Claudia Neumann

Nach tödlichem Messerangriff in Trier: Tatverdächtiger in forensischer Psychiatrie untergebracht

Trier. 22-jähriger Student starb nach Messerattacke auf dem Petrisberg / Opfer und Tatverdächtiger kannten sich offenbar nicht / Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des Totschlags.

Bild: Florian Blaes

Nach dem tödlichen Messerangriff auf einen 22-jährigen Studenten am Mittwoch in der Robert-Schuman-Allee in Trier gibt es neue Erkenntnisse zum Tatverdächtigen. Wie Staatsanwaltschaft Trier und Polizei in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt gaben, wird gegen den 22-jährigen Mann wegen des Verdachts des Totschlags ermittelt. Der afghanische Staatsangehörige lebt seit mehreren Jahren in Trier und wohnte zuletzt in der Nähe des Tatorts.

Opfer und Tatverdächtiger kannten sich offenbar nicht

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen traf der Tatverdächtige gegen 10 Uhr auf dem Gehweg der Robert-Schuman-Allee auf den Studenten, der nach einem Einkauf in einem nahegelegenen Lebensmittelmarkt unterwegs war. Aus bislang ungeklärten Gründen soll der Beschuldigte den Studenten mit einem mitgeführten Küchenmesser angegriffen und ihm mindestens zwei Stiche in den Oberkörper versetzt haben.

Der 22-Jährige brach auf der Straße zusammen und starb trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen kurze Zeit später im Krankenhaus. Der Tatverdächtige flüchtete zunächst, wurde jedoch wenig später in der Nähe des Tatorts von der Polizei festgenommen.

Nach bisherigen Erkenntnissen kannten sich Täter und Opfer nicht. Die Ermittler gehen derzeit von einer zufälligen Begegnung aus. Hinweise auf ein Tatmotiv liegen bislang nicht vor. Der Beschuldigte räumte nach seiner Festnahme ein, auf den Studenten eingestochen zu haben, machte darüber hinaus jedoch keine Angaben.

Ermittlungen zur Schuldfähigkeit

Der Tatverdächtige wurde am Donnerstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Trier vorgeführt. Dieser ordnete die einstweilige Unterbringung in einer geschlossenen forensischen Psychiatrie an.

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen leidet der Beschuldigte an einer psychischen Erkrankung und war in jüngerer Zeit bereits in einer psychiatrischen Klinik in Behandlung. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass seine Schuldfähigkeit zur Tatzeit beeinträchtigt gewesen sein könnte. Zur Klärung dieser Frage soll im weiteren Verfahren ein psychiatrisches Sachverständigengutachten eingeholt werden.

Die Ermittlungen der Kriminaldirektion Trier und der Staatsanwaltschaft dauern an.

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