Nico Lautwein

Gladiators Trier schlagen Ulm und verabschieden eine Vereinslegende

Trier. Die Moselstädter gewinnen ihr erstes Pflichtspiel 2026 gegen den Vizemeister aus Ulm mit 100:89 – und verabschieden Vereinslegende Axel „Aggy“ Mock bei seinem 1.111. Pflichtspiel.

Die Gladiators Trier haben am gestrigen Sonntagnachmittag ihr erstes Pflichtspiel des Jahres 2026 gewonnen. Vor 5.400 Zuschauern in der ausverkauften SWT-Arena setzte sich das Team mit 100:89 gegen den deutschen Vizemeister ratiopharm Ulm durch. Der Erfolg war sportlich von Bedeutung, stand jedoch ebenso im Zeichen eines besonderen Abschieds: Axel „Aggy“ Mock absolvierte sein 1.111. und letztes Pflichtspiel im Trierer Basketball.
Es war ein Duell zweier direkter Tabellennachbarn. Trier startete als Fünfter in den Spieltag, Ulm als Vierter. Mit dem Sieg zogen die Gladiatoren in der Tabelle an den Ulmern vorbei.

Früher Rückstand nach Ulmer Blitzstart

Die Partie begann mit Vorteilen für die Gäste. Ulm eröffnete das Spiel mit einem 7:0-Lauf, angeführt von Malik Osborne, Justin Simon und Tobias Jensen. Trier tat sich in den ersten Minuten schwer, fand aber nach und nach seinen Rhythmus. Nolan Adekunle erzielte die ersten Punkte der Gastgeber von jenseits der Dreierlinie.
Ulm hielt zunächst die Kontrolle und führte zwischenzeitlich mit neun Punkten. Erst in der Schlussphase des ersten Viertels stabilisierte sich die Defensive der Gladiatoren. Steven Ashworth und Jordan Roland verkürzten den Rückstand, dennoch ging Ulm mit einer 23:20-Führung in die erste Viertelpause.

Zweites Viertel bringt die Wende

Im zweiten Abschnitt änderte sich das Spielgeschehen deutlich. Trier erhöhte den defensiven Druck und fand bessere Lösungen im Angriff. Marten Linßen, Clay Guillozet und Nolan Adekunle sorgten für den Ausgleich, ehe Adekunle die erste Trierer Führung erzielte.
Die Gladiatoren dominierten nun das Spiel. Mehrere Ballgewinne und eine bessere Reboundarbeit führten zu einfachen Punkten. Dreier von Roland und Adekunle sowie konsequente Abschlüsse von Maik Zirbes unter dem Korb ließen den Vorsprung anwachsen. Zur Halbzeit führte Trier mit 49:37, obwohl Ulm mit der Schlusssirene noch einmal verkürzte.

Kontrolle nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel knüpften die Gladiatoren an ihre Leistung an. Jordan Roland traf früh von außen, Ashworth übernahm zunehmend die Spielorganisation. Ulm versuchte, mit Einzelaktionen von Christopher Ledlum und Mark Smith zurückzukommen, fand jedoch kaum Zugriff auf das Trierer Spiel.
Steven Ashworth zeigte in seinem ersten Spiel im Gladiators-Trikot, warum er verpflichtet wurde. Er strukturierte den Angriff, verteilte den Ball und traf selbst mehrere Dreier. Trier baute den Vorsprung zeitweise auf 19 Punkte aus. Mit einem Stand von 75:63 ging es in den Schlussabschnitt.

Ulmer Aufbäumen, Trier bleibt stabil

Im letzten Viertel startete Ulm eine Aufholjagd. Tobias Jensen traf zwei Dreier in kurzer Folge und brachte sein Team wieder in Reichweite. Trier reagierte ruhig. Marten Linßen und Maik Zirbes sorgten im Frontcourt für Punkte, Marco Hollersbacher traf einen wichtigen Distanzwurf.
In den letzten Minuten behielten die Gladiatoren die Kontrolle. Jordan Roland traf aus der Mitteldistanz, Adekunle setzte kurz vor Spielende den letzten Akzent mit einem Dreier zum 100:89-Endstand. Die Halle reagierte mit langanhaltendem Applaus.

Zahlen, Daten und Leistungen

Nolan Adekunle und Jordan Roland waren mit jeweils 19 Punkten die besten Werfer der Trierer. Steven Ashworth kam in seinem Debüt auf 16 Punkte und neun Assists. Marco Hollersbacher erzielte 13 Punkte ohne Fehlwurf, Maik Zirbes ebenfalls 13 Zähler. Marten Linßen steuerte wichtige Minuten und Punkte bei.
Auf Ulmer Seite war Christopher Ledlum mit 21 Punkten erfolgreichster Scorer. Tobias Jensen erzielte 20 Punkte und sammelte elf Rebounds, Mark Smith kam ebenfalls auf 20 Punkte.
Die Schiedsrichter der Partie waren Christof Madinger, Nermin Hodzic, Nicolas Brendel und Horst Molitor.

