Nico Lautwein

Klimaraum Alleenring: Visionen für einen grünen Ring in Trier

Trier. Der Trierer Alleenring soll klimafit und nachhaltig umgestaltet werden. Das Projekt „Klimaraum Alleenring“ soll als Pilotprojekt zur urbanen Klimaanpassung dienen und wird durch ein Bundesprogramm gefördert.

Als flächenmäßig größter Park der Stadt ist er für viele Trierer Teil des Alltags: auf dem Weg zur Arbeit, beim Spaziergang mit dem Hund oder für eine kurze Auszeit im Grünen. Doch der Klimawandel belastet den historischen Grüngürtel zunehmend — rund 40 Prozent der Bäume gelten als geschädigt. Mit dem Projekt „Klimaraum Alleenring“ will die Stadt den Grüngürtel klimafit, ökologisch nachhaltig und nutzerfreundlich umgestalten – ein Vorhaben, das bundesweit als Pilotprojekt zur urbanen Klimaanpassung gelten soll.

Projektziel: Den Alleenring klimaresilient umbauen

Baudezernent Dr. Thilo Becker erklärte das Ziel des Projekts: „Wir wollen den Alleenring klimaresilient umbauen, die Aufenthaltsqualität erhöhen und für mehr Natur mitten in der Stadt sorgen“. Das Projekt wird durch das Bundesprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ gefördert. Für die Umsetzung stehen der Stadt rund 4,9 Millionen Euro zur Verfügung, wovon der Bund 85 Prozent der Kosten übernimmt.

Europäischer Wettbewerb bringt hochwertige Entwürfe

Um Ideen für die Umgestaltung zu sammeln, hatte die Stadt einen europaweiten landschaftsarchitektonischen Wettbewerb durchgeführt. 13 Büros aus Deutschland und Luxemburg reichten Entwürfe ein. „An diesem Wettbewerb hat sich die Crème de la Crème der Landschaftsarchitekturbüros beteiligt“, sagte Jörg Faltin vom betreuenden Büro Falrtin + Sattler aus Düsseldorf. Entsprechend hoch sei die Qualität der eingereichten Arbeiten.

Fokus auf Schießgraben und Balduinsbrunnen

Die Büros erarbeiteten ein Gesamtkonzept für den Alleenring. Besondere Schwerpunkte der Aufgabenstellung waren unter anderem die Bereiche Schießgraben und Balduinsbrunnen. Im Bereich Schießgraben soll der Alleenring künftig besser mit dem Moselufer verknüpft werden, um die Verbindung zwischen Innenstadt und Fluss zu stärken. Der Bereich rund um den Balduinsbrunnen soll besser in Richtung Ostallee und Hauptbahnhof angebunden werden.

Erster Platz für Atelier Loidl aus Berlin

Am Ende prämierte eine Fachjury – bestehend aus externen Landschaftsarchitekten, Stadtplanern und Vertretern aus Fachämtern und Stadtrat – drei Entwürfe. Den erstplatzierten Entwurf von Atelier Loidl aus Berlin bezeichnete Becker als „visionär“. Das Preisgericht habe sich sehr deutlich für diesen Entwurf entschieden. Gleichzeitig stellte Becker klar: „Dieser Entwurf wird nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre vollständig umgesetzt werden können. Wir werden Schritt für Schritt in die Umsetzung gehen.“ Das Preisgericht bewertete die eingereichten Konzepte anonymisiert – die Erstplatzierten von Atelier Loidl wurden im vergangenen Jahr ebenfalls für die Umgestaltung des Porta-Nigra-Umfelds beauftragt.

Weiterentwicklung der Planung und Beteiligung

Mit den drei prämierten Büros startet die Stadt in ein Verhandlungsverfahren, um auf Basis der Wettbewerbsergebnisse die konkrete Planung weiterzuentwickeln. Das Ziel ist dabei bereits vor Augen: Der Alleenring soll moderner werden, dabei aber seinen historischen Charakter bewahren. Vorgesehen sind unter anderem mehr Aufenthaltsflächen, kleine Spiel- und Sportangebote, zusätzliche Schattenplätze und klimaangepasste Bepflanzung. Becker betonte, dass es sich dabei nicht um ein kurzfristiges Vorhaben, sondern einen langfristigen Prozess handle. Der erste Bauabschnitt ist im nördlichen Bereich des Alleenrings zwischen Moselufer und Porta Nigra geplant. Die Bauarbeiten sollen dort Anfang 2027 beginnen.

Beteiligung der Bürger von Anfang an

Von Beginn an setzte die Stadt in diesem Projekt auf Beteiligung. In einer Online-Bürgerbefragung und einem begleitenden Workshop konnten Trierer ihre Wünsche und Ideen einbringen. Diese Rückmeldungen flossen in die Aufgabenstellung des Wettbewerbs ein. Am vergangenen Mittwoch wurden die Entwürfe im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung vorgestellt und diskutiert. Die Entwürfe bleiben noch bis Mittwoch, 4. Februar, öffentlich im Brunnenhof ausgestellt. Die kostenlose Ausstellung ermöglicht allen interessierten Bürgern, sich selbst ein Bild von den Planungen zu machen.

Ein Teil der Konzepte und Planungen ist außerdem auf der Bürgerbeteiligungsplattform unter www.mitgestalten.trier.de/klimaraum-alleenring online.

Quelle: Stadt Trier

 


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