Equal Pay Day: kdf fordert bessere Bezahlung für Frauen

Trier. Berufe, in denen vorwiegend Frauen beschäftigt sind, müssen besser bezahlt werden. Das fordert die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Bistum Trier anlässlich des "Equal Pay Day" am 18. März unter dem Motto "Wertsache Arbeit".

Das Problem besteht darin, dass Frauen überdurchschnittlich häufig in sogenannten SAHGE-Berufen (Soziale Arbeit, Haushaltsbezogene Dienste, Gesundheit und Erziehung) tätig sind, in denen ein niedrigeres Lohnniveau herrsche als beispielsweise in technischen Berufen. "Diese Unterschiede tragen eine enorme Mitschuld daran, dass Frauen weniger Rente erwirtschaften als Männer und daher viel häufiger von Altersarmut betroffen sind. Gleichzeitig werden so wichtige Berufe unattraktiv gemacht, die für unsere alternde Gesellschaft aber lebensnotwendig sind", so Mechthild Heil, Bundesvorsitzende der kfd. Diskriminierung beginne bereits beim Taschengeld, denn Mädchen bekämen davon weniger als Jungen, so die Erfahrungen der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten. Das setzt sich in der Ausbildung fort: Während Auszubildende in Handwerksberufen ein sozialversicherungspflichtiges Entgelt erhalten, findet etwa der erste Teil der Ausbildung zur Erzieherin an einer Fachschule statt. Angehende Erzieherinnen erhalten also keine Ausbildungsvergütung, zudem wird oft Schulgeld erhoben. Frauen verdienen knapp 22 Prozent weniger Gehalt pro Stunde als Männer und ihre Rente ist fast 60 Prozent niedriger. 

Große Ungerechtigkeit in privaten Haushalten

Besonders hoch ist die Ungerechtigkeit bei der Sorgearbeit in privaten Haushalten. Nichtbezahlte Arbeit im Haushalt, in der Kindererziehung und Pflege von Angehörigen verrichten vorwiegend Frauen, die dafür täglich eineinhalb Stunden mehr Arbeitszeit aufwenden als Männer. Selbst bezahlte Dienstleistungen in Privathaushalten werden nach wie vor überwiegend von Frauen in irregulären, nicht sozialversicherten Beschäftigungsverhältnissen erbracht. Die kfd fordert daher seit Jahren die Einführung eines Gutscheinmodells, um Dienstleistungen im Haushalt aus der Schwarzarbeit zu holen und sie fair und legal zu machen. Um der Bedeutung der SAHGE-Berufe gerecht zu werden, müssen die sogenannten Frauenberufe neu bewertet werden. Auch eine Berücksichtigung der psychosozialen Belastungen muss dabei gewährleistet sein.  

Hintergrund

Der Equal Pay Day beschreibt symbolisch den Tag im Jahr, bis zu dem Frauen "umsonst" arbeiten. 2018 erhielten Frauen im Vergleich zu Männern einen Prozent niedrigeren Stundenlohn. Umgerechnet ergeben sich daraus 77 Tage, die Frauen länger arbeiten müssen, um das gleiche Jahresgehalt zu haben wie Männer.

Programm in Trier

In Trier plant das lokale Aktionsbündnis einen Infostand auf dem Kornmarkt. Nicht am 18. März, sondern am Samstag, 23. März, 11 bis 15 Uhr, damit am Wochenende sich mehr Menschen informieren und austauschen können. Bisher fand die Aktion in der Neustraße statt. Das Bündnis wollte aber noch zentraler für Lohngerechtigkeit auftreten. Zudem hat es erstmals Fakten zur Region in einem Flyer zusammengetragen und ein eigenes Logo für den Trierer Aktionstag entwickelt. Die Trierer Frauenbeauftragten Angelika Winter ergänzt: "Lohngerechtigkeit ist kein Naturgesetz. Um das zu erreichen, will das Bündnis auch künftig viele Aktionen starten." Der Verbund umfasst zahlreiche Partner: Die Stadtratsfraktionen von CDU, SPD, Linke, Grüne und UBT, die Frauenunion, die Jusos, Ver.di, den DGB, die KfD, den KDFB, die KAB, die Agentur für Arbeit und die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen.

RED

  

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