Bedeutung für die Tabelle

Mit dem Heimsieg verbesserten sich die Gladiators Trier in der Tabelle der BBL auf den dritten Platz. Die Bilanz steht nun bei neun Siegen und fünf Niederlagen. Ulm rutschte mit nun acht Siegen und sechs Niederlagen auf Rang sieben ab. Für Trier war es zudem das Ende einer Serie von drei Niederlagen.

Debüt von Steven Ashworth

Das Spiel gegen Ulm war zugleich der erste Einsatz von Steven Ashworth für die Gladiatoren. Der 25-jährige Point Guard wechselte kurz zuvor aus der G-League von den Noblesville Boom nach Trier. Ashworth spielte zuletzt im System der Indiana Pacers und kam dort in 14 Spielen auf durchschnittlich 12,1 Punkte und 6,4 Assists.
Ashworth hatte seine College-Laufbahn an der Utah State University begonnen und später an der Creighton University fortgesetzt. Nach der NBA Draft 2025 führte ihn sein Weg erstmals nach Europa. In Trier unterschrieb er einen Vertrag bis Saisonende mit Option auf Verlängerung. Sein Debüt gegen Ulm verlief ohne längere Eingewöhnungszeit und brachte dem Team zusätzliche Stabilität auf der Aufbauposition.

Abschied von Axel „Aggy“ Mock

Neben dem sportlichen Erfolg stand der Nachmittag im Zeichen von Axel „Aggy“ Mock. Der langjährige Masseur absolvierte sein 1.111. Pflichtspiel im Trierer Basketball und verabschiedete sich nach mehreren Jahrzehnten aus dem aktiven Vereinsalltag.
Mock ist seit Mitte der 1980er Jahre Teil des Trierer Basketballs und begleitete Generationen von Spielern, Trainern und Funktionären. Vor dem Spiel und nach der Schlusssirene wurde er von den Fans mit einer Choreografie geehrt. Auch ehemalige Weggefährten meldeten sich per Videobotschaft.
Im Anschluss an das Spiel überreichten die Gladiatoren eine Dauerkarte auf Lebenszeit. Auch Oberbürgermeister Wolfram Leibe ehrte „Aggy“ und schenkte ihm einen Baum, der ebenso groß ist wie der Oberbürgermeister selbst. Zudem wurde in der SWT-Arena mit „Aggys Ecke“ ein dauerhafter Ort der Erinnerung geschaffen. Mock selbst verabschiedete sich mit wenigen Worten vom Publikum: „Der Mock hat seine Schuld getan, deshalb geht er jetzt“, begleitet von stehenden Ovationen.

Ausblick auf die kommenden Aufgaben

Für die Moselstädter geht es am kommenden Wochenende mit einem Auswärtsspiel bei den Veolia Towers Hamburg weiter. Ulm empfängt zeitgleich die Basketball Löwen Braunschweig.

Text: Kevin Schößler

Die Viertel: 20:23 | 29:14 | 26:26 | 25:26

Jacques Schneider (Headcoach VET-CONCEPT Gladiators): „Es war ein großartiger Abend für den Trierer Basketball. Unser „Aggy“ wurde heute gebührend verabschiedet und ist zu einer Vereinslegende geworden. Ich glaube, dass wir ihm heute einen schönen Abend bescheren konnte, der seinem Einsatz würdig ist. Anfangs hatten wir leichte Probleme ins Spiel zu kommen, haben uns aber über unsere gute Defensive ins Spiel gekämpft und einen komfortablen Vorsprung zur Pause erspielt. Wir haben es geschafft, das Tempo durchweg zu kontrollieren und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Am Ende bleiben wir souverän und erkämpfen uns gegen den Vizemeister aus Ulm einen hochverdienten Heimsieg für Aggy“. 

Für Trier spielten: Steven Ashworth (16 Punkte), Dexter Akanno (4), Clayton Guillozet (6), Marco Hollersbacher (13), Marten Linßen (10), Jordan Roland (19), Urald King (0), Evans Rapieque (0), Nolan Adekunle (19), JJ Mann (DNP) und Maik Zirbes (13).

Beste Werfer ratiopharm Ulm: Chris Ledlum (21 Punkte), Mark Smith und Tobias Jensen (jeweils 20).

Quelle: Gladiators Trier

 


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