Thomas Förster

Trauernden Kindern einen Raum geben

Nordeifel. Ein agiles Netzwerk sucht Ehrenamtler, aber auch hauptamtliche Kräfte und Sponsoren - Infoabend am 25. März in Roetgen

Akteurinnen aus Schule, Kirche, Hospizarbeit oder Caritas wollen ein Angebot für trauernde Kinder und Jugendliche schaffen. Nun suchen sie Haupt- und Ehrenamtler sowie Geldgeber.

Akteurinnen aus Schule, Kirche, Hospizarbeit oder Caritas wollen ein Angebot für trauernde Kinder und Jugendliche schaffen. Nun suchen sie Haupt- und Ehrenamtler sowie Geldgeber.

Bild: Thomas Förster

Simmerath/Roetgen (Fö). »Tod und Trauer gehören zum Leben dazu. Doch oft finden gerade Kinder und Jugendliche in Situationen, wenn in Familie oder Freundeskreis eine wichtige Bezugsperson verstirbt, keinen Raum, zu trauern, sich mitzuteilen und auszutauschen. Diesen Raum wollen wir schaffen.« Auf Initiative von Luisa Kolkenbrock, Koordinatorin für Kinder- und Jugendtrauer beim Palliativen Netzwerk für die Region Aachen e. V., wurde ein runder Tisch ins Leben gerufen, der viele Ideen entwickelt und Initiativen gebündelt hat. Jetzt soll es konkret werden.

»Meine Stelle wurde geschaffen, um die Situation für Kinder und Jugendliche in Trauersituationen hier bei uns in der Städteregion zu verbessern«, erklärt Luisa Kolkenbrock. »Denn als wir uns unsere Angebote angeschaut haben, wurde deutlich, dass es in der Nordeifel an professioneller Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche, sowie an der Vernetzung der betroffenen Familien fehlt«, so der Tenor der Akteure aus Schule, kirchlichen und freien Familienhilfeträgern sowie weiteren Engagierten.

Gute Strukturen ergänzen

»Wir haben in Alsdorf vor fünf Jahren Gesprächsangebote geschaffen und kommen an unsere Kapazitätsgrenzen«, so Sterbe- und Trauerbegleiterin Stephanie Eßer. Dabei wolle man keine Strukturen wie Nachbarschaft, Freundeskreise oder Klassenverbände ersetzen, sondern diese guten Strukturen, die es vor allem in ländlichen Raum gibt, ergänzen.

»Sich in der Trauer zu öffnen, sich ihr anzunehmen und sie zu bewältigen ist kein Tabuthema mehr«, weiß Elke Timm, Koordinatorin im Ambulanten Hospizdienst Monschauer Land. Das Trauercafé in Roetgen etwa werde gut angenommen. Nun gelte es auch bei Kindern und Jugendlichen weiter zu kommen. »Es gibt kein festes Schema beim Trauern. Wenn...dann... ist hier nicht anwendbar«, unterstreicht Monika Breuer aus dem Pastoralen Raum Monschaus. »Ich bin nicht anders, nicht außergewöhnlich. Auch anderen geht es so«, soll den Kindern und Jugendlichen vermittelt werden. »Als das einem Kind in einer Gruppe klar wurde, fiel eine große Last in dieser schweren Situation von ihm«, erinnert sich Veronika Schönhofer-Nellessen, Leiterin des Palliativen Netzwerk für die Region Aachen

Unter Koordination dessen wird eine hauptamtliche Fachkraft gesucht, die Gespräche und Gruppenangebote leitet, aber auch Ehrenamtler werden benötigt, die sich nach entsprechender Qualifikation der trauernden Heranwachsende annehmen. Ein erster Informationsabend findet am Mittwoch, 25. März, ab 19.30 Uhr im Bürgersaal in Roetgen statt.

Übrigens: Auch Nachbarregionen wie das Schleidener Tal halten kein Angebot für trauernde Kinder und Jugendliche vor. »Wir werden das Angebot gerne ausweiten, wenn es personell und finanziell realisierbar ist«, Luisa Kolkenbrock. Sie kann man erreichen per E-Mail an hallo@kijutrauer.de oder unter Tel. 0163/9280258.

Auch finanzielle Unterstützung wird benötigt. Gerne spenden an die Hospizstiftung Region Aachen, Sparkasse Aachen | AACSDE33, IBAN DE10 3905 0000 1072 1975 67, Referenz: KiJuTrauer Nordeifel


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