Thomas Förster

Aus alten Grabsteinen entsteht ein neues Denkmal

Kalterherberg. Karl Goffart und seine Mitstreiter setzen auf dem Kalterherberger Friedhof Pilotprojekte um

Die Gedenkstätte für die pflegefreie Urnengrabanlage auf dem Kalterherberger Friedhof hat Karl Goffart (r.) aus alten Grabmalen geschaffen und mit eifrigen Mitstreiter aus dem Ort am Zugang zum Friedhof errichtet.

Die Gedenkstätte für die pflegefreie Urnengrabanlage auf dem Kalterherberger Friedhof hat Karl Goffart (r.) aus alten Grabmalen geschaffen und mit eifrigen Mitstreiter aus dem Ort am Zugang zum Friedhof errichtet.

Bild: Thomas Förster

Kalterherberg (Fö). Das Leben hält immer wieder Veränderungen bereit und auch der Tod, besser gesagt die letzte Ruhestätte, macht davor nicht Halt. So auch auf dem Kalterherberger Friedhof, wo nun nachhaltig und pflegefrei neue Bestattungsformen entstanden sind.

»Wenn die Ruhezeit vorbei ist, fragen sich viele Angehörige: Wohin mit dem Grabstein? Diesen einfach zu schreddern, tat mir in der Seele weh«, erklärt Steinmetz Karl Goffart. Also hat der emsige Ehrenamtler unter dem Namen »Alte Steine - neues Denkmal« eine pflegefreie Urnengrabanlage errichtet. Diese bietet direkt am Zugang zum Friedhof Platz für zwölf Bestattungsplätze - für den Verstorbenen wird eine individuell gestaltete Bronzetafel an die Stele angebracht. Diese wurde aus alten Grabsteinen erstellt, sodass nicht mehr genutzte Grabmale wieder verwendet werden können. Die Zukunftswerkstatt Kalterherberg und die Stadt Monschau haben sich finanziell beteiligt.

»Für Grabmale wird sehr hochwertiges Material verwendet, das nun noch einmal genutzt wird. Und wir könnten eine weitere Urnengrabanlage errichten, falls Bedarf da ist«, versichert »Charly« Goffart.

Vorbei an der Gedenkstätte für die Euthanasie-Opfer aus der NS-Diktatur wird einen Steinwurf entfernt eine pflegefreie Sargbestattung ermöglicht. Damit folgt man dem Wunsch einiger Bürger. Sechs Plätze werden in einem Rasenfeld geschaffen. Auch dafür wird eine kleine Gedenkstätte errichtet, wo einheitliche Namenstafeln angebracht und Blumen abgelegt werden können.

Informationen zu diesen kostengünstigen Bestattungsformen oder Nutzungsgebühren richtet man an das Friedhofsamt der Stadt Monschau.

Übrigens: Auf dem Weg zum Friedhof geht man künftig den »Pfarrer-Karl-Schnitzler-Weg« entlang. Der Erinnerung an den langjährigen Seelsorger Kalterherbergs hat der Rat der Stadt Monschau kürzlich zugestimmt.


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