

Noch ist die große Schauspielproduktion oder das atemberaubende Tanzstück hier schwer vorstellbar: Im Inneren des neuen Tufa-Anbaus ist noch Baustelle. Staub und Baulärm statt Applaus und Standing-Ovations. Aber das soll sich im Herbst ändern. Denn das Gebäude soll voraussichtlich im Oktober eröffenet werden und dem Theater während dessen Sanierung als Ersatzspielstätte dienen.
Bei einem Gang über die Baustelle verkündet Kulturdezernent Markus Nöhl die gute Nachricht: „Wir liegen im Zeitplan und werden Mitte des Jahres fertig. Nach der Inbetriebnahme hoffen wird dann im Herbst mit einem Stück des Theaters zu eröffnen.“
Dafür Sorge tragen neben den Gewerken auf der Baustelle auch die Verantwortlichen im Rathaus und bei den Stadtwerken.
Technische Ausstattung und laufende Vergaben
Wie die städtische Projektleiterin Elvira Classen und Christoph Klüsserath, Projektsteuerer seitens der Stadtwerke, erläutern, läuft aktuell die Vergabe der Ausziehtribüne und der Bühnenmaschinerie. Beides sind technische Einbauten, die für einen Veranstaltungssaal von großer Bedeutung sind. Der überwiegende Anteil der übrigen Gewerke ist zwischenzeitlich auch vergeben. Die Ausschreibungen für die Außenanlagen sind in Vorbereitung.
Kostenentwicklung des Bauprojekts
Die Gesamtkosten des knapp 900 Quadratmeter großen Neubaus lagen laut Baubeschluss bei 13,5 Millionen Euro, inklusive notwendiger Zusatzarbeiten am Bestandsgebäude der Tufa. Durch weitere Kosten für die spätere Bestandssanierung lag die letzte Kostenprognose bei rund 14,2 Millionen Euro. Aufgrund der allgemeinen Baukostensteigerungen und vorgezogener Maßnahmen im Altbau wird das Projekt teurer. Ein Gros dieser Mehrkosten (rund 70 Prozent) entspricht den Baukostensteigerungen der letzten Jahre. So haben sich die Gesamtkosten des Tufa-Anbaus um 19,8 Prozent auf insgesamt circa 17 Millionen Euro erhöht. Spürbar ist auch der Rückgang an Angeboten bei Ausschreibungen, vor allem bei den Spezialgewerken, wie Schallschutz und Bühnentechnik, für die es kaum Anbieter geben soll.
Zusätzliche Maßnahmen im Bestandsgebäude
Die weiteren Kostensteigerungen ergeben sich aus zusätzlichen vorgezogenen Maßnahmen im Altbau. Im Zuge des Baus wurde deutlich, dass dringend erforderliche Bestandssanierungen im Hauptgebäude der Tufa vorgezogen und parallel zum Anbau umgesetzt werden mussten, etwa in Sachen Brandschutz. Darüber hinaus hat es sich als sinnvoll erwiesen, die ursprünglich für einen späteren Zeitpunkt vorgesehene Sanierung der Fassade sowie den Neubau eines rückwärtigen Treppenhauses vorzuziehen. Hierzu hatte der Stadtrat im März 2025 einen Beschluss gefasst.
Weitere Beschlüsse und Förderung
Eine Beschlussvorlage, die die Kostenfortschreibung abbildet, wird im März in die Gremien eingebracht. Das Land fördert den Tufa-Anbau mit 7,45 Millionen Euro. Für die zusätzlichen vorgezogenen Maßnahmen der späteren Bestandssanierung sowie die eigentliche Sanierung der Tufa wird ein gesonderter Antrag auf Förderung beim Land gestellt.
Zukünftige Nutzung des Tufa-Anbaus
Der Tufa-Anbau dient dem Theater während dessen Sanierung, die 2027 beginnt, bereits ab Oktober 2026 als Ersatzspielstätte für den Tanz und das Schauspiel. Nach der Sanierung des Theatergebäudes steht er der Tufa und damit der freien Szene zur Verfügung. Hier liegt seit Längerem ebenfalls ein Raumbedarf vor. Die Erweiterung, die auf dem ehemaligen Tufatopolis-Gelände realisiert wird, umfasst neben einem Foyer einen großen Veranstaltungssaal mit 380 Sitz- oder bis zu 600 Stehplätzen.
Quelle: Stadt Trier




