Wenn Kinder nicht gut schlafen: Das Schlaflabor im Mutterhaus sucht nach den Ursachen
Zum Tag des Schlafes am 21. Juni rückt die Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Mutterhaus die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit schlafbezogenen Atemstörungen in den Fokus. Einen Schwerpunkt bildet hierbei die Untersuchung im Schlaflabor, in dem Risikofaktoren frühzeitig erkannt werden sollen. In Deutschland wurden rund 67.200 Menschen im Jahr 2024 wegen Schlafstörungen stationär im Krankenhaus behandelt. Wie das Statistische Bundesamt in dieser Woche mitteilte, ist die Zahl der stationären Klinikaufenthalte aufgrund von Schlafstörungen binnen 20 Jahren um 59 Prozent gesunken.
Frühe Diagnose für eine gesunde Entwicklung
„Gerade Kinder mit chronischen Erkrankungen des Nervensystems, der Muskeln und der Atmungsorgane sind durch schlafbezogene Atemstörungen oft in ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt und in ihrer Entwicklung gefährdet“, erklärt der Spezialist für neurologische Erkrankungen im Kinder- und Jugendalter, Oberarzt Dr. med. Markus Greßnich von der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin. „Ziel ist es, solche Störungen möglichst früh zu diagnostizieren und gezielt zu behandeln.“
Die Abteilung behandelt akute und chronische Erkrankungen auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Leitlinien. „Wir betrachten jedes Kind in seinem familiären Kontext und stimmen Diagnostik und Therapie individuell ab“, sagt PD Dr. med. Wolfgang Thomas. Er ist Chefarzt der Abteilung.
Untersuchung im möglichst natürlichen Schlaf
Im Schlaflabor werden Kinder und Jugendliche aller Altersstufen untersucht, häufig Säuglinge und chronisch kranke Kinder. Die jungen Patienten schlafen in einem normalen Bett im Beisein einer Begleitperson ein. „Wir schaffen eine möglichst natürliche Schlafsituation und überwachen gleichzeitig alle relevanten Körperfunktionen“, erklärt Fachärztin Svea Spang, die unter anderem die Untersuchungen plant und auswertet.
Vor dem Einschlafen werden Messfühler angebracht, die unter anderem Atmung, Herzaktivität, Hirnströme, Sauerstoffgehalt im Blut, Augen- und Beinbewegungen registrieren. Hinzu kommen Videoaufzeichnungen per Infrarotkamera.
Zu den Gründen für eine Überweisung ins Schlaflabor zählen unter anderem schlafbezogene Atmungsstörungen wie Schnarchen oder Atemaussetzer, neuromuskuläre oder syndromale Erkrankungen, vermehrte Tagesmüdigkeit, unklare Zyanose-Attacken sowie bestimmte Formen von Ein- und Durchschlafstörungen. Auch nach lebensbedrohlichen Ereignissen ohne klare Ursache kann eine Untersuchung ratsam sein.
Der Weg ins Schlaflabor erfolgt über den niedergelassenen Kinderarzt und eine Vorbesprechung in der neuropädiatrischen Ambulanz. Nach notwendigen Voruntersuchungen werden die Kinder in der Regel für mindestens eine Nacht stationär aufgenommen. Die Befunde werden anschließend ambulant oder telefonisch besprochen.

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