Eintracht dreht Partie gegen Hertha Wiesbaden

Trier. Eintracht Trier hat auch das zweite Heimspiel im neuen Jahr gewonnen: Die vorgezogene Partie des 30. Spieltages gegen Hertha Wiesbach gewannen die Blau-Schwarz-Weißen trotz zwischenzeitlichem 0:1-Rückstand am Ende mit 3:1 (1:1). Christoph Anton erzielte zwei Treffer, Ömer Kahyaoglu sorgte Mitte der zweiten Halbzeit für den vielumjubelten 2:1-Führungstreffer. Durch den dritten Heimerfolg in Serie überflügelt die Eintracht den Gast in der Tabelle und springt vorerst auf Rang 8.

"Never change a winning Team" – der berühmte Ausspruch von Sir Alf Ramsey war wohl der Gedanke, den auch Cheftrainer Josef Cinar bei der Kaderplanung der Partie übernahm. Und so kam es, wie es kommen musste: Es gab keine Veränderung in der Startelf im Vergleich zum erfolgreichen Heimauftakt ins neue Jahr am vergangenen Wochenende. Doch im Gegensatz zum 3:1-Erfolg gegen Schott Mainz brauchte diese Partie etwas, um sich zu entwickeln. Die Eintracht war zwar optisch in den ersten Minuten Herr im Mittelfeld – wieder mit einigen gelungen Ballgewinnen, die auch schon in der vergangenen Woche den Schlüssel zum Erfolg darstellen sollten – jedoch trotz zumindest statistischer Überlegenheit (3:0 Ecken in dieser Phase) ohne wirklich nennenswerte Toraktionen in der Anfangsphase. Ähnlich die Gäste aus Wiesbach: Spätestens vor der Abwehrreihe des SVE war für die Mannen um das gefährliche Trio Mpassi – Runco – Diallo Endstation, sodass sich im Wesentlichen eine Partie entwickelte, die sich im Mittelfeld abspielte.

Wieszolek hält Eintracht im Spiel

Aber dann der Schock: Auf der linken Angriffsseite der Gäste war plötzlich Giovanni Runco frei, dessen Torabschluss zur Vorlage für Djibrill Ameo Diallo geriet, der nur noch den Fuß hinhalten musste und somit zum 0:1 für die Gäste aus dem Saarland traf. Gleich mit ihrem ersten Vorstoß in den Strafraum der Blau-Schwarz-Weißen war die Hertha also erfolgreich gewesen (26.). Die Gäste waren nun besser im Spiel und hätten um ein Haar sogar das 0:2 nachgelegt. Mpassi fand mit einer präzisen Hereingabe Christoffer Krauß, dessen Abschluss aus sieben Meter Torentfernung jedoch vom glänzend parierenden Denis Wieszolek entschärft werden konnte – eine echte Glanztat des Eintracht-Schlussmanns, der seine Mannschaft zu diesem Zeitpunkt im Spiel hielt (30.) Es sah nach einem 0:1 zur Pause aus, als ein Platzverweis die turbulente Schlussphase der ersten Hälfte einläutete: Lukas Feka fuhr Christoph Anton von hinten in die Beine, unterband mit seinem rüden Einsteigen eine vielversprechende Konteraktion und sah folgerichtig die rote Karte (45.). Noch vor dem Pausentee nutzte der SVE die Überzahl gnadenlos aus und kam durch den zuvor gefoulten Christoph Anton zum nicht unverdienten Ausgleich. Kevin Heinz hatte "Toni" über Außen stark in Szene gesetzt, der dann überlegt aus neun Metern einschob (45.+3). 

Eintracht bestimmende Elf

Gäste-Trainer Petry musste also reagieren, brachte Jan Umlauf für Fabio Pelagi und wollte so für mehr defensive Stabilität sorgen, was jedoch nicht wirklich gelang: Gleich mit der ersten Aktion in der zweiten Halbzeit tauchte die Eintracht gefährlich vor dem Tor von Wiesbach-Keeper Philip Luck auf, doch weder Christoph Anton noch Ömer Kahyaoglu konnten die Verwirrung im Defensivverbund in einen Treffer ummünzen. Es sollte noch gut eine Viertelstunde dauern, ehe die Eintracht die zahlenmäßige Überlegenheit endgültig in Zählbares verwandeln konnte: Dominik Kinscher spielte nach sehenswerten Doppelpass mit Jason Thayaparan einen tollen Chip-Ball zielgenau auf Ömer Kahyaoglu, der den Ball unmittelbar vor Philip Luck annahm und ihn technisch fein überlupfte – der beste Angriff dieser Partie, belohnt mit dem 2:1-Führungstreffer (62.). Die Eintracht war nun klar die bestimmende Elf und legte direkt nach. Auf dem rechten Flügel zog Jan Brandscheid das Tempo an und passte in die Mitte auf Dominik Kinscher, der zwar an Luck scheiterte, doch Christoph Anton verwertete den Abpraller zur beruhigenden 3:1-Führung (69.) – die Partie, sie war nun komplett gedreht und öffnete somit die Gelegenheit, dem Nachwuchs Oberliga-Minuten zu verschaffen. Sowohl Flügelflitzer Lucas Coopmanns, als auch Angreifer Pascal Güth wurden in der Schlussviertelstunde eingewechselt und halfen mit, die beruhigende Führung bis zum Schlusspfiff mit einigen guten weiteren Offensivaktionen über die Zeit zu bringen. 

Start ins neue Fußball-Jahr geglückt

Mit nunmehr sechs Punkten aus drei Partien ist für Eintracht Trier der Start ins neue Fußball-Jahr in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar durchaus geglückt. Durch den Heimerfolg rücken die Moselstädter zudem wieder auf einen einstelligen Tabellenrang vor. Am kommenden Samstag steht für die Mannen von Josef Cinar die nächste Auswärtsaufgabe an: Im Wormser Stadtteil Pfeddersheim gilt es dann, die ansteigende Formkurve auch in der Fremde zu bestätigen. 

Statistik: 

  • Eintracht Trier: Wieszolek – Erhardt, Maurer, Mabouba, Heinz – Thayaparan, Roth (ab 88. Kling), Kahyaoglu (ab 74. Coopmans), Anton – Kinscher, Brandscheid (ab 79. Güth). 
  • Hertha Wiesbach: Luck –Lück, Hinkelmann, Paulus (ab 75. Urnau) , Pelagi (ab 46. Umlauf) –Lillig, Krauß (ab 81. Flätgen), Mpassi, Feka – Runco, Diallo. 
  • Tore: 0:1 Diallo (26.), 1:1 Anton (45.), 2:1 Kahyaoglu (62.), 3:1 Anton (69.) 
  • Rote Karte: Feka (45./Wiesbach) 
  • Zuschauer: 707 
  • Schiedsrichter: Patrick Simon

RED

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