Gladiators: hässliches Ergebnis gegen Hessen

Trier. Die Römerstrom Gladiators haben ihre Heimbilanz wieder negativ gemacht: Schlusslicht WW Hanau triumphierte mit sage und schreibe 95:55. Höher verloren haben die Gladiators in ihrer Historie lediglich vor zweieinhalb Monaten in Hamburg (62:108).

Von Bernd Schneider und Vinzenz Anton  

Es gibt Sport-Ergebnisse, die Nichtzeugen für die Folge eines Schreibfehlers halten können. Ein Beispiel dafür lieferten der einzige rheinland-pfälzische und der einzige hessische Basketball-Zweitligist bei ihrer insgesamt achten Konfrontation: Da triumphierte der Tabellenletzte ohne Heimvorteil gegen den Tabellenfünften mit 40 Korbpunkten Differenz. Das Ausmaß der Angelegenheit, die niemand zufriedenstellend zu erklären weiß, wird verdeutlicht dadurch, was zuvor die höchste von nunmehr 19 Heimniederlagen der Gladistors war: ein 75:97 gegen Crailsheim Ende April 2018.  Außerdem: Unter 60 eigenen Korbpunkten blieben die Moselaner zuletzt exakt drei Monate zuvor beim 59:67 gegen Heidelberg und in der Saison 2017/18 kein einziges Mal.                                    

Ergänzt wird die Blamabilität für die Debakulanten vom Start-Wochenende des letzten Hauptrunde-Drittels dadurch, dass die Hanauer auch den zweithöchsten ihrer jetzt sechs Saisonsiege gegen Trier erzielten: Das 81:66 im Hinspiel Mitte Dezember wurde jetzt als Bestmarke der White Wings abgelöst. Inklusive Januar erzielten die "Weißen Flügel"  auswärts durchschnittlich 14 Korbpunkte weniger als die gastgebenden Mannschaften. Triumphe in Heidelberg und in Hagen waren dabei wohlgemerkt eingerechnet. Eine weitere positive WW-Überraschung stellte ein Heimsieg gegen Hamburg dar. Hanaus bulliger Center Josef Eichler schmunzelte deswegen unmittelbar nach dem jüngsten Akt wider eine Drittliga-Zukunft: "Anscheinend liegen uns die besten Mannschaften der Liga."                                      

Fragt sich nur, ob die Gladiators noch zur Elite gezählt werden können. Eine Blitzumfrage unter den Augenzeugen des 64. Heimspiels hätte wohl vorwiegend "Daumen nach unten" ergeben.   

"Pfiffe berechtigt"            

Center Till Gloger stufte die Niederlage als "peinlich" und die Pfiffe als "berechtigt" ein. Man müsse sich bei den Zuschauern entschuldigen, und in der Defensivarbeit habe es an Bereitschaft gefehlt. 

Verlierer-Trainer Christian Held beklagte, dass "wir das Spiel nie unter Kontrolle bekamen" und "wir alle Fehler gemacht haben, die man nur machen kann." Anders gesagt: Alles, was in einem einzigen Spiel schiefgehen kann, ging schief. Held störte natürlich auch, dass bei allen wichtigen Quoten unter dem Strich ein Minus stand. Die interessantesten Erfolgsquoten-Gegenüberstellungen (links Trier, rechts Hanau): Treffer ohne Freiwurf 31:50, Zweier 36:51, Dreier 22:48 (!) Prozent. 

Standard-Statistik                                    

  • Personal:  Neben "LUXAIR" Thomas Grün und dem Dauerverletzten Kyle Dranginis fehlte bei den Gladiators erstmals Lucien Schmikale. Erstmals im Tages-Aufgebot war Markus Zock, kam jedoch nicht zum Einsatz.
  • Die Zuschauerzahl  3027 war die drittgrößte der Saison.
  • Die Viertel-Separation vom 3. Februar:   19:20,  10:28,  12:27,  14:20.            
  • Die Beteiligten und direkten Beteiligungen an den 55 Gladiators-Korbpunkten, jeweils in der ersten und zweiten Halbzeit (Spieler-Reihenfolge an den Einsatzzeiten orientiert):  Bucknor 2+1,  Gloger 6+8,  Ilzhöfer 0+2,  Lewis 5+5,  Schmitz 2+0,  Smit 5+2,  R.Hennen 7+5,   Joos 0+3,  Buntic 0+0,  Dietz 2+0.                             
  • Till Gloger war zum achtenmal Topscorer des Teams. Rupert Hennen übertraf den bisherigen persönlichen Rekord um fünf Zähler.                
  • Als erfolgreichster Hanauer erwies sich Jareklous Bradley mit 20. Auch drei seiner Teamkamerafen trafen zweistellig.                       
  • Die Bilanz aus sämtlichen Begnungen TR-HU oder umgekehrt lautet nunmehr 3:5, in Trier 2:2.     
  • Die erfolgreichsten fünf Gladiators-Korbschützen nach 21 Saisonspielen: Bucknor 301,  Gloger 221,  Joos 216,  Lewis 199,  Smit 171.   

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