Michael Nielen

Kaller Tafel kann Hilfe brauchen

Kall. Derzeit kümmert sich bei der Kaller Tafel ein Team, das aus rund 35 Personen besteht, um insgesamt etwa 40 Haushalte, die Anspruch auf Hilfe haben.
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Rund 35 ehrenamtliche Mitarbeiter kümmern sich bei der Kaller Tafel um Menschen mit geringem Einkommen. Ihre Aufforderung lautet: »Einfach den Mut nehmen und bei uns vorbeischauen!«

Rund 35 ehrenamtliche Mitarbeiter kümmern sich bei der Kaller Tafel um Menschen mit geringem Einkommen. Ihre Aufforderung lautet: »Einfach den Mut nehmen und bei uns vorbeischauen!«

Foto: Michael Nielen

Wenn man bedenkt, dass hinter jedem Haushalt fünf bis sechs Personen stehen, wird schnell klar, wie groß die Zahl der Menschen ist, die auf die Tafel angewiesen sind.
In der Kaller Tafel engagieren sich ehrenamtliche Mitarbeiter, um einerseits der Vernichtung wertvoller Lebensmittel entgegenzuwirken und andererseits Menschen mit geringem Einkommen zu unterstützen.
»Bei dieser Arbeit könnten wir noch Unterstützung brauchen«, verrät der Schatzmeister der Tafel, Johannes Kremer.
Bei der Tafel gebe es dabei im wesentlichen zwei Arbeitsbereiche. Da sind einmal die Fahrer und Beifahrer, die täglich die Lebensmittel mit Lieferwagen bei den umliegenden Märkten abholen. Diese Lebensmittel werden dann von den anderen Mitarbeitern verlesen, geputzt und sortiert. Schließlich landet die Ware als einwandfreie und hochwertige Lebensmittel in den Auslagen.
Für beide Bereiche werden ständig ehrenamtliche Mitarbeiter gebraucht. Da der Tafelbetrieb vormittags stattfindet, sind momentan daher meist »Ruheständler« im Einsatz. Im Team sei aber jeder willkommen, drei bis vier Stunden Zeit in der Woche habe, ehrenamtlich zu arbeiten.
Auf ein weiteres Problem, mit dem die Tafel Kall zu kämpfen hat, macht die Vorsitzende Karin Osman aufmerksam. Das Angebot der Tafel richte sich an alle Bürger mit geringem Einkommen. Das seien insbesondere Bezieher von Arbeitslosengeld, geringer Rente, Grundsicherung, Hartz IV, Sozialhilfe oder Wohngeld. Auch Menschen, die vorübergehend in einer Notlage sind, wie die Betroffenen der Flutkatastrophe oder derzeit Kriegsflüchtlinge hätten Anspruch auf Hilfe.
Zwar sei der Kreis der Berechtigten groß. »Tatsächlich besteht aber für meisten eine enorme Hemmschwelle, das Angebot der Tafeln anzunehmen«, so Karin Osman. Vor allen Dingen alleinstehende Senioren mit geringer Rente scheuten den Gang zur Tafel. »Dabei«, sagt die Vorsitzende, »sind wir keine Armenküche,die Kunden keine Bittsteller und die Waren keine Almosen.« Vielmehr funktioniere Tafel nur, wenn die Hilfe auch angenommen werde.
Die Lebensmittel werden allesamt gespendet. Besonders dankbar ist man bei der Tafel daher den Warenspendern von Aldi, Lidl, Nahkauf, Netto, REWE und Rossmann in Kall, Blankenheim, Hellenthal und Schleiden, Edeka Tondorf, den Bäckereien Friedrichs, Jenniches, Milz und Zimmer sowie dem Geflügelhof Walter. Weitere Kosten fallen insbesondere für Fahrzeuge und die Betriebs- und Lagerräume an. Ein großer Teil davon wird durch die Beiträge der Tafelkunden selbst bestritten, die zwei Euro pro Einkauf und Haushaltsmitglied zahlen. Die Gemeinde Kall unterstützt bei den Raumkosten. Der Rest wird aus Spenden und Sponsorengeldern finanziert.
Wer Interesse hat, bei der Kaller Tafel mitzumachen, der kann sich unter Tel.: 02441/9943434 (9 bis 12 Uhr) oder per Email an kaller-tafel@t-online.de melden. Dort können sich gerne auch die Geschäfte melden, die der Tafel Lebensmittel zukommen lassen möchten. Geöffnet hat die Tafel, die in der Hüttenstraße 65, ehemaliges Brauhaus, zu finden ist, dienstags und freitags von 11 bis 12.30 Uhr. Weitere Infos gibt es unter: www.kaller-tafel.de