

Wer an den Kaiserthermen vorbeiläuft oder fährt, sieht es schon von weitem: Auf dem Gelände des ehemaligen Polizeipräsidiums, direkt gegenüber dem römischen Monument, wächst ein Gebäudekomplex von erheblichem Ausmaß in die Höhe — rund 80 Meter lang, 60 Meter breit, mit einer Bruttogrundfläche von etwa 22.000 Quadratmetern. 2027 soll er fertiggestellt sein und dann Hauptfeuerwache, Rettungswache und Integrierte Leitstelle unter einem Dach vereinen.
Der Weg dorthin war lang. Seit 2008 hatte die Stadt Trier nach einem geeigneten Standort gesucht. Oberbürgermeister Wolfram Leibe bezeichnete das Projekt als eines der größten öffentlichen Hochbauvorhaben in Rheinland-Pfalz — eine Investition zum Schutz der Bevölkerung, für die nach langem Suchen schließlich der richtige Ort gefunden worden sei.
Hauptfeuerwache und Rettungswache für 300 Mitarbeitende
Das Hauptgebäude mit Feuerwehr und Rettungswache umfasst Erdgeschoss, drei Obergeschosse und zwei Untergeschosse und ist für rund 300 Mitarbeitende ausgelegt. Es ersetzt die Hauptfeuerwache am Barbaraufer aus dem Jahr 1956. In der Fahrzeughalle finden die jeweils zehn in Bereitschaft stehenden Feuerwehr- und Rettungsdienstfahrzeuge Platz, weitere Einsatzfahrzeuge werden in der Durchfahrtshalle und im ersten Untergeschoss abgestellt. Die Alarmausfahrt liegt an der Südallee. Derzeit rückt die Feuerwehr Trier pro Jahr zu rund 1.600 Einsätzen aus, der Rettungsdienst zu mehr als 21.000.
Projektleiterin Martina Piry vom Hochbauamt Trier nannte beeindruckende Dimensionen: 45.000 Tonnen Beton, 3.000 Tonnen Stahl und endlose Kilometer Kabel seien verbaut worden. Die Fassade aus Backstein werde farblich auf die benachbarten Kaiserthermen abgestimmt. Piry zeigte sich besonders froh darüber, dass viele Betriebe aus Trier und der Region an dem Projekt mitwirken.
Integrierte Leitstelle: Schaltzentrale für die Großregion
Als eigenständiges Gebäude am südlichen Ende des Komplexes entsteht die neue Integrierte Leitstelle — ein Riegel mit Dachgarten in der Mitte, verbunden mit der Hauptfeuerwache durch einen verglasten, überdachten Gang. Sie ist das Herzstück des Projekts, was die Reichweite angeht: Alle Notrufe unter der 112 aus den Landkreisen Trier-Saarburg, Bitburg-Prüm, Bernkastel-Wittlich, Birkenfeld und dem Vulkaneifelkreis sowie der Stadt Trier laufen dort künftig zusammen. Rund um die Uhr ist die Leitstelle für die Sicherheit von 614.000 Menschen auf einem Gebiet von rund 5.700 Quadratkilometern zuständig. Von dort aus werden 677 Feuerwachen, 37 Rettungswachen, 175 Katastrophenschutz-Einheiten und drei Hubschrauberstandorte alarmiert und koordiniert.
Landrat Stefan Metzdorf (Landkreis Trier-Saarburg) brachte die Bedeutung des Baus auf den Punkt: Er nannte ihn ein „Haus der Sicherheit" und ein „gemeinsames Dach für Sicherheit in Stadt und Großregion". Es stehe für ein Versprechen an die Bürger — dass Hilfe da sei, wenn es darauf ankomme.
Land fördert mit über 30 Millionen Euro
Ministerpräsident Gordon Schnieder bezeichnete den Tag als „guten Tag für die Menschen in Trier und der Region und für unsere Blaulicht-Familie". Er betonte, die neue Hauptfeuerwache stehe für moderne Gefahrenabwehr, schnelle Hilfe und ein starkes Miteinander von Land und Kommunen: „Die Feuerwehren setzen sich rund um die Uhr für unsere Sicherheit ein. Wer Verantwortung für die Sicherheit anderer übernimmt, verdient nicht nur Anerkennung, sondern auch die bestmögliche Unterstützung."
Im Rahmen des Richtfests übergab Schnieder zwei Förderbescheide: 15 Millionen Euro für den Neubau der Feuerwache und weitere drei Millionen Euro für die Integrierte Leitstelle. Die gesamte Landesförderung werde voraussichtlich bei über 30 Millionen Euro liegen. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 140 Millionen Euro, wovon die Stadt Trier rund 85 Millionen Euro trägt. Der Rest verteilt sich auf die beteiligten Landkreise und das Land.
Mehrere Redner erinnerten an die Flutkatastrophe im Ahrtal und betonten, wie wichtig es sei, in Katastrophenschutz und Ausstattung zu investieren.
Glas zerschellt — ein gutes Omen
Den Abschluss der Feier bildete nach altem Handwerksbrauch der Richtspruch von Polier Marc Hoffmann. Er trank sein Glas leer und warf es dann aus luftiger Höhe neben dem Richtbaum nach unten, wo es auf dem Boden zerschellte — nach altem Brauch ein gutes Omen und Verheißung von Glück für den Bau.
Das Projekt im Überblick


