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Teil 8/10: Fitness im hohen Alter

Für Sport ist es nie zu spät: Auch wer erst im höheren Alter anfängt, regelmäßig Sport zu treiben, kann dadurch seine Aussichten auf einen gesunden Lebensabend deutlich verbessern. Wochenspiegel-Experte Holger Jungandreas steht im Interview Rede und Antwort.
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Welche Sportarten eignen sich im hohen Alter?
Die gesündesten Sportarten im höheren Alter sind die, die dynamisch mit einer ständigen Anwesenheit von Sauerstoff (»aerob«) zu praktizieren sind, wie zum Beispiel Wandern, Walking, Nordic Walking, Jogging, Radfahren und Schwimmen.  Dass Sauerstoff ständig verfügbar ist, spürt man im günstigsten Fall daran, dass man sich während des Sports bequem unterhalten kann, ohne aus der Puste zu kommen.

Was sollte man vermeiden, wenn man schon älter ist?
Jegliche Art von Stress, Leistungs- und/oder Zeitdruck. Ein entspanntes, dynamisches Bewegen ist das gesündeste körperliche Training. Auch zu hohe Intensitäten sind zu vermeiden, können zum Teil  sogar gefährlich werden. Entspannendes Lachen und Unterhalten während des Trainings sind ein guter Gradmesser.

Welche Probleme könnten auftreten, wie sind sie zu behandeln?
Ein leichter Muskelkater ist kein Grund, mit dem Training aufzuhören. Im Gegenteil, er ist ein Zeichen, dass man etwas getan hat und die Muskulatur reagiert. Deshalb: Unbedingt weiter machen!

Was ist besonders zu beachten?
Nach vier bis sechswöchigem Training an mindestens drei  Tagen die Woche könnte es sein, dass der Blutdruck soweit gesunken ist, dass eine Medikation unter Umständen geändert werden kann. Darüber sollte man mit dem behandelnden Arzt sprechen. Das gleiche gilt auch für Diabetes- und/oder Fettstoffwechsel-
medikamente. Treten Atemnot, übermäßiges Schwitzen, eine zu hohe Herzfrequenz und/oder ein hochroter Kopf auf, ist die Belastungsintensität zu hoch und die Aktivität muss abgebrochen werden.

Gibt es eine Altersgrenze nach oben?
Die so wichtigen Adaptionserscheinungen an regelmäßige körperliche Anforderungen treten in jedem Alter auf. Somit gibt es keine Altersgrenze. Auch mit Rollator ist ein regelmäßiges Training möglich und notwendig.

Wie wichtig ist der Sport generell?
Entscheidend ist es, die Betonung nicht auf »Sport«, sondern auf die tägliche Bewegung zu legen. Unser Organismus benötigt täglich, also an sieben Tagen die Woche,  einen 30-minütigen, ununterbrochenen, dynamischen Bewegungsreiz, um gesund zu bleiben beziehungsweise  zu werden.  Das Bedürfnis nach Bewegung kann nur durch vermehrte Alltagsaktivitäten – zum Beispiel durch das Treppe benutzen oder etwa mehr zu Fuß zu gehen – geweckt werden. Bereits nach vier Wochen sind die Anpassungserscheinungen an Bewegungsapparat und Herz-Kreislauf-System spürbar. Dies ist die Grundlage für ein entspanntes und effektives Sporttreiben, zum Beispiel  beim Golf, Tanzen, Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren. Daher: Erst die Grundlagen schaffen, dann Sport treiben.

Das Interview führte Andreas Arens
Gesundheitspark Trier

Verein für Herzsport und
Bewegungstherapie Trier

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