Schon vor dem Abitur ein Top-Mann

Gladiators: Sebastian Herrera und seine große Rolle

Stadt Trier. Die Römerstrom Gladiators wechseln wie 2015 mit drei Saisonniederlagen belastet in den November. Schlechteres verhinderte ein begeisternder 78:69-Heimsieg gegen Gotha.

 Von Bernd Schneider und Vinzenz Anton            

Wenn Zweitliga-Basketballer Sebastian Herrera nächste Woche und drei bzw. fünf Tage vor den Spielen in Hanau und daheim gegen Baunach sein 19. Lebensjahr vollendet, ist er der bislang zweiterfolgreichste  Korbschütze des Trierer Zweitliga-Kaders in der aktuellen Saison. Dabei hat es der Weitwurf-Spezialist doppelt schwer: Neben dem täglichen und anstrengenden Training muss er sich auf sein Abitur vorbereiten. "Das geht schon", kommentiert der junge Mann mit dem ungewöhnlichen Laufstil die aktuelle persönliche Situation, "und bei Klassenarbeiten bekomme ich trainingsfrei." Wegen Geburtstag gäbe es diesen Mini-Urlaub nicht. Das spielt jedoch keine Rolle, weil an Allerheiligen alle Spieler frei haben. Dieses Kombinat erarbeitete in einem begeisternden letzten Viertel ein 28:17-Plus, wobei Herrera eine sehr wichtige Rolle spielte.

Herrera als Aufbauspieler

Apropos Rolle: Weil Kapitän Simon Schmitz wegen seiner Kopfverletzung fehlte und Kevin Smit Entlastung brauchte, fungierte Herrera erstmals teilweise als Aufbau-Spieler. Zu besagtem letztem Viertel, in dem viele der 1832 Zuschauer ihre Sitzplätze überhaupt nicht mehr nutzten, verriet der noch 18-Jährige: "Wir haben das Vertrauen des Trainers gespürt." Übertroffen wurde Herrera (15) am drittletzten Oktober-Abend trotz mäßigem eigenem Start lediglich von Brandon Spearman. Er verzeichnete den dritthöchsten Saison-Wert: Am 8. Oktober daheim gegen Heidelberg trug der Mann aus den USA 24 Zähler bei, acht Tage danach in Dresden sogar 25. Spearman war in vier der sieben Spiele Topscorer der Trierer Mannschaft.

 

 

Starker Gegner

Coach Marco van den Berg war zwar ausdrücklich froh über den ohne Schmitz gestemmten "Sieg gegen einen starken Gegner", wiederholte jedoch seinen Hinweis, dass     "wir noch lange nicht dort sind, wo wir sein wollen und hoffentlich in der Endphase der Saison sind."  Van den Bergs Erleichterung war allzu verständlich: Weil die Gäste aus Thüringen 15:6 und dann unzählige Male mit mehr als fünf Punkten Differenz führten, drohten die dritte Gladiators-Niederlage in Folge und die Heimnimbus-Zerstörung. Wohlgemerkt auch noch nach dem dritten Viertel (50:52).      

Nebenbei bemerkt: Denjenigen Fans, die sie nur in Trier erlebten, haben die Römerstrom Gladiators schon beim dritten Auftritt beinahe den dort 250. Korbpunkt serviert. Vor einem Jahr waren es in den ersten drei Heimspielen "nur" 198 Zähler, jetzt sind es 249.             

Statistik

Die erfolgreichsten fünf Gladiators-Korbschützen nach sieben Spielen:  Spearman 117,  Herrera 82,  Nicholas 77,  Schmitz ,61,  Smit 54.  

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