Sechs Wochen Aufbau, 50.000 Liter gezapftes Bier: Hinter den Kulissen der Hunsrück-Wiesn
In einer Woche heißt es: »O’zapft is!« Am 2. Oktober startet das 43. Hunsrücker Oktoberfest am Flughafen Hahn, bei dem wieder Zehntausende feiern. Bis dahin wird noch aufgebaut, geschmückt und alles vorbereitet, damit echte Wiesn-Atmosphäre aufkommt.
Bei unserem Besuch rund zweieinhalb Wochen vor dem Fassanstich sieht man davon noch nicht viel. Unverkleidete Wände, unfertige Backstage-Bereiche und zahlreiche Festtische und Bänke, die noch gesammelt auf ihre Platzierung warten, erblickt man im 3 200 Quadratmeter großen Festzelt. Dazwischen wuseln zahlreiche Arbeiter. Lediglich die Dekoration an der Decke und die Außenfassade lassen das Oktoberfest erahnen.
»Wir liegen voll im Zeitplan. Bühne und die Gaudi-Box, die beide erhöht stehen, sind fast fertig. Danach können wir anfangen, die Wände und Logen mit Holz zu verkleiden«, sagt Projektleiterin Dana Schmuck von der Bodensteiner-Gruppe, die seit fünf Jahren das Oktoberfest ausrichtet. »Wir legen viel Wert auf Detailtreue, damit wir ein authentisches und gemütliches Oktoberfest-Feeling schaffen.« Damit das klappt, sind mit allen Gewerken rund 300 Menschen gut 17 Wochen für das Hunsrücker Oktoberfest im Einsatz. Auch am Abend und an Wochenenden.
Der Aufbau des großen Festzeltes dauert etwa zwei bis drei Wochen. Mit der Ausstattung im Inneren, inklusive (Bühnen-)Technik, Toiletten, Backstage-Bereichen für Künstler und Personal, Gastronomie und Theken, werden weitere vier Wochen benötigt. Besonders freut sich Schmuck, dass man zahlreiche Menschen aus der Region im Team hat. »Das gilt sowohl für das Personal an den Festtagen als auch bei den Auf- und Abbauarbeiten«, sagt die Projektleiterin. Auch die Zusammenarbeit mit dem Hahn Airport, auf dessen Gelände das Festzelt steht, ist von Beginn an gut.
Während der Festwochenenden umfasst das Team jeden Abend etwa 100 Personen vor und hinter den Kulissen – von Bedienungen über Küchenkräfte bis hin zu den Putzkräften, die direkt nach Beendigung der Veranstaltungen mit ihrer Arbeit beginnen. Es gibt für alle viel zu tun. Immerhin wollen mehr als mehr als 30 000 Gäste an den sechs Festwochenenden bewirtet werden. Diese verzehren unter anderem rund 2 500 Weißwürste, 1 000 Schweinshaxen und 1 000 Grillhendl; an den Theken werden zudem jedes Jahr etwa 50 000 Liter Bier gezapft.
Ist alles vorbei, wird etwa vier Wochen lang wieder alles abgebaut. Das Innenleben, inklusive der 250 Tische und 500 Bänke, wird in Traben-Trarbach eingelagert. Das Zelt überwintert bei einem Partnerunternehmen.
Der Veranstalter ist zufrieden mit der Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren. Die Ticketnachfrage steigt kontinuierlich. »In der Tat haben wir bei einigen Terminen noch Luft nach oben – andere sind ausverkauft«, sagt Schmuck. Einzig die jedes Jahr wachsenden Auflagen werfen einen Schatten. »Diese werden Jahr für Jahr aufwendiger in der Umsetzung und damit auch kostspieliger.«
Die Bodensteiner-Gruppe bekennt sich klar zum Hunsrücker Oktoberfest und der Region. Das zeigt nicht nur die Infrastruktur, die man mittlerweile installiert hat. Feste Leitungen und Rohre für Elektrik und Sanitär wurden verlegt, ebenso Leerrohre für die Bierleitungen. »Aus wirtschaftlicher Sicht ist das Oktoberfest für uns noch ein Investment«, sagt Dana Schmuck.
»Wir sehen es aber vor allem als ein Invest in die Region«, betont die Projektleiterin. »Wir haben das Oktoberfest vor fünf Jahren übernommen, damit die Veranstaltung am Hahn erhalten bleibt. Denn es ist ein Fest aus der Region für die Region, ein Stück Heimat. Daran arbeitet unser gesamtes Team mit viel Herzblut. Darauf sind wir sehr stolz.«
Daher gehören neben einem abwechslungsreichen Programm mit Top-Acts auch ein Familientag sowie der Tag der Vereine fest zum Konzept. Die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen, die sich auch mit Bannern und auf der LED-Tafel im Außenbereich präsentieren und um Mitarbeiter werben können, gehört zum Gesamtkonzept. Und das soll so bleiben. Schon vor dem Fassanstich ist man aktuell mit den Planungen für 2027 beschäftigt.
Das Programm, Tickets und alle Infos zum 43. Hunsrücker Oktoberfest gibt’s online unter: www.oktoberfest-hunsrueck.de.

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