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Liebeserklärung an die Mutter

Gemeinsam mit Jugendlichen gestaltete sie im Corona-Sommer die Konzeption »Wittlich strahlt«. Davon zeugt seit August ein überdimensionaler Schriftzug aus Holz am Lieserufer. Um Mütter und Frauen geht es Birgit Amerkamp in einem neuen Kunstprojekt, an dem sich jeder beteiligen kann.
Bilder
Hommage einer Tochter: Ein Lauchsüppchen nach Mamas Rezept - serviert in Omas alter Sammeltasse. Da werden tausend Erinnerungen wach . . . Foto: privat

Hommage einer Tochter: Ein Lauchsüppchen nach Mamas Rezept - serviert in Omas alter Sammeltasse. Da werden tausend Erinnerungen wach . . . Foto: privat

Mütter. Sie halten uns als erste im Arm und beeinflussen uns für das gesamte Leben. Jede Mutter-Kind-Beziehung ist individuell: eng, verbunden  – manchmal auch kompliziert oder konfliktbehaftet. Ganze Regale lassen sich füllen mit Literatur zum Thema und eines steht fest: Es gibt viele Dimensionen.
Welche Geschichten, Anekdoten und Begebenheiten verbinden uns mit der Frau, die uns geboren, erzogen und als weibliches Vorbild geprägt hat? Einige Antworten darauf möchte die Wittlicherin Birgit Amerkamp in einer kreativen Ausstellung geben.

»Mama, Mutti, Mutsch und Oma«

»Mama, Mutti, Mutsch…Oma« nennt sie ein Kunst-Schreib-Projekt, das sie zum Weltfrauentag initiiert. Die Grundidee: Menschen die Möglichkeit geben, eine persönliche Geschichte zu ihren Müttern oder Omas zu erzählen und zu dokumentieren. Inspiriert wurde die 71-Jährige durch ein Buch: »In einem Passus wurde das Verhältnis einer Frau zu ihrer Mutter so rührend dargestellt. Die Protagonistin findet einen alten Parfumflakon, öffnet ihn und sieht, inspiriert durch den Duft, vor ihrem geistigen Auge auf einmal ihre Mutter wieder vor sich … Das fand ich total schön und spontan kam mir der Gedanke zu einer Ausstellung mit Texten.« Birgit Amerkamp erzählt einer Freundin von ihrem Plan und die ist begeistert, regt an, das Projekt interkulturell aufzuziehen.  Gesagt getan. Deshalb wurde die Ausschreibung auf kroatisch, türkisch und arabisch übersetzt.
Und wie können Interessierte sich an der besonderen Exposition beteiligen? Ein nie geschriebener Brief an die Mutter, eine Anekdote, Vorzüge, Reaktionen, ihr Lachen, ihre Hände, der Geruch ihres Haares ... der »Phantasie« sind keine thematischen Grenzen gesetzt.

Drei Sätze oder zwei Seiten

Wer mitmachen möchte, kann »drei Sätze« einreichen oder auch zwei Seiten. Sie sollten mit der Hand geschrieben, gemalt oder gedruckt sein.
Birgit Amerkamp: »Wir werden die Arbeiten dann auf bunten Kartonplatten aus handgeschöpften Papieren arrangieren und ausstellen. Jeder darf sich seine Gedanken dazu machen. Wir möchten die Frauen besonders ehren, denn sie haben das Beste verdient.«

»Bisher bei allen Briefen Gänsehaut«

Einige Rückmeldungen sind bereits bei Birgit Amerkamp angekommen, die sich sehr über das Vertrauen der Teilnehmer freut. »Bisher hatte ich bei allen Briefen Gänsehaut«, verrät die Inhaberin der kleinen Galerie »Kunst & Köstlichkeiten« in der Wittlicher Burgstraße. »Was die Leute zu Papier bringen ist ganz unterschiedlich – eines aber ist immer gleich: Das Thema berührt die Menschen sehr.«  
Natürlich würden alle Beiträge nur anonymisiert veröffentlicht. »Persönlich ist mir sehr wichtig, alle Exponate ohne Wertung aufzuhängen«, ergänzt Amerkamp.
Geplant ist die Ausstellung vom 8. März bis zum 9. Mai. Was danach mit den Schriftstücken passiert, steht noch nicht fest. Eine Benefizaktion ist eventuell angedacht.
»Eines noch«, schmunzelt Birgit Amerkamp, »auch alle Männer haben Mutter oder Oma ...«. Will heißen: Liebe Männer, auch ihr dürft gerne zum Stift greifen ... Wer sich am Wittlicher Kunst-Schreibprojekt beteiligen möchte, kann bis zu zwei Hand geschriebene Seiten einreichen, gedruckt ca. 2.000 Zeichen oder gemalt - gerne auch mit Fotos (extra).
  • Die Werke werden (anonymisiert) auf bunten Kartonplatten (50x70) ausgestellt.
  • Die Ausstellung ist vom 8. März (Weltfrauentag) bis zum 9. Mai (Muttertag) zu sehen und wird nach den geltenden Corona-Regeln für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
  • Einsendeschluss ist der 28. Februar; Kontakt: Birgit Amerkamp, Wittlich, Burgstraße 38, Mail: b.amerkamp@gmx.de

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