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Aufbruchsstimmung bei Eintracht Trier

Neuer Vorstand, neuer Beirat und ein Schuldenschnitt

Trier. Der SV Eintracht Trier hat am vergangenen Montag die Weichen für die Zukunft neu gestellt. Bei der jährlichen Mitgliederversammlung kamen 146 (145 im Vorjahr) stimmberechtigte Mitglieder in die Orangerie des Nells Park Hotel in Trier. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr verlief die Versammlung deutlich harmonischer. Nur der Antrag von Pascal Berens, einen Paragraphen zur Regelung einer potentiellen Ausgliederung in die Satzung aufzunehmen, wurde rege diskutiert und schließlich aufgrund von Unstimmigkeiten in der Formulierung, knapp abgelehnt.

Mit großer Zustimmung wählten die Mitglieder mit Roman Gottschalk, Dieter Friedrich, Horst Brand und Helmut Meeth einen neuen Vorstand. Das Quartett erhält einen Vertrauensvorschuß, den es nun rechtfertigen muss. Der 72-jährige Horst Brand, der schon einmal mit Eintracht Trier aufgestiegen ist, soll die Position des sportlichen Vorstandes ausführen. "Es gilt nun neue Wege zu gehen. Darüber hinaus freue ich mich über die Zusammenarbeit mit Frank Meeth, der bei seinem ehemaligen Verein bereits gute Arbeit geleistet hat", sagte Brand. Auch der achtköpfige Beirat wurde mit einer deutlichen Mehrheit gewählt. Alfons Jochem, Frank König, Frank Natus, Georg Schmidt, Christoph Schnorpfeil, Simone Schuler, Theo Thonet und Ernst Wilhelmi sollen in Zukunft den Vorstand beraten und für die Interessen der Mitglieder einstehen.

Schuldenschnitt dank Verzicht vieler Gläubiger

Auch die Vergangenheit wurde nochmal aufgearbeitet. "Der Verein befindet sich derzeit in einer chronisch kranken Phase. Auch die Außendarstellung ist katastrophal", sagte Alfons Jochem, Versammlungsleiter der Jahreshauptversammlung. Seit den vergangenen zwei Spielzeiten haben sich die Verbindlichkeiten und Schulden im Verein von 1.939.267,65 Euro auf 2.301.938 Euro vermehrt. Damit ist nun Schluss. Seit dem 1. Juli ist der Verein durch einen Schuldenverzicht von mehr als 1,5 Millionen Euro sowie einen Rangrücktritt von mehr als einer halben Millionen Euro kaum mehr belastet. "Der Rangrücktritt bedeutet, dass diese Summe zu 30 Prozent an die Gläubiger zurückgezahlt wird, wenn Eintracht Trier Gewinne erzielt", sagt Dieter Friedrich, Vorstand für Finanzen. Nur zwei Darlehen in Höhe von rund 130.000 Euro schlagen derzeit noch zu Buche. Ein großer Schritt für den chronisch klammen Traditionsverein aus der ältesten Stadt Deutschlands.

Der Blick geht in die Zukunft

Für die kommende Oberligasaison plant der SVE mit 800 Zuschauern im Schnitt. Die Personalkosten für Spieler, Trainer und BG-Beiträge sollen sich auf mehr als 666.000 Euro belaufen. Insgesamt ist geplant, dass der Verein eine ausgeglichene Bilanz mit Ablauf der Saison vorlegen kann. Den geplanten Einnahmen von 840.608 Euro stehen Ausgaben von 839.630 Euro gegenüber. Der aktuelle Vorstand wurde zudem mit großer Zustimmung entlastet.

Jugendarbeit ein wichtiger Pfeiler des Vereins

"Wir geben 170.000 Euro für die Jugendarbeit in unserem Verein aus. Ich kenne kaum eine gemeinnützige Organisation, die dies in solch einem Maße tut. Zudem hat sich ein Sponsor bereit erklärt, 30.000 Euro für den Jugendbereich in der kommenden Saison zur Verfügung zu stellen", sagte Roman Gottschalk. Von der U10 bis zur U19 werden derzeit mehr als 200 Kinder und Jugendliche von Eintracht Trier ausgebildet – nicht nur im fußballerischen, sondern auch im menschlichen Bereich. Ziel sei es zudem, die besten Spieler der Region weiterhin zu binden und durch einen attraktiven Fußball mehr Fans ins Moselstadion zu locken. "Natürlich möchten wir schnellstmöglich auch wieder höherklassig spielen", betonte Gottschalk.

Arbeitsgruppe sorgt für attraktive Konditionen

Christoph Selbach-Schneider und Dirk Zeimet warben mit mehreren Vorschlägen für bessere Konditionen der Mitglieder. Bei den Stimmberechtigten im Saal fanden diese Vorschläge eine breite Zustimmung. Neben einer Beitragssenkung für Mitglieder wurden die veralteten Zahlungsmodalitäten dank einer Satzungsänderung angepasst.

KR

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