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FC Bayern München schätzt die Wittlicher Wertarbeit

Hoher Besuch beim Reifenhersteller Goodyear Dunlop in Wittlich: Der Mannschaftsbus des Deutschen Rekordmeisters FC Bayern München fuhr auf dem Werksgelände vor – auf Reifen, die in der Säubrennerstadt hergestellt wurden.
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»Wow. So was sieht man nicht alle Tage. Schon interessant, wie die Bayern-Stars so reisen«, entfuhr es Ralf Weiler und Karl-Heinz Huwer. Die Goodyear-Dunlop-Mitarbeiter durften mit einigen ihrer Kollegen einen Blick in den – genauer gesagt: in einen der Mannschaftsbusse des Nobelklubs von der Isar werfen und lauschten gespannt den Anekdoten und Erläuterungen von Busfahrer Michael Lauerbach. Dieser kümmert sich mit seinem Kollegen Armin Kritz vornehmlich um den Transport der Schützlinge von Trainer Carlo Ancelotti zu Testspielen.

Abenteuer im Osten

Dazu stehen insgesamt vier (vom Komfort her fast identische) Busse zur Verfügung, die der FC Bayern teilweise über einen Kooperationspartner zur Verfügung gestellt bekommt. »Die Fahrten in der Bundesliga bis zu 300 Kilometer übernimmt unsere dritte Kollegin, Sandra König. Was darüber hinausgeht, wird geflogen. Dann warten wir am Flughafen schon auf Mannschaft, Trainer- und Betreuerteam«, so Lauerbach weiter. Viel Zeit verbringt er etwa damit, mit seinem Kollegen und an die 1.000 Kilo Gepäck zu Spielen in der Champions League vorzufahren: »Als es mal nach Minsk ging, mussten wir über vier Stunden an der weißrussischen Grenze warten, bis wir weiterfahren durften. Das war schon etwas abenteuerlich. 30 komfortable Ledersitze, zum Teil mit Tischen davor, gleich fünf Fernsehbildschirme, eine geräumige Bordküche im hinteren Teil: Das hat der 480-PS-Koloss zu bieten. Wer wo sitzt? »Es ist wie in der Schule: Die Frechen sitzen hinten«, sagt Busfahrer Lauerbach lachend und nennt Manuel Neuer, Philipp Lahm und Mats Hummels. Und – klassisch wie der Lehrer – sitzt Coach Ancelotti vorne rechts. Nach gewonnenen Spielen stünden die Hits von »DJ Rafinha« besonders hoch im Kurs, verrät Lauerbach.
Als Aushilfe sprang der Ex-Zeitsoldat, gelernte Konditor und Industriekaufmann  schon 1998 ein – Sandra König, deren inzwischen verstorbener Vater Rudi Egerer einst Kultstatus hinterm Steuer der Bayern erlangt hatte, war auf ihn zugekommen.  2006 folgte dann die Festanstellung beim mit Abstand erfolgreichsten deutschen Fußballverein, der 26 Meisterschaften und 18 DFB-Pokalsiege bis jetzt auf sich vereint und sich darüber hinaus auch schon fünfmal die europäische Krone aufsetzen konnte. Der heute 52-Jährige ist froh, einen »Traumjob« ausüben zu dürfen.

Ein Traumjob

Der Verantwortung, den rund 600 Millionen Euro wertvollen Kader des FC Bayern sicher ans Ziel zu bringen, ist sich der Ur-Münchener bewusst. Trotzdem: »Unterm Strich habe ich aber bestimmt weniger Stress als die Leute, die hier im Wittlicher Werk arbeiten.«  Offiziell seit Beginn dieses Jahres entstammen die Reifen, auf denen die Mannschaftsbusse fahren, just der Produktion in Wittlich. Goodyear ist schließlich seit 1. Januar Platin-Partner der Bayern. »Das läuft alles einwandfrei. Wir fahren auf sehr guter Qualität«, betonte Lauerbach bei seiner Stippvisite an der Lieser.  »Unsere Mitarbeiter sollen so einmal eine noch konkretere Vorstellung erhalten, was und für wen sie alles im Endeffekt leisten«, sagt Goodyear-Pressesprecher Jürgen Wiedemann. Bereits seit 1972 werden im Wittlicher Werk Reifen für  Lkw und Pkw (diese allerdings nur noch bis Ende des Jahres) hergestellt. Aktuell sind hier 880 Mitarbeiter beschäftigt und rund 1,44 Millionen Reifen werden produziert.  »Man kann schon stolz sein, wenn man sieht, was unseren Reifen so alles passiert – und das nicht nur als Bayern-Fan«, verriet Karl-Heinz Huwer, als er den Bus nach der Besichtigung wieder Richtung Werk verließ... AA