Bücherei soll einziehen

Adenau. Die Komturei in Adenau bleibt auch weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Stadt wird das Gebäude kaufen und umbauen. Stadtbürgermeister Arnold Hoffmann stellte die Pläne nun vor.

Der Adenauer Stadtrat hat vor Kurzem dem Ankauf der Komturei zugestimmt. Inzwischen liegen konkrete Umbaupläne für das historische Gebäude vor, denen der Stadtrat allerdings noch zustimmen muss. Darüber informierte Stadtbürgermeister Arnold Hoffmann am Mittwoch bei einer Bürgerversammlung in der Komturei.
Die katholische Kirche möchte das Haus veräußern. Wunschkäufer war die Stadt, damit die Komturei als öffentliche Begegnungsstätte erhalten bleibt.

Anbau im Erdgeschoss

Für das Erdgeschoss gibt es zwei Umbauvarianten. Weichen sollen auf jeden Fall die Toiletten. Sie sollen im Keller untergebracht werden. Im Ergeschoss werden entweder ein kleiner und ein großer Gruppenraum entstehen oder ein einziger großer Raum. Bei der zweiten Variante würde zudem ein Anbau ähnlich einem Wintergarten in der Ecke westlich des Turms errichtet. »In einem großen Raum würde die die Bücherei untergebracht. Das spricht für diese Variante«, erklärte Hoffmann. Da die katholische Kirche das  Pfarrheim in ein Begegnungszentrum umwandeln möchte, muss die Bücherei dort raus. »Der Unterhalt der Komturei ist für die Stadt aber nur zu stemmen, wenn keine Miete für die Bücherei gezahlt wird«, so der Bürgermeister.

Pfadfinder brauchen neue Gruppenräume

Der Anbau sei nötig, da neben dem großen Raum auf der 1. Etage ein weiterer Gruppenraum benötigt wird. Zwei der drei Gruppenräume im Keller sollen den Toiletten weichen. Die Räume werden derzeit von den Pfadfindern benutzt. Bei der Bürgerversammlung wurde Kritik laut, dass es noch keine Alternative für die Pfadfinder gebe. Hoffmann sicherte zu, eine Lösung zu finden. »Aus baurechtlicher Sicht der Kreisverwaltung sind die Räume nicht geeignet für den Aufenthalt von Menschen geeignet, da es dort kein Tageslicht gibt«, sagte Hoffmann. Heute dürften die Gruppenräume demnach gar nicht mehr genehmigt werden, ergänzte er. Zudem sei noch unklar, was es mit dem Wasser auf sich habe, mit dem es bisweilen im Keller Probleme gab. Der Saal in der 1. Etage bleibt erhalten. Die Küche weicht einem Stuhllager, da sie zu eng ist. Sie wird im Dachgeschoss eingerichtet. Speisen aus der Küche sollen über einen Aufzug in den Saal transportiert werden, der im Treppenturm Aufzug eingebaut wird. »Den müssen wir auch einbauen, weil das Gebäude für eine Förderung barrie­refrei umgebaut werden muss«, so Hoffmann.

Stadt muss Zuschüsse "verbrauchen"

Zudem werden im Dachgeschoss das neue Büro des Bürgermeisters, ein Vorzimmer und ein Besprechungszimmer eingerichtet. Die derzeitigen Zimmer mit Bad, die laut Hoffmann manchmal von Obdachlosen, Flüchtlingen oder Pilgern kurzzeitig bewohnt werden und den »Charme der Siebziger« versprühen, verschwinden. Eine Renovierung sei unrentabel. Eigentlich war der Ankauf der Komturei erst nach den Planungen vorgesehen geplant. Allerdings musste die Stadt Zuschüsse in Höhe von 150.000 Euro verplanen, die sie aus dem »Kommunlaen Imvestitionsprogramm 3.0« (KI 3.0) erhalten hatte. Das Geld war für den Bau der Kita auf dem Areal des ehemaligen Badenovas eingeplant. Für das Projekt hat das Land ebenfalls Zuschüsse in Höhe von 176.000 Euro zugesagt. Den Einsatz der KI 3.0-Gelder sehe das Land aber als Doppelförderung und es würde dann auf die Förderung verzichten, so Hoffmann. Das will die Stadt natürlich vermeiden. Da die KI 3.0-Gelder aber in diesem Jahr verfallen, wenn sie nicht abgerufen werden, werden sie nun in den frühzeitigen Kauf der Komturei gesteckt.

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