Nico Lautwein

Von Trier in die Europa League: Mateo Biondic steigert Marktwert um das 70-Fache

Trier/Brüssel (lau). Ex-Eintracht-Trier-Stürmer Mateo Biondic erlebt einen rasanten Aufstieg: Sein Marktwert stieg seit seinem Wechsel vor knapp einem Jahr nach Belgien von 100.000 auf sieben Millionen Euro.

Was für eine Entwicklung: Vor nicht mal einem Jahr lief Mateo Biondic noch für Eintracht Trier in der Regionalliga Südwest auf, inzwischen spielt der 23-jährige Deutsch-Kroate bei Royal Union Saint-Gilloise in Belgien und steht mit dem Hauptstadtklub in der Europa League. Nun hat der Stürmer den nächsten Meilenstein erreicht: Sein Marktwert stieg im aktuellen Update von Transfermarkt.de von zwei auf sieben Millionen Euro.

Damit hat sich der Marktwert des ehemaligen Trierers seit seinem Wechsel im Januar um das 70-Fache erhöht. Damals wurde Biondic noch mit 100.000 Euro bewertet. Im März waren es bereits 400.000 Euro, im Juni folgte erstmals ein siebenstelliger Marktwert von zwei Millionen Euro. Nun steht der Angreifer bei sieben Millionen Euro.

Drei Tore und vier Vorlagen in acht Spielen

Biondic hat sich diese Entwicklung mit starken Leistungen verdient. In der laufenden Saison kam er bislang in acht Partien zum Einsatz, erzielte drei Treffer und bereitete vier weitere vor. Zudem wurde er kürzlich zum „Jupiler Pro League Player of the Month“ für den September gewählt. Auch international konnte er bereits auf sich aufmerksam machen: Beim 3:0 gegen Viktoria Pilsen, Mitte September, erzielte der Ex-Trierer sein erstes Tor in der Europa League.

Der Brüsseler Stadtteilverein ist in der belgischen Jupiler Pro League bislang ungeschlagen und gehört erneut zum Kreis der Meisterschaftskandidaten. Transfermarkt-Marktwert-Admin Bart Tamsyn sieht Biondic dabei auf einem vielversprechenden Weg. Der Verein habe bereits mit Angreifern wie Deniz Undav, Victor Boniface und Franjo Ivanović bewiesen, dass er Stürmer entwickeln und anschließend für hohe Ablösesummen verkaufen könne. Biondic könne in deren Fußstapfen treten.

Vom Oberligaspieler zum Champions-League-Klub

Der Weg dorthin war bemerkenswert kurz. Biondic wechselte zur Saison 2023/24 zunächst auf Leihbasis vom Drittligisten SC Verl zu Eintracht Trier. In der ältesten Stadt Deutschlands spielte er zunächst in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, ehe er nach dem Regionalliga-Aufstieg im Sommer 2025 fest verpflichtet wurde. Nach insgesamt zweieinhalb Jahren an der Mosel und 68 Spielen, 20 Toren sowie 14 Vorlagen folgte im Januar 2026 der Wechsel ins Nachbarland.

Seine erste Saison in der vierthöchsten Spielklasse verlief zunächst durchwachsen. In der Hinrunde 2025/26 gelang dann der Durchbruch: Sieben Tore und fünf Vorlagen in 17 Spielen weckten das Interesse von Saint-Gilloise.

„Total surreal! Das Angebot kam in einer Phase, in der ich sportlich niemals damit gerechnet habe“, blickt Biondic auf den Transfer zurück. Für den Stürmer sei zunächst die Erleichterung über die Unterschrift gekommen, ehe ihm langsam bewusst geworden sei, was gerade passiert.

Saint-Gilloise zahlte 220.000 Euro für den Angreifer und machte ihn damit zum Rekordabgang von Eintracht Trier. Der Verein soll sich damals zudem eine Weiterverkaufsklausel und weitere Boni gesichert haben. Sollte Biondic seinen weiteren Weg bestätigen und eines Tages für eine entsprechend hohe Ablösesumme wechseln, könnte damit auch Trier erneut von seiner Entwicklung profitieren.

In Belgien musste sich der ehemalige Moselstädter zunächst an das deutlich höhere Niveau gewöhnen. Der Fußball sei körperbetonter und intensiver als in der Regionalliga, beschreibt er selbst.

Nach rund zwei Monaten stand er erstmals in der Startelf. Verletzungen bei anderen Offensivspielern halfen ihm dabei, schneller Verantwortung zu übernehmen. Zum Ende der regulären Saison etablierte sich Biondic zunehmend, in den Playoffs um die belgische Meisterschaft wurde er schließlich Stammspieler. Drei Tore und eine Vorlage steuerte er zum zweiten Platz bei. Zudem stand er beim Pokalsieg gegen den RSC Anderlecht in der Startelf.

„Viel mehr, als ich mir je hätte erträumen können“

„Gerade deshalb war das erste halbe Jahr viel mehr, als ich mir je hätte erträumen können“, sagt Biondic. Mit so viel Spielzeit habe er angesichts seiner Fitness und des Wechsels aus der Regionalliga nicht gerechnet. Besonders wichtig sei für ihn gewesen, sich von Spiel zu Spiel weiterzuentwickeln und zu spüren, was es bedeute, auf höchstem Niveau Fußball zu spielen.

Auch der Start in die neue Saison verlief zunächst nicht nach Wunsch. Biondic musste sich in den ersten Spielen hinten anstellen. Mit seiner Einwechslung gegen Zulte Waregem und dem anschließenden Startelfeinsatz gegen Anderlecht änderte sich seine Situation jedoch.

Seine Bilanz fällt deshalb positiv aus: „Was ich mitnehme: niemals aufgeben, egal unter welchen Umständen.“ Das Ergebnis dieser Entwicklung ist nicht nur die aktuelle Rolle bei einem belgischen Spitzenklub und der Sprung in die Europa League – sondern auch ein Marktwert von sieben Millionen Euro.

Für Eintracht Trier ist die Geschichte damit ebenfalls eine besondere: Der ehemalige Oberligaspieler entwickelte sich innerhalb von zweieinhalb Jahren vom Talent aus der Regionalliga zu einem Millionenmann auf internationaler Bühne. Und sollte der belgische Hauptstadtklub mit Biondic eines Tages erneut einen großen Transfererlös erzielen, könnte davon möglicherweise auch sein ehemaliger Klub profitieren.

Quelle: Transfermarkt.de