Andreas Bender

Diesel-Leck bei Wiebelsheim löst Großeinsatz aus – Ermittlungen laufen

Wiebelsheim/Region. Ein Leck in einer unterirdischen Diesel-Pipeline hat am Mittwochnachmittag, 11. März, einen großangelegten Einsatz von Feuerwehr, THW und Polizei im Rhein-Hunsrück-Kreis ausgelöst

Gegen 14.30 Uhr gingen die ersten Notrufe aus dem Bereich Kisselbach ein. Anwohner meldeten einen starken Dieselgeruch. Schnell stellte sich heraus: Eine überregionale Pipeline, die mehrere Meter unter der Erde verläuft, war beschädigt worden. Die Einsatzkräfte reagierten umgehend und leiteten umfangreiche Maßnahmen ein, um eine Ausbreitung des Kraftstoffs zu verhindern. Besonders im Bereich des Simmerbachs wurden zahlreiche Ölsperren errichtet. Allein im Ortsbereich Kisselbach wurden sieben Sperren im Gewässer installiert.

 

Weitere Barrieren folgten flussabwärts entlang des Simmerbachs. Die letzte Ölsperre wurde in Gemünden aufgebaut. Dort koordinierte Wehrführer Florian Rockenbach mit seinem Team die Sicherungsmaßnahmen am Gewässer. Hintergrund der umfangreichen Schutzmaßnahmen ist der Verlauf des Simmerbachs durch das Kellenbachtal. Der Bach mündet in Simmertal in die Nahe – ein Fluss, der anschließend durch den gesamten Landkreis Bad Kreuznach fließt. Ein weiteres Ausbreiten des Diesels sollte daher unbedingt verhindert werden.

 

Der Schaden an der Leitung wurde geortet und war gegen 22.30 Uhr vollständig behoben. Monteure berichteten vor Ort, dass ein vergleichbarer Schaden in den vergangenen 25 Jahren nicht vorgekommen sei. Die Sicherungs- und Kontrollmaßnahmen dauerten bis spät in die Nacht an. Neben Feuerwehr und THW waren auch private Entsorgungsunternehmen mit Pumpfahrzeugen im Einsatz, um ausgelaufenen Diesel aufzunehmen. Eine akute Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung bestand nicht. Lokal kommt es weiterhin zu punktuellen Geruchsbelästigungen durch den Dieselaustritt kommen.

 

Zur Unterstützung wurde auch die Feuerwehr Kirn alarmiert. Sie führte mit einem speziellen Messfahrzeug Messungen durch, um mögliche Belastungen der Luft und der Umgebung festzustellen. Parallel waren zahlreiche weitere Kräfte im Einsatz, darunter Einheiten des Technischen Hilfswerks sowie Feuerwehren aus verschiedenen Teilen von Rheinland-Pfalz. Insgesamt waren rund 300 Einsatzkräfte beteiligt. Vor Ort machten sich mehrere Verantwortliche ein Bild der Lage. Landrat Volker Boch informierte sich persönlich über den Einsatz und dankte den Einsatzkräften für ihr schnelles Handeln.

 

Wie die Polizei am Donnerstag erklärt, haben sich im Rahmen der bisher durchgeführten Untersuchungen keine Hinweise auf einen politisch motivierten Sabotageakt ergeben haben. Vielmehr ist davon auszugehen, dass bislang unbekannte Täter die Pipeline manipuliert haben, um Diesel abzupumpen. Die Kriminaldirektion Koblenz hat die Ermittlungen übernommen. Mit Ergebnissen wird erst in den kommenden Tagen zu rechnen sein.

 

Die Kreisverwaltung befindet sich in einer engen fachlichen Abstimmung mit den betroffenen Verbandsgemeinden sowie den zuständigen Landesbehörden und Ministerien, um das weitere Vorgehen dezidiert abzustimmen. Die von den Einsatzkräften eingerichteten Ölsperren funktionieren zuverlässig und bleiben weiterhin in Betrieb, um ein weiteres Austreten zu verhindern. Aktuell läuft der Abtransport und die fachgerechte Entsorgung des Stoffs. Ziel ist es, den Austritt von Schadstoffen in die Umwelt einzudämmen und zu vermeiden.

 

„Wir setzen alles daran, die notwendigen Maßnahmen schnellstmöglich umzusetzen, um einen größeren Schaden, insbesondere für die Umwelt zu vermeiden“, sagt Landrat Volker Boch am Donnerstag. Er richtet seinen ausdrücklichen Dank insbesondere an die rund 300 Einsatzkräfte, die am Mittwoch kurzfristig unterstützt haben und während der Nacht weiterhin im Einsatz waren. „Ein besonderer Dank gilt auch den überregionalen und übergeordneten Einheiten des Katastrophenschutzes und der Landesbehörden für die außerordentlich gute Zusammenarbeit“, betont der Landrat.