Claudia Neumann

130 Jahre St. Josefsstift: Dieses Trierer Haus hat viel erlebt

Trier. Von Krieg und Nachkriegsnot bis zum Wohnraum für Studenten und Auszubildende: Das St. Josefsstift in Trier hat in 130 Jahren viele Veränderungen erlebt. Zum Jubiläum wurde zurückgeblickt – und gefeiert.

130 Jahre Trierer Geschichte stecken in den Mauern des St. Josefsstifts in der Franz-Ludwig-Straße. Am 6. September 1896 wurde das Stift geweiht. Zum 130. Jahrestag hatte die Kongregation der Schwestern vom hl. Josef Trier nun zu einem Tag des Dankes und der Begegnung eingeladen. Mehr als 130 Freunde, Unterstützer und Wegbegleiter kamen.

Auch Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Claudia Engel, Regionaldirektorin der Pax-Bank, waren unter den Gästen.

36.000 Menschen bekamen Hilfe

Wie sehr sich die Aufgaben des Stifts im Laufe der Jahrzehnte verändert haben, zeigte der Blick in die Geschichte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts engagierten sich die Schwestern vor allem in der Bildung von Frauen und Mädchen. Während der beiden Weltkriege kümmerten sie sich um verletzte Soldaten und Zivilisten und boten Menschen Unterkunft und Unterstützung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das St. Josefsstift zu einem wichtigen Ort der Hilfe. Gemeinsam mit der Caritas, der Stadt Trier und befreundeten Ordensgemeinschaften versorgten die Schwestern die Bevölkerung. Zeitweise wurden bis zu 500 Mittagessen am Tag ausgegeben. Von März 1945 bis Ende 1947 erhielten rund 36.000 Menschen Unterstützung.

Auch das Stift selbst hatte unter den Kriegsfolgen zu leiden und wurde unter anderem geplündert.

Vom Exerzitienhaus zum Wohnraum

Später veränderte sich das Stift erneut. Ein Altenheim wurde eingerichtet und in den 2000er-Jahren in ein Wohnheim für Studenten und Auszubildende umgewandelt. 2016 wurden zudem drei Etagen des ehemaligen Exerzitienhauses in barrierearmen Wohnraum umgewandelt.

Beim Jubiläumstag blickten Generalprokuratorin Schwester Remigia Ternes und Konventoberin Schwester Patricia Finkler auf diese Entwicklung zurück. Heute wird das Engagement unter anderem durch die Bolivienstiftung der Josefsschwestern Trier, die Gertrudisstiftung und Projekte wie „Frauenort – Frauenkirche“ fortgeführt.

Den Höhepunkt des Jubiläumstages bildete ein Festgottesdienst mit Prof. Dr. Martin Lörsch. Für die musikalische Gestaltung sorgten Organist Manfred Neimann und der Eurener Männerchor.

Danach wurde im Garten des Stifts weitergefeiert. Bei Brot und Wein kamen die Gäste miteinander ins Gespräch und blickten auf 130 Jahre St. Josefsstift zurück.