Nikolas Christian Leube

Freihandelsabkommen mit Mercosur und Australien: IHK sieht große Chancen für Unternehmen in Rheinland-Pfalz

Region/Trier. Die IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz bewertet die neuen EU-Abkommen als wichtiges Signal für die exportorientierte Wirtschaft. Sie erwartet besseren Marktzugang, weniger Handelshemmnisse und neue Chancen insbesondere für mittelständische Betriebe.

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Die IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz begrüßt die heute verkündeten EU-Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten und Australien. Positiv bewertet sie dabei sowohl die vorläufige Anwendung des Mercosur-Abkommens ab 1. Mai 2026 als auch den Abschluss der Verhandlungen mit Australien.

Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, sagte: „Die Fortschritte bei den Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten und Australien sind wichtige Signale für unsere exportorientierte Wirtschaft. Damit setzt die Europäische Union wichtige Signale für regelbasierten Handel, mehr Planungssicherheit und besseren Marktzugang für rheinland-pfälzische Unternehmen“.

Nach Angaben der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz sind für den Industriestandort offene Märkte, verlässliche Rahmenbedingungen und stabile internationale Beziehungen zentral. Freihandelsabkommen schafften dafür eine Grundlage, indem sie Handelshemmnisse abbauten und den Zugang zu neuen Märkten erleichterten. Rössel erklärte dazu: „Es ist ein gutes Zeichen, dass die Europäische Union handelspolitisch handlungsfähig ist und neue Märkte erschließt. Diesen Weg sollte sie konsequent weitergehen. Gleichzeitig erwarten wir von der künftigen Landesregierung, die Außenwirtschaftsförderung gezielt auszubauen und finanziell deutlich zu stärken. Angesichts sich wandelnder globaler Märkte ist es entscheidend, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen aktiv bei der Erschließung neuer Absatzmärkte zu unterstützen.“

Das EU-Mercosur-Abkommen soll den Handel mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay erleichtern. Die IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz spricht von einem Markt mit erheblichem Potenzial. Besonders profitieren dürften demnach exportstarke Branchen wie Maschinen- und Anlagenbau, Metallverarbeitung, Elektro-, Chemie- und Pharmaindustrie. In vielen Bereichen würden Zölle schrittweise abgebaut. Gerade industrielle Kernbranchen in Rheinland-Pfalz stünden bislang vor teils hohen Zollbelastungen, etwa bei Maschinen, technischen Komponenten oder Anlagen.

Auch das geplante Abkommen mit Australien bietet nach Einschätzung der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz Chancen. Der Markt gelte als kaufkräftig und wirtschaftlich stabil und sei zugleich ein wichtiger Beschaffungsmarkt für ausgewählte Rohstoffe. Neben dem Zollabbau gehe es insbesondere um die Reduzierung nichttarifärer Handelshemmnisse, etwa bei Zulassungen und technischen Standards, was gerade für mittelständische Unternehmen ein entscheidender Faktor sei.

Die IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz fordert, den handelspolitischen Kurs der Europäischen Union fortzusetzen und weitere Abkommen voranzutreiben. Gleichzeitig müssten regulatorische Belastungen im Binnenmarkt überprüft und reduziert werden, damit Freihandelsabkommen ihr Potenzial für die Wirtschaft entfalten können.