Jan Kreller

Sanierung der B51 zwischen Trier und Konz: Abschnitt wird Erprobungsstrecke

Ab Mittwoch, 14.September, soll der Streckenabschnitt zwischen der Bahnbrücke bei Feyen und der Bahnbrücke bei Karthaus saniert werden.

Bilder
Ab dem 14. September wird die B51 kurz nach dem Ortsausgang Trier in Richtung Konz saniert.

Ab dem 14. September wird die B51 kurz nach dem Ortsausgang Trier in Richtung Konz saniert.

Foto: Pixabay

Im ersten Bauabschnitt ist geplant den zweispurigen Bereich vor der Bahnbrücke Karthaus (von Trier kommend) auf einer Länge von rund 270 m zu sanieren. Dies muss unter Vollsperrung der B 51 erfolgen, die aber voraussichtlich nur sechs Tage andauern wird. Die Umleitungen wurden nochmals optimiert, um die Auswirkungen für alle Verkehrsbeteiligten trotz Baumaßnahme möglichst gering zu halten. Verkehrsteilnehmer von Trier kommend Richtung Luxemburg/Wasserliesch/Saarburg werden über die K134 durch Konz durch bis zur Kreuzung von Schiller- mit Granastraße umgeleitet und von da über den Luxemburger Damm zum Möbel Martin Kreisel zurück auf die B 51 bzw. B 419 geleitet. Von Luxemburg/Wasserliesch kommend werden die Verkehrsteilnehmer vom Möbel Martin Kreisel am Moselufer entlang zum Kreisel an Grana-/Saarstraße (Donutkreisel) geleitet und von da aus durch Konz durch über die K134 nach Trier umgeleitet.

 

Im zweiten Bauabschnitt wird der Anschluss der B 51 zur K 134 hergestellt. Das heißt, dass in dieser Bauphase die beiden Verbindungsrampen von der B 51 zur K 134 und umgekehrt gebaut werden. Dies muss natürlich ebenfalls unter Vollsperrung der K 134 erfolgen. Der Verkehr wird dann über die B 51 zum Kreisel Möbel Martin nach Konz und umgekehrt geführt. Für die Sanierung der beiden Anschlussrampen werden ca. zwei Wochen Bauzeit benötigt. Parallel hierzu wird dann auch die Richtungsfahrbahn von Konz nach Trier im vierspurigen Bereich der B 51 (4. Bauabschnitt) gesperrt, um auch hier schon mit den Bauarbeiten beginnen zu können. Dieser Abschnitt, der bei der Zufahrt zum Löllberg noch einmal geteilt wird, damit diese immer aufrecht erhalten werden kann, muss ebenfalls unter Vollsperrung gebaut werden. Hier erfolgt die Verkehrsführung über die Richtungsfahrbahn Konz im Begegnungsverkehr.

 

Der letzte Bauabschnitt (3. Bauabschnitt) sieht die Sanierung der Richtungsfahrbahn von Trier nach Konz vor. Hier wird der Verkehr im Begegnungsverkehr über die Richtungsfahrbahn von Trier nach Konz geleitet. Für die Sanierung des dritten und vierten Bauabschnittes werden jeweils rund sechs Wochen Arbeitszeit in Anspruch genommen. Das Hotel Estricher Hof und das Wohngebiet Löllberg sind während der gesamten Bauzeit über die vorhandene Zufahrt zu erreichen.

 

Die Bundesstraße, die mit rund 28000 Fahrzeugen/24h belastet ist, zählt zu den höchstbelasteten Straßen im Trierer Raum. Der vorhandene Fahrbahnoberbau hält dieser Verkehrsbelastung nicht stand, was zwangsläufig dann zu Rissen und Verdrückungen in der Fahrbahn führt, die eine Sanierung notwendig machen. Im Einzelnen ist vorgesehen, den vorhandenen Asphaltaufbau komplett abzutragen und den Frostschutz nachzuprofilieren. Dieser wird dann mit Zement verfestigt. Im Anschluss an diese Arbeiten werden dann die neuen Asphaltschichten in ausreichenden Lagen wieder eingebaut. Zusätzlich werden die vorhandenen Entwässerungseinrichtungen instandgesetzt. Die vorhandenen Gussasphaltrinnen werden erneuert.

 

Neues Verfahren wird getestet

 

Die Baustrecke hat aber noch eine Besonderheit. Das Bundesministerium für Verkehr und Digitales hat den Landesbetrieb Mobilität aufgefordert Erprobungsstrecken mit temperaturabgesenktem Walzasphalt zu bauen, die der Erfahrungssammlung dienen sollen, denn ab 2025 soll nach derzeitigem Stand ein neuer Arbeitsplatzgrenzwert für Dämpfe und Aerosole aus Bitumen eingeführt werden, der den Einsatz von temperaturabgesenktem Asphalt zwingend notwendig macht. Dabei gibt der Bund ein gewisses Anforderungsprofil an die Erprobungsstrecken und eine bundeseinheitliche systematische Vorgehensweise vor, damit die daraus gewonnen Erkenntnisse auch vergleichbar sind.

 

Bei einer solchen Erprobungsstrecke werden nach einem genau vorgegebenen Muster Strecken mit konventionell gefertigtem Asphalt und mit temperaturabgesenktem Asphalt gebaut, um eine Vergleichbarkeit dieser Strecken zu schaffen. Bisher liegt der eben angesprochene Arbeitsplatzgrenzwert bei 15mg/m3. Ab 2025 soll dieser dann auf 1,5 mg/m3 reduziert werden. Diese Schadstoffreduzierungen lassen sich nur dadurch erreichen, dass die Misch- und Einbautemperaturen der Asphaltbeläge um mindestens 20 Grad Celsius abgesenkt werden. Ziel ist es, die Viskosität, das heißt die Fließfähigkeit des Asphaltmischgutes so zu verändern, dass diese einen Einbau auch bei niedrigeren Herstellungstemperaturen zulässt. Dies geschieht durch gewisse Zusätze im Bitumen, die organisch, mineralisch oder chemisch sein können und dabei verschiedene Wirkungsweisen haben. Dem Bund ist es dabei sehr wichtig, eine Erfahrungssammlung zu erstellen, um die Produkte, deren Einsatz sich bereits bewährt haben, ohne größere Nachweise zulassen zu können.

 

Doch allein durch die Absenkung der Einbautemperatur lässt sich der zu erreichende künftige Arbeitsplatzgrenzwert nicht erreichen. Zusätzlich hierzu ist es notwendig, die Asphaltfertiger mit einer Absaugeinrichtung auszustatten, damit die schädlichen Dämpfe erst gar nicht zu dem Baustellenpersonal gelangen.

 

Die Kosten dieser Maßnahme belaufen sich auf rund 2,3 Millionen Euro zu Lasten der Bundesrepublik Deutschland.


Meistgelesen