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Trier erhält "Spar-Euro"für papierlosen Stadtrat

Für das bereits laufende Projekt eines papierlosen Stadtrats ist die Stadt Trier mit dem "Spar-Euro 2018" ausgezeichnet worden. Der Bund der Steuerzahler Rheinland-Pfalz und der Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz würdigen mit dem erstmals verliehenen Preis beispielhafte Maßnahmen auf dem Weg zu einer effizienten Verwaltung.
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Oberbürgermeister Wolfram Leibe (l.) und sein Verwaltungsreferent Tobias Reiland freuen sich über die Auszeichnung des Rathauses und des Stadtrats mit dem Spar-Euro. Foto: Presseamt Stadt Trier

Oberbürgermeister Wolfram Leibe (l.) und sein Verwaltungsreferent Tobias Reiland freuen sich über die Auszeichnung des Rathauses und des Stadtrats mit dem Spar-Euro. Foto: Presseamt Stadt Trier

Bislang erhielt jedes der 56 Trierer Stadtratsmitglieder rund 15.000 Seiten an Unterlagen im Jahr. So viel können ehrenamtliche Ratsleute kaum durcharbeiten, viele Vorlagen sind auch nur für die jeweiligen Fachpolitiker relevant. Folglich landete der Großteil ungelesen im Papierkorb. Dagegen lassen sich elektronische Unterlagen fast kostenlos unendlich oft vervielfältigen, so dass es irrelevant ist, ob sie von allen Ratsmitgliedern gelesen werden oder nicht. Deswegen bot die Stadtverwaltung allen Stadträten die Ausstattung mit Tablet-Computern an. Nun arbeitet die Mehrheit der Kommunalpolitiker mit stadteigenen oder privaten Tablets, auf denen die Ratsvorlagen gelesen und bearbeitet werden können. Die Stadt Trier schätzt, dass sich so mindestens 1,6 Tonnen Papier einsparen lassen. Ferner entfallen die Druckkosten. Insgesamt wird mit einer Kostenersparnis von rund 22.500 Euro pro Jahr gerechnet – die Tablets kosteten dagegen einmalig etwa 11.300 Euro. Diese Investition hat sich somit bereits innerhalb eines halben Jahres amortisiert.

Rathaus soll modernste Kommunalverwaltung werden

Oberbürgermeister Wolfram Leibe freut sich über die Anerkennung der Trierer Initiative: "Ich habe mir zum Ziel gesetzt, das Trierer Rathaus bis 2020 zur modernsten Kommunalverwaltung in Rheinland-Pfalz umzubauen. Dazu gibt es eine ganze Reihe von innovativen Projekten, zu denen auch unser Sitzungsdienst 2.0 gehört. Statt mit Papierbergen arbeiten die Stadtratsmitglieder mit Tablets. Das spart Geld, Arbeitskraft und jede Menge Papier. Die Summe der Einsparungen mag angesichts des Haushaltsvolumens der Stadt und der enormen Schuldenlast vergleichsweise klein aussehen. Stadtrat und Verwaltung setzen aber gemeinsam ein Zeichen: Wir handeln nachhaltig und innovativ und gehen vernünftig mit dem Geld der Bürger um. Diesen Weg werden wir weitergehen." RED