Pixabay, 586268, niekverlaan

Alle Policen immer im Blick: Versicherungs-Apps

Sie heißen simplr, asuro und Knip: Mit ihren Versicherungs-Apps wollen Finanz-Start-ups den Versicherungsmarkt kräftig aufmischen. Was können die Smartphone-Anwendungen, wo liegen ihre Vor- und Nachteile? Eine Übersicht.

Was leisten die mobilen Programme?

Mit einer Versicherungs-App haben Versicherungsnehmer ihre Policen überall dabei: Sämtliche Dokumente sind übersichtlich geordnet auf allen mobilen Endgeräten verfügbar. Die Apps machen zudem darauf aufmerksam, wenn sich ein Versicherungswechsel lohnen könnte. Ein Wechsel lässt sich gegebenenfalls direkt über die Anwendungen vornehmen. Der Nutzer kann Schadensfälle melden und über einen integrierten Chat Kontakt zu Experten aufnehmen.

Die Anbieter sind Fintech-Startups wie die Knip Deutschland GmbH und die Dionera GmbH. Finanzdienstleister bieten ähnliche Apps an wie beispielsweise die Anwendung hier von tecis. Nach Registrierung werden bei tecis abgeschlossene Versicherungsverträge automatisch angezeigt, Verträge anderer Anbieter können hinzugefügt werden. Außerdem haben Nutzer mit der tecis-App die Möglichkeit, Bankkonten und Onlinedepots von verschiedenen Anbietern zu verwalten, wenn sie mehrere Konten bei unterschiedlichen Banken haben.

Es gibt zudem branchenspezialisierte Apps wie die der Mercedes Benz Bank: Mit ihr wird die Fahrzeugversicherung direkt in der Niederlassung komplett papierlos abgeschlossen. In wenigen Schritten erhält der Kunde ein auf ihn zugeschnittenes Angebot des hauseigenen Versicherungsanbieters.

Für den Nutzer sind die Apps in der Regel kostenlos. Die Anbieter verdienen über Provisionen bei Neuabschlüssen und an der Betreuung und Pflege von Bestandskunden – in Form von Bestandsprovisionen.

Spaßbremse Maklermandat?

Es könnte alles so easy sein, wenn es nicht das Maklermandat gäbe. Der Nutzer einer Versicherungs-App muss dem Anbieter ein Maklermandat erteilen, um alle Funktionen vollumfänglich nutzen zu können. Die Vollmacht ermöglicht es dem App-Anbieter, im Namen des Nutzers Versicherungen zu kündigen und neu abzuschließen.

Die Erteilung des Maklermandats hat zwei Nachteile: 

  • Die Daten landen auf einem fremden Server. Deshalb schrecken viele Verbraucher davor zurück, dem App-Anbieter den Zugang zu den sensiblen Finanz- und Versicherungsdaten zu gewähren.
  • Lässt sich Nutzer bereits von einem Versicherungsmakler beraten, verliert dieser bei den meisten Apps durch die Neuvergabe sein Mandat. Deshalb ist es ratsam, den Makler zu fragen, ob er am Partnerprogramm der jeweiligen App partizipiert.

Ohne das Mandat geht bei den meisten Apps nichts. Nutzer müssen sich in der Regel entweder für ihren Versicherungsmakler oder die App entscheiden – beides zusammen geht zumeist nicht. Gut zu wissen: Verbraucher können dem App-Anbieter gegebenenfalls das Maklermandat jederzeit wieder entziehen.

Apps für technikaffine Nutzer

Wer neuen Technologien gegenüber aufgeschlossen ist und kein Problem damit hat, dass seine Versicherungsdaten auf einem fremden Server gespeichert sind, kann von einer Versicherungs-App profitieren. Sie sorgt für Durchblick und macht ihn auf günstigere Policen aufmerksam – und hilft so, Geld zu sparen.