Claudia Neumann

Trier schafft KombiTicket ab

Trier. Wer künftig mit Bus und Bahn ins Konzert oder Theater fährt, muss extra zahlen: Die Stadt Trier verlängert den KombiTicket-Vertrag mit dem Verkehrsverbund Region Trier nicht.

Bei einer Pressekonferenz im August 2021 stellten Manfred Langner (Theater), Norbert Käthler (Trier Tourismus und Marketing GmbH), Barbara Schwarz (VRT-Geschäftsführerin), Herbert Müller (Theater), Elvira Garbes (Kulturdezernat Trier), Jana Schröder (TuFa), Andreas Ludwig (VRT-Verbandsvorsteher) und Arnd Landwehr (Messegesellschaft) das neue städtische VRT-KombiTicket vor, welches ab September 2021 galt.

Bei einer Pressekonferenz im August 2021 stellten Manfred Langner (Theater), Norbert Käthler (Trier Tourismus und Marketing GmbH), Barbara Schwarz (VRT-Geschäftsführerin), Herbert Müller (Theater), Elvira Garbes (Kulturdezernat Trier), Jana Schröder (TuFa), Andreas Ludwig (VRT-Verbandsvorsteher) und Arnd Landwehr (Messegesellschaft) das neue städtische VRT-KombiTicket vor, welches ab September 2021 galt.

Bild: Archiv VRT

Seit 2021 konnten Besucher von Veranstaltungen in der Arena, der Europahalle, der Tuchfabrik und weiteren städtischen Kultureinrichtungen ihr Veranstaltungsticket automatisch als Fahrschein im gesamten VRT-Verbundgebiet nutzen. Damit ist bald Schluss: Stadtvorstand und Dezernatsausschuss haben einer Verlängerung des KombiTicket-Vertrags nicht zugestimmt.

Ein Ticket für Bus, Bahn und Bühne — für 65 Cent

Das Modell war einfach: Pro Veranstaltungsticket zahlten die Kultureinrichtungen 65 Cent an den VRT — Kosten, die meist auf den Eintrittspreis umgelegt wurden. Laut einer Erhebung der Universität Trier nutzten 2025 rund 8,5 Prozent der Besucher, die vom Angebot wussten, das KombiTicket. Der VRT hatte den Preis trotz allgemeiner Tariferhöhungen stabil gehalten — der eigentliche Wert läge inzwischen bei 75 Cent.

VRT: Rückschritt für Klimaschutz und Fahrgäste

Der Verkehrsverbund bedauert die Entscheidung deutlich. Das KombiTicket sei ein bewährtes Instrument, um auch Menschen, die sonst nie Bus fahren, für den ÖPNV zu gewinnen — gerade angesichts der Verkehrs- und Parkprobleme in Trier. Einzelne Kultureinrichtungen können künftig individuelle KombiTicket-Verträge mit dem VRT abschließen. Alle Infos dazu unter www.vrt-info.de/freizeit/kombiticket.

Stadt Trier: Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen

Die Stadt Trier begründet die Entscheidung in einer eigenen Mitteilung mit ernüchternden Zahlen: Laut der Uni-Studie, an der knapp 1.400 Besucher teilnahmen, reisten 75 Prozent der Veranstaltungsbesucher mit dem Auto an — nur 3 Prozent nutzten das KombiTicket tatsächlich für ihre Anreise. 2025 zahlten die beteiligten Einrichtungen für rund 357.000 ausgegebene Tickets insgesamt mehr als 232.000 Euro an den VRT. Angesichts der angespannten Haushaltslage und gescheiterter Nachverhandlungen mit dem VRT sieht die Verwaltung kein angemessenes Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Die Entscheidung ist noch nicht endgültig: Der Stadtrat soll im Mai darüber abstimmen, das Ticket läuft Ende Juni aus. Kulturdezernent Markus Nöhl betonte: „Unser Ziel ist es weiterhin, klimafreundliche Anreisen zu Kulturveranstaltungen zu fördern – aber mit einem Modell, das tatsächlich Wirkung zeigt." Die Verwaltung soll deshalb alternative Modelle prüfen.