Miezen-Trainerin: „Wir brauchen Qualität"

Stadt Trier. Seit knapp fünf Monaten ist Daniela Filip als Trainerin der Trierer Bundesliga-Handballerinnen im Amt und zieht vor der Partie am Samstag (15 Uhr) gegen ihren Ex-Klub BSV Sachsen Zwickau ein gemischtes Fazit. Sportlich ist die gebürtige Rumänin – seit über 20 Jahren in Deutschland - nach sieben Niederlagen aus den ersten acht Partien alles andere als zufrieden. Vor allem die Größe des Kaders bereitet der 46-Jährigen Sorgen, dennoch bleibt Filip optimistisch.

„Wir brauchen Qualität!“

Trier. Seit knapp fünf Monaten ist Daniela Filip als Trainerin der Trierer Bundesliga-Handballerinnen im Amt und zieht vor der Partie am Samstag (15 Uhr) gegen ihren Ex-Klub BSV Sachsen Zwickau ein gemischtes Fazit. Sportlich ist die gebürtige Rumänin – seit über 20 Jahren in Deutschland - nach sieben Niederlagen aus den ersten acht Partien alles andere als zufrieden. Vor allem die Größe des Kaders bereitet der 46-Jährigen Sorgen, dennoch bleibt Filip optimistisch.

Im  Interview gibt Filip, die neben ihrer Trainertätigkeit für die Handwerkskammer Trier als Vertriebsassistentin arbeitet, Einblicke in ihre ersten Monate an der Mosel.

DJC/MJC Trier: Frau Filip, Sie sind jetzt seit Juli in Trier, haben die ersten Partien absolviert, stehen nach gut einem Viertel der Saison auf einem Abstiegsplatz. Haben Sie sich ihre Aufgabe so schwer vorgestellt?

Filip: Ich habe von Anfang an gewusst, dass das keine einfache Aufgabe ist. Viele denken, dass man als Bundesliga-Absteiger automatisch vorne mitspielt. Ich habe bereits bei meinem Amtsantritt allerdings gewarnt, dass die 2. Liga sehr schwer zu spielen ist, die Qualität sehr hoch ist und wir uns in einem Neuaufbau befinden.

Wir haben alleine fünf Neuzugänge zu integrieren. Aus der Mannschaft der Vorsaison sind fast keine Spielerinnen mehr vorhanden, zudem ist der Kader sehr klein. Die taktischen Aufgaben sowie die Vorbereitung auf die Spiele macht es sehr schwierig mit so einem kleinen Kader.

DJK/MJC Trier: Wie beurteilen Sie einerseits die Arbeit mit der Mannschaft, andererseits die Spielerinnen, die sich zur Verfügung haben?

Filip: Die Arbeit mit der Mannschaft macht sehr, sehr viel Spaß. Wir befinden uns nach wie vor in einer Entwicklungsphase und wissen auch, dass uns einige Sachen für die 2. Liga fehlen. Dazu gehört neben dem Zusammenspiel und der Breite des Kaders auch ein stückweit die Qualität. Junge Spielerinnen müssen ad hoc in dieser 2.Liga fast durchspielen, und haben kaum Zeit zum Verschnaufen beziehungsweise zum Lernen.

Ich habe kaum Wechselmöglichkeiten und das heißt auch, dass ich im Training beispielsweise weniger Konkurrenzkampf habe, der sich immer positiv auf Team und die einzelnen Spielerinnen auswirkt.

DJK/MJC Trier: Das heißt, Sie benötigen Verstärkungen. Ist das aufgrund der finanziellen Möglichkeiten in Trier überhaupt machbar und welches Profil an Spielerin suchen Sie denn?

Filip: Natürlich sind die finanziellen Möglichkeiten ausschlaggebend, wir haben hier ja aber immer die Möglichkeit das auch mit einem Job zu kombinieren. Anders geht es auch nicht. Wir brauchen Qualität und Quantität, die Spielerin oder die Spielerinnen die zu uns kommen, müssen uns helfen, müssen sich schnell in der Liga zurecht finden.

Dazu muss die Spielerin zu meinem Konzept passen: Schnell, clever und in der Defensive in der Bank. Daneben muss der Kader natürlich auch auf breitere Beine gestellt werden, damit wir auch im Training gezielter und effektiver arbeiten können.

DJK/MJC Trier: Wie realistisch ist es denn, dass die Miezen in der 2.Liga bleiben?

Filip: Was soll ich mich nach acht Partien mit Untergangsszenarien beschäftigen? Wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass wir da unten rauskommen, könnte ich als Trainerin sofort aufhören. Fakt ist, dass die Mannschaft – egal wie die Umstände sind – viel mehr kann, als sie bisher gezeigt hat. Die Mädels wissen, dass sie mehr können und auch um die Ernsthaftigkeit der Lage. Aber ich wiederhole mich nochmal: Wir befinden uns in einer Aufbauphase und müssen vor allem Konstanz in unsere Leistungen bringen.

DJK/MJC Trier: Jetzt treffen Sie am Wochenende auf Ihren Ex-Klub Sachsen Zwickau. Ein besonderes Spiel für Sie? Und wie sehen Sie die Chancen?

Filip: Ich hatte eine sehr gute Zeit in Zwickau und sehe sie als normalen Gegner. Sie haben eine sehr gute Mannschaft, mit viel Qualität. Natürlich sind sie schlagbar, auch wenn wir vor einer schweren Aufgabe stehen. Die Abwehr gewinnt das Spiel und wir müssen über 60 Minuten konstant agieren.

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