Nico Lautwein

Zukunft des Viehmarkts: Trier diskutiert über neue Gestaltung

Trier. Wie soll der Viehmarktplatz künftig aussehen? Die Stadt hat drei mögliche Konzepte vorgestellt und bittet nun die Bürger um ihre Meinung.

Der Viehmarktplatz zählt zu den zentralen Plätzen in der Trierer Innenstadt. Dennoch wird er im Jahresverlauf nur zeitweise genutzt und gilt zugleich als Hitzehotspot. In den vergangenen Jahren gab es daher aus der Bürgerschaft und aus der Politik immer wieder Vorschläge, den Platz aufzuwerten.

Der Stadtrat beauftragte die Stadtverwaltung im Frühjahr 2025 damit, ein Nutzungs- und Gestaltungskonzept zu entwickeln. Ziel ist es, den Viehmarkt stärker zu begrünen, die Aufenthaltsqualität zu verbessern und den Platz insgesamt attraktiver zu gestalten.

Das Innenstadtmanagement unter der Federführung von Dezernent Ralf Britten beauftragte dafür das Planungsbüro over and odd aus Mannheim. Dieses entwickelte drei unterschiedliche Entwürfe mit verschiedenen Szenarien und Nutzungsmöglichkeiten.

Workshops mit vielen Beteiligten

Im Vorfeld setzte sich das Planungsbüro in vier Workshops mit den Bedürfnissen verschiedener Nutzergruppen auseinander. Beteiligt waren unter anderem Mitarbeitende der Stadtverwaltung, Vertreter der Trier Tourismus und Marketing GmbH, der City-Initiative Trier, Marktbeschicker, Gastronomen sowie Vertreter der Messeveranstalter.

Die Untersuchung und Ausarbeitung wurden zu 90 Prozent über das Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ finanziert.

Drei Szenarien für den Viehmarktplatz

Innenstadtdezernent Ralf Britten stellte nun die Ergebnisse vor. „Ist der Viehmarkt sinnvoll genutzt? Was wollen wir für den Platz und was können wir uns dafür vorstellen?“, fasste er die zentralen Fragen zusammen.

Die drei entwickelten Szenarien unterscheiden sich deutlich in ihren Schwerpunkten.

Minimal-Szenario: Kleine Veränderungen

Im sogenannten Minimal-Szenario sind nur wenige Eingriffe vorgesehen. Der Platz bliebe weiterhin uneingeschränkt für Wochenmarkt und Messen nutzbar.

Vorgesehen sind vor allem kleinere Maßnahmen wie zusätzliche mobile Sitz- und Begrünungselemente sowie eine Neuordnung des vorhandenen Mobiliars. Ergänzend könnten ein öffentlicher Bücherschrank oder eine Tischtennisplatte entstehen, um neue Nutzungsmöglichkeiten zu schaffen.

Klima-Szenario: Mehr Grün und Wasser

Im Klima-Szenario steht die Anpassung an steigende Temperaturen im Mittelpunkt. Größere Begrünungselemente, Wasserspiele und zusätzliche schattige Bereiche sollen den Platz deutlich aufwerten.

Der Wochenmarkt könnte weiterhin stattfinden, Messen jedoch nur eingeschränkt oder gar nicht mehr. Ergänzt werden soll das Konzept durch neue Freizeitangebote wie eine Boulebahn und eine Neuordnung der Gastronomieflächen.

Freizeit-Szenario: Platz für Kultur und Aktivitäten

Das dritte Konzept ist das Freizeit-Szenario. Hier liegt der Schwerpunkt auf Kultur, Freizeit und Begegnung.

Der Wochenmarkt bleibt erhalten, Messen wären jedoch in ihrer bisherigen Form nicht mehr möglich. Im Mittelpunkt steht eine neu gestaltete Aktionsfläche für Veranstaltungen. Ergänzt wird sie durch eine Litfaßsäule zur Bewerbung von Veranstaltungen, größere Spielelemente sowie zusätzliche Begrünung und neu geordnete Gastronomieflächen.

Bürger können mitentscheiden

Britten betonte, dass die Szenarien als Vorschläge zu verstehen seien. Einzelne Elemente könnten auch kombiniert oder angepasst werden.

Bevor sich die politischen Gremien mit den Entwürfen beschäftigen, möchte die Stadt ein Stimmungsbild der Bürgerinnen und Bürger einholen. Auf der Beteiligungsplattform https://mitgestalten.trier.de/umnutzung-viehmarktplatz können Interessierte bis zum 3. April über ihr favorisiertes Szenario abstimmen.

Quelle Stadt Trier