Anklage gegen Randalierer aus Bernkastel-Wittlich erhoben

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Die Staatsanwaltschaft Trier hat Anklage gegen sechs Jugendliche und Heranwachsende im Alter von 15 bis 18 Jahren aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich erhoben. Ihnen wird zur Last gelegt, das Gebäude und die Einrichtung eines seit mehreren Jahren leer stehenden Hotels in Landscheid-Burg verwüstet zu haben. Das Hotel war der Verbandsgemeindeverwaltung Wittlich-Land als mögliche Unterkunft für Asylbegehrende angeboten worden. Nach den derzeitigen Erkenntnissen der Kriminalinspektion Trier wollten die Heranwachsenden mit der Verwüstung des Hotels verdeutlichen, dass sie die Unterbringung von Asylbegehrenden ablehnen, und dies verhindern.

Ermittlungsstand ist folgender:

Drei Jugendliche waren am Vormittag des 18. Oktober 2015 gemeinsam mit einem noch strafunmündigen Kind gewaltsam in das Gebäude eingedrungen. Dort versprühten sie wahllos den Inhalt eines Feuerlöschers, verschafften sich gewaltsam Zugang zu einem zum Gebäudekomplex gehörenden Gästehaus. Mit einem Vorschlaghammer beschädigten sie eine Rigipswand und die Theke. In den Mittagsstunden des nächsten Tages setzten sie das zerstörerische Werk fort. Diesmal zu fünft warfen sie im gesamten Gebäude das  Mobiliar zu Boden, rissen Telefonkabel aus den Wänden, zertrümmerten Spiegel und eine Glastür, schlugen Löcher in mehrere Zimmerwände und versprühten das Pulver von Feuerlöschern.

Strafunmündiges Kind mitgenommen

Sie verwendeten hierbei unter anderem einen Vorschlaghammer und eine Spitzhacke. In einem offenen Kamin entzündeten sie ein Feuer, das jedoch von selbst abbrannte, ohne auf Gebäudeteile überzugreifen. Einer der Angeschuldigte schmierte SS-Runen, Hakenkreuze und weitere nationalsozialistische Kennzeichen auf Boden, Wände und Türen. Beim Verlassen des Gebäudes entwendete ein weiterer Angeschuldigter zwei Lautsprecherboxen. Nachdem die Angeschuldigten das Hotel wieder verlassen hatten, wurde der Eigentümer bei einem Besuch durch den aufsteigenden Rauch aus dem Kamin auf die Vorkommnisse aufmerksam und rief Polizei und Feuerwehr. Nachdem die den Tatort wieder verlassen hatten, drangen gegen 19.30 Uhr erneut vier der Angeschuldigten in das Gebäude ein. Im Keller des Hotels wurde Dispersionsfarbe auf den Fußboden gegossen. Im Schwimmbad wurde mit einer vor Ort gefundenen Flasche Spiritus eine Art Molotow- Cocktail gebastelt, der in einem gekachelten Becken des Schwimmbades entzündet wurde, wobei das Feuer abbrannte, ohne auf das Gebäude überzugreifen.

Außer Kontrolle

Außerdem zerschlug einer der Angeschuldigten ein Solarium und den zugehörigen Münzkasten, um das darin vermutete Bargeld zu entwenden. Der Kasten war indes leer. Die Höhe des durch die Übergriffe entstandenen Sachschadens wird derzeit auf zirka 40.000 Euro geschätzt. Den Angeschuldigten wird gemeinschaftlich begangener Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und das Unbrauchbarmachen von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln zur Last gelegt. Einer der Angeschuldigten ist darüber hinaus des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie des versuchten Diebstahls im besonders schweren Fall (Münzkasten), ein weiterer Angeschuldigter des Diebstahls (der Lautsprecherboxen) hinreichend verdächtig. Nach den im Rahmen der durchgeführten Ermittlungen gewonnenen Erkenntnissen gehört keiner der Jugendlichen und Heranwachsenden der organisierten rechten Szene an. Die Anklage ist zum Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Wittlich erhoben worden. Ein etwaiger Termin zur Hauptverhandlung ist noch nicht bestimmt.