

Mit einem Festakt ist das Wechselwerk an der Tufa am Sonntagabend eröffnet worden. Die knapp 400 Gäste bekamen dabei einen Vorgeschmack auf das vielfältige Kulturprogramm, das den neuen Saal künftig mit Leben füllen soll. Schauspiel, Tanz und Musical standen ebenso auf dem Programm wie eine Uraufführung und gemeinsames Singen.
Die Gruppen der freien Szene und das Theater Trier zeigten Ausschnitte aus ihrem Programm. Für Stimmung sorgten unter anderem die inklusive Band „Alpina weiss Bescheid“ und Julia Reidenbach, die gemeinsam mit einem Chor den Guns-n’-Roses-Hit „Sweet Child O’ Mine“ anstimmte.
Ein Höhepunkt war die Uraufführung der Komposition „Entrée en métamorphose“ des in Trier geborenen Komponisten Christian Jost. Die Streicher des Philharmonischen Orchesters der Stadt Trier führten das eigens für den Festakt geschriebene Stück auf. Durch das Programm führten Tufa-Vereinsvorsitzende Hannah Swoboda und Giovanni Rupp vom Theater Trier.
Unter den Gästen waren Ministerpräsident Gordon Schnieder, seine Amtsvorgängerin Malu Dreyer, Kulturminister Sven Teuber und Oberbürgermeister Wolfram Leibe.
Das Wechselwerk wurde in rund zweieinhalb Jahren Bauzeit errichtet. Es bietet 388 Sitz- oder 600 Stehplätze. Während der Sanierung des Theaters am Augustinerhof dient es als Ausweichspielstätte. Ab dem 31. Dezember wird der Spielbetrieb im Hauptgebäude des Theaters für die anstehende Sanierung eingestellt.
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 17 Millionen Euro. Davon entfallen 13,3 Millionen Euro auf den Neubau, 2,8 Millionen Euro auf vorgezogene Maßnahmen zur Sanierung des Tufa-Bestands und gut 900.000 Euro auf Planungen für die spätere Sanierung des alten Tufa-Gebäudes. Das Land Rheinland-Pfalz fördert den Neubau mit rund 7,45 Millionen Euro.
An der Umsetzung waren rund 50 Gewerke beteiligt. 80 Prozent der Aufträge gingen an Unternehmen aus einem Umkreis von 100 Kilometern. Verbaut wurden unter anderem 75 Kilometer Kabel, acht Kilometer Rohre und fast 1300 Kubikmeter Beton. Eine Wärmepumpe, eine Photovoltaikanlage sowie begrünte Dächer und Fassaden gehören zur Ausstattung.
Für die Tufa ist das Wechselwerk auch eine Perspektive für die Zeit nach der Theatersanierung. Die fast 40 Vereine und Gruppen des Kulturzentrums benötigen mehr Platz. Der neue Saal soll ihnen künftig größere Produktionen und Gastspiele ermöglichen, die im Altbau bislang nicht möglich sind.
Tufa-Leiterin Jana Schröder bezeichnete die Eröffnung als Meilenstein und die Erfüllung eines lang gehegten Traums. Auch Kulturdezernent Markus Nöhl hob den Nutzen für beide Seiten hervor: Die Übergangslösung für das Theater sei zu einem Gewinn für die gesamte städtische Kulturlandschaft geworden.
Oberbürgermeister Wolfram Leibe dankte dem Land für die finanzielle Unterstützung und den Stadtwerken für die gemeinsame Steuerung des Projekts. Ministerpräsident Gordon Schnieder betonte, dass Kultur Begegnungen ermögliche, neue Perspektiven eröffne und den Zusammenhalt stärke.
Der Spielbetrieb im Wechselwerk hat bereits begonnen: Aktuell läuft dort die Schauspielproduktion „Wir sind noch einmal davongekommen“. In den kommenden Jahren sollen weitere Aufführungen folgen. Nach Abschluss der Theatersanierung wird das Gebäude dauerhaft der Tufa und der freien Kulturszene zur Verfügung stehen.



