Zehnte Miezen-Niederlage in Serie

Trier. "Wir geben nicht auf, ehe es rechnerisch nicht mehr möglich ist." Diese Aussage von Trainerin Elena Vereschako zu den Aussichten der DJK/MJC Trier auf den Erhalt der 2. Frauenhandball-Bundesliga spricht Bände. Nach der 27:30 (11:17)-Niederlage vor 305 Zuschauern gegen die Füchse Berlin beträgt der Abstand auf den rettenden viertletzten Platz wegen der Siege von Lintfort und Zwickau bei sieben ausstehenden Spielen bereits neun Punkte. So passt Vereschakos zweite Aussage besser: "Ich glaube, das war's jetzt."

Den Satz, dass die Hoffnung zuletzt stirbt, wollte niemand im Miezenlager bemühen, er hätte aber gepasst. Dabei hatten es die Gastgeberinnen in den 60 Minuten zuvor wieder einmal versäumt, ihre Ausgangsposition zu verbessern. "Mit der Leistung der zweiten Halbzeit über die gesamte Spieldauer hätten wir gewonnen", merkte Vorstand Joga Brech richtigerweise an. Vor dem Seitenwechsel reichte die Vorstellung gegen keineswegs überragende Berlinerinnen nicht, um die Hoffnungen auf den Klassenerhalt zu nähren. Ballverluste, zu wenig Entschlossenheit im Abschluss und zwei Torfrauen, die weit davon entfernt waren, ihren Mitspielerinnen Rückhalt zu geben oder eine Initialzündung zu vermitteln. Bis zum 5:6, dass Dora Simon Varga nach einem No-Look-Pass hinter dem Rücken erzielte, war noch alles im grünen Bereich. Aber dann ging es schnell bergab. Vom 6:6 bis zum 7:12 benötigten die Füchse nur neun Minuten, bei Halbzeit stand es gar 11:17. 

Auszeit kann Abwärtstrend nicht stoppen

In den zweiten 30 Minuten traten die Moselanerinnen dann wie ausgewechselt auf. Jetzt, erst jetzt setzten die Miezen die taktischen Vorgaben Vereschakos, die sie in der Pause nochmals ausdrücklich anmahnte um – leider zu spät. Ihre Schützlinge traten jetzt – gestützt von einigen guten Paraden von Torfrau Melanie Eckelt deutlich entschlossener auf. Suchten im Angriff häufiger das Eins-gegen-Eins, liefen erfolgreiche Tempogegenstöße und packten auch in der Abwehr härter zu. Konnten sie auch. Denn Eckelt entschärfte in der Schlussphase sogar zwei Siebenmeter der überragenden Berlinerin Anna Blödorn, die am Ende auf neun Treffer kam. Aber, mit Mut, Willen und Kampfgeist holten die Miezen Tor um Tor auf, beim 25:27 nahm die MJC-Trainerin eine Auszeit, wenig später war durch Maja Zrnec der vielumjubelte Ausgleich geschafft. Schon fast symptomatisch – es folgten drei Trierer Angriffe ohne Torerfolg. Den Abwärtstrend konnte selbst eine weitere Auszeit nicht stoppen.

"Wir haben glücklich gewonnen"

"In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft über weite Strecken gezeigt, was sie kann. Warum nicht vorher. Wir hatten die Taktik genau besprochen, viele einzelne Spielzüge angesagt, aber dann einfach die Bälle weggeschmissen." Gästetrainer Goncalo Neta da Silva gab zu: "Nach den gehaltenen Siebenmetern haben wir gewackelt. Wir haben glücklich gewonnen." Dazu trugen in der Schlussphase auch die Schiedsrichter bei, die drei nicht nachvollziehbare Entscheidungen gegen die MJC fällten.

Ausfälle vor dem Spiel

Schon im Vorfeld des Spiels waren zwei Ausfälle zu beklagen. Im Abschlusstraining hatte sich Kreisläuferin Angela Petrovska eine Knieverletzung zugezogen – sie war am Samstag auf Krücken unterwegs. Noch schlimmer erwischte es Physiotherapeut Taro Hazeyama, der sich vermutlich einen Achillessehnenabriss zugezogen hat.

Das nächste Spiel bestreitet die MJC beim Aufstiegsaspiranten Kurpfalz Bären (Samstag, 23. März, 18 Uhr, Neurott-Halle Ketsch).

Statistik

  • Beste Berliner Werferinnen waren Anna Blödorn (9/2) und Vanessa Magg (7).
  • DJK/MJC Trier: Melanie Eckelt, Aleksandra Baranowska  –  Hannah Sattler, Hannah Braun, Dovile Ilciukaite (2), Linsey Houben (7/3), Andrea Czanik (3), Vesna Tolic (6/1), Gabriella Szabo (2), Maja Zrnec (2), Dora Simon-Varga (5)
  • Schiedsrichter: Oliver Dauben/David Rohmer
  • Zuschauer: 305

RED

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