"Dann ist mir um die Zukunft des Karnevals nicht bange"

ATK-Präsident Andreas Peters im Interview

Trier. Zur Karnevalseröffnung am 11.11. auf dem Kornmarkt spricht ATK-Präsident Andreas Peters über die organisatorischen Herausforderungen des Straßenkarnevals und das Wiederaufleben einer alten Tradition.

"Die Welt steht Kopf" ist nicht nur der Titel der großen Sonderausstellung im Trierer Stadtmuseum zur Kulturgeschichte des Karnevals, sondern auch das Motto der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karnevals (ATK) für die neue Session. "Die beginnt traditionell am 11.11., ab 10 Uhr mit unserem Umzug durch die Innenstadt von der Porta Nigra zum Kornmarkt und der anschließenden Karnevalseröffnungsparty ab 11.11 Uhr mit bunten Programm und Live-Musik unter anderem mit der Leiendecker Bloas", freut sich ATK-Präsident Andreas Peters auf die bevorstehende Session.

Rückkehr zur alten Tradition

Auch das kommende Trierer Stadtprinzenpaar Harald Junkes und Marion Silano, das traditionell auf der ATK-Gala am 11. Januar in der Europahalle inthronisiert wird, wird sich dort erstmals dem närrischen Volk vorstellen. Neu auf dem Programm steht die "offizielle" Exthronisierung des Prinzenpaares der vergangenen Session Prinzessin Marie-Claire I. und Prinz Pierrot I. Rückkehr zur alten Tradition "Mit der Rückkehr zu dieser alten Tradition der Exthronisation am 11.11. wollen wir dem aus dem Amt scheidenden Prinzenpaar die Möglichkeit geben, sich gebührend bei allen Karnevalsfreunden zu verabschieden und noch einmal ausgelassen mit allen zu feiern", verspricht sich Peters mehr Aufmerksamkeit für die Hauptdarsteller des Trierer Karnevals der vergangenen Session.

Ohne Sponsoren und Helfer geht es nicht

Mehr Aufmerksamkeit und Verständnis für die aktuellen Sorgen der Karnevalisten wünschen sich die Organisatoren des Straßenkarnevals natürlich auch. Ohne Sponsoren und Helfer geht es nicht "Es wird für uns immer schwieriger alle offiziellen Anforderungen zu erfüllen, die für die Durchführung des Straßenkarnevals mit seinen Veranstaltungen am 11.11, an Weiberfastnacht und Rosenmontag notwendig sind. Die Kosten für alle organisatorischen Aufwendungen wie Absperrungen, Bereitstellung von Toilettenwagen und Sanitätsdiensten, Security, Gema-Gebühren und Vielem mehr haben sich in den vergangenen knapp zehn Jahren mehr als verdreifacht und beziffern sich mittlerweile auf über 35.000 Euro. Ohne Sponsoren und die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer ginge da gar nichts mehr!", weiß Peters um die Wichtigkeit eines großen Netzwerkes an Unterstützern.

Winterferien verursachen Sorgenfalten

Doch auch das ist in Gefahr: "Durch die eingeführten Schul- Winterferien, die in 2020 vom 17. bis 21. Februar über Karneval terminiert sind, verreisen immer mehr Familien über dir tollen Tage in Urlaub. So fehlen gerade an den wichtigsten Terminen des Straßenkarnevals in der Session in vielen Vereinen zahlreiche Helfer oder auch Aktive und die organisatorische Verantwortung muss von immer weniger Schultern getragen werden, das kann auf Dauer nicht funktionieren", appelliert Peters auch hier an ein Umdenken der Verantwortlichen. Doch der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval sieht vor allem die positiven Seiten der Entwicklung der vergangenen Jahre. "Generell ist es uns gelungen, zahlreiche Veranstaltungen fest im Trierer Veranstaltungskalender zu verankern und sie für immer mehr Publikum attraktiver zu machen, daran müssen wir weiter gemeinsam arbeiten. Dann ist mir um die Zukunft des Karnevals in Trier nicht bange", so Peters abschließend.

Sonderausstellung "Die Welt steht Kopf"

Die Ausstellung "Die Welt steht Kopf", die vom 10. November bis Aschermittwoch, 26. Februar im Stadtmuseum Simeonstift präsentiert wird, behandelt die Kulturgeschichte des Karnevals von den Anfängen im Mittelalter bis heute. Dabei steht der rheinische Karneval, insbesondere die Geschichte des Trierer Karnevals, im Zentrum der Ausstellung. Die Gründung des ersten Trierer Karnevalsvereins fällt ins Jahr der Revolution von 1848. Vorher kannte man den Karneval in Trier nur in Form von Maskenbällen und Umzügen. In Mainz und Köln gab es schon länger Vereine, die sich dem närrischen Treiben widmeten und dabei Kritik an den herrschenden gesellschaftlichen und politischen Zuständen übten. Diesem Beispiel folgte die Karnevalsgesellschaft Heuschreck am 30. Januar 1848. Heute sind unter dem Dach der "Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval" (ATK) 17 verschiedene Vereine zusammengeschlossen. Die Ausstellung wird am 10. November um 11.11 Uhr eröffnet und läuft bis 26. Februar 2020 (Aschermittwoch). Zur Ausstellungseröffnung ist der Eintritt von 11 bis 13 Uhr frei, anschließend ist die Ausstellung zum regulären Eintritt von 5,50 Euro (ermäßigt 4 Euro) bis 17 Uhr geöffnet.

Die wichtigsten Karnevalstermine

  • 11.11. 2019: Karnevalseröffnung auf dem Trierer Kornmarkt
  • 11. Januar 2020: ATK- Gala in der Europahalle mit Inthronisierung des Trierer Stadtprinzenpaares Harald III. und Marion II. sowie der 27. Verleihung des Kaiser-Augustus-Ordens
  • 13. Februar 2020: Großer Wochenspiegel-Prinzenempfang in der Europahalle
  • 20. Februar 2020: Weiberdonnerstag mit Prinzenproklamation auf dem Hauptmarkt
  • 24. Februar 2020: Rosenmontag, großer Rosenmontagszug durch die Straßen der Trierer Innenstadt
    26. Februar 2020: Aschermittwoch

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