitag, 3. Oktober, 18 Uhr mit einem Vortrag des Historikers Oliver Täufer M.A. zu Gaston Phoebus und sein Buch der Jagd. Musikalisch begleitet wird dieser Vortrag von jagdlichem Hörnerklang. Zu einem besonderen Highlight lädt das Burgmuseum am Freitag, 17. Oktober um 18 Uhr ein: Die Falknerin Ilona Ciesielski M.A. referiert dann über das berühmte Falkenbuch des Staufer-Kaisers Friedrich II. und präsentiert dazu einen Jagdfalken.
Zum Abschluss der Ausstellung am Sonntag, 16. November, 16 Uhr erwartet den Besucher ein weiterer interessanter Vortrag von Oliver Täufer, in dem er das Jagdbuch des König Modus vorstellt. Dieses 1455 für Herzog Philipp den Guten in Flandern erschienene Buch, betrachtet in altgriechischer Art in einem Dialog zwischen einem Schüler und seinem Lehrer, dem allegorischen König Modus, die Jagd als wahre Kunst, die mit Ausdauer erlernt und ausgeübt werden muss. Die 56 darin enthaltenen prächtigen Miniaturmalereinen zeigen einen für das Mittelalter unüblichen Realismus, zugleich aber auch das prunkvolle Leben des burgundischen Adels in ihren luxuriösen Gewändern. Sie vermitteln uns auch einen Eindruck des kulturellen Lebens auf Burg Rheinfels unter den letzten Katzenelnbogener Grafen, die mit dem burgundischen Hof in Flandern in engem Austausch standen und als passionierte Jäger alle Facetten des Waidwerks auslebten. Musikalisch begleitet mit jagdlichen Klängen wird die Finissage durch das Posaunencorps des Musikvereins St. Goar.
Die Ausstellung ist täglich während der Öffnungszeiten des Museums auf Burg Rheinfels von 10 bis 17.30 Uhr, ab 26. Oktober bis 16.30 Uhr zu sehen. Ab 10. November sind Burg und Museum nur an den Wochenenden von Freitag bis Sonntag geöffnet. Der Eintritt ist im Eintrittspreis zur Burg Rheinfels enthalten und zu den Abendveranstaltungen frei.
Weitere Informationen zum Rahmenprogramm: www.stadt-st-goar.de




