Mit Drohnen Leben retten

Trier. Eine Drohne, zwei Jahre lang im Dienst und tausende Flugstunden: Der Copter der Technischen Einsatzleitung des Landkreises Trier-Saarburg feiert zweijähriges Dienstjubiläum und hat bis dato schon einiges erlebt.

Seit 18 Jahren ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Schillingen ein Fahrzeug der Technischen Einsatzleitung (TEL) des Landkreises Trier-Saarburg stationiert. Im Januar 2017 sind dessen Fähigkeiten durch die Facheinheit Copter der TEL erweitert worden. "Der Copter wurde mit umfassender Technik beschafft, stetig um notwendige Ausrüstung erweitert und rasch um eine Wärmebildkamera ergänzt", sagt Sebastian Merten von der Facheinheit Copter der TEL. Haupteinsatzspektrum der Drohne ist die klassische Personensuche. Diese machen in etwa die Hälfte der Drohneneinsätze aus. Sowohl tagsüber als auch bei Dunkelheit mit Wärmebildkamera kann die Drohne autonom systematisch Wälder, Uferbereiche und Flächen absuchen. In einem einzigen 20-Minuten Flug bis zu 10.000 Quadratmeter.

Drohne auch bei Bränden im Einsatz

Aber nicht nur Personen gehen sie suchen, sagt Merten. Im Sommer 2018 lokalisierte man mithilfe der Drohne bei einer unbekannten Rauchentwicklung in unwegsamem Gelände ein Feuer. Und auch Personensuchen mit dem Ziel, keine Personen zu finden gibt es. So geschehen bei einer geplanten Bombenentschärfung, bei der der Evakuierungsradius im Innenstadtbereich von Konz abgeflogen wurde. Bei mehreren Bränden war die Drohne ebenfalls im Einsatz. So beispielsweise als im letzten Dürresommer 30.000 Quadratmeter eines Feldes abbrannten, fand die Drohne mit der Wärmebildkamera die letzten Glutnester. Dadurch wurde verhindert, dass sich das Feuer erneut entfachte und auf den angrenzenden Wald übergriff.

Akku-Probleme

Doch nicht alles ist perfekt am Drohneneinsatz. Ein großes Problem ist die Vorhaltung stets geladener Akkus, was bei der TEL sogar zur Einführung eines monatlichen Schichtsystems geführt hat. Denn: Alle zehn Tage schalten sich die Akkus der Drohne automatisch in die sogenannte "Ladungshaltespannung" und entladen sich, um die Zellen der Akkus zu schützen. Damit im Einsatzfall alle Akkus voll sind, müssen diese zwangsläufig alle zehn Tage vollständig entladen und erneut aufgeladen werden. Und so fällt das Fazit nüchtern, aber ehrlich aus: "Oftmals ist der Reiz der neuen Technik so groß, dass der Aufwand, der sich hinter dem Betrieb einer Coptereinheit verbirgt, unterschätzt wird. Deshalb rate ich dazu, solche Coptereinheiten nicht bei Führungsstaffeln, Stützpunktfeuerwehren oder ähnlichem zu stationieren. Diese übernehmen im Einsatz schon genügend verantwortungsvolle Aufgaben", sagt Christian Scholz, Pressesprecher TEL Trier-Saarburg. Vielmehr spricht sich Scholz für eine dezentralisierte Stationierung bei örtlichen Feuerwehren ohne besondere Zusatzaufgaben aus.

RED/JK

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