Thomas Förster

Der liebe Gott hat mich hierher geführt

Priestermangel, Kirchenaustritte, sinkende Gottesdienstbesucher: Die katholische Kirche hat rosigere Zeiten erlebt als die jetzige. Mit Pater Antonio hat der Pastorale Raum Simmerath Zuwachs erfahren, der auf seelsorgerischen Beistand, gute Gemeinschaft und christliche Begegnungen auch jenseits des Gottesdienstes setzt.
Pater Antonio unterstützt die seelsorgerische Arbeit von Pfarrer Michael Stoffels (l.) und Gemeindereferent Sven Riehn (r.) im Pastoralen Raum Simmeraths.

Pater Antonio unterstützt die seelsorgerische Arbeit von Pfarrer Michael Stoffels (l.) und Gemeindereferent Sven Riehn (r.) im Pastoralen Raum Simmeraths.

Bild: Thomas Förster

Simmerath (Fö). »Es war für uns alle eine schöne Überraschung, dass Pater Antonio kurz vor Ostern dem pastoralen Raum Simmeraths zugewiesen wurde und er uns in unserer seelsorgerischen Arbeit unterstützt«, freut sich Pfarrer Michael Stoffels. Er ist seit 31 Jahren Pfarrer in der Nordeifel, 16 Jahre davon leitet er alle elf einstigen Pfarren, die heute zu einem pastoralen Raum zusammen geschlossen sind. Fast genauso lange ist auch Gemeindereferent Sven Riehn für die Katholiken in der Gemeinde Simmerath da. Während Stoffels Gottesdienste feiert und Sakramente spendet widmet sich Riehn den Schulen und Kitas, den Firmlingen und gemeinsam mit dem Pfarrer der Kommunionvorbereitung. Überall dort wird nun auch Pater Antonio helfen. »Jeder hat seinen Stil, aber das gute Miteinander in unserem Team ist spürbar«, glaubt Stoffels. »Pastorale Arbeit heißt ganz konkret beim Menschen zu sein und die frohe Botschaft zu verkünden«, ergänzt Sven Riehn, der damit die vielfältige Seelsorge über Kirche und Gottesdienst hinaus aufzeigt.

Nah an den Menschen sein

Pater Antonio ist in Pforzheim, zur Schulzeit dann aber nach Italien - die Heimat seiner Eltern - gezogen. Dort hat der 54-Jährige auch studiert und ist vor 30 Jahren dem Franziskanerorden beigetreten. Vor fast genau 25 Jahren wurde er zum Priester geweiht. »Meine Heimatprovinz ist Apulien in Süditalien, aber es hat mich immer nach Deutschland zurückgezogen. Als ich nun von der offenen Priesterstelle erfuhr habe ich mich beim Bistum Aachen beworben und rasch eine Zusage bekommen«, freut sich Pater Antonio. Nach einer einwöchigen Einkehr in Assisi, der Heimat des Heiligen Franziskus, ist der Geistliche pünktlich zum Osterfest in die Nordeifel gezogen. »Wir haben das wichtigste Fest des Jahres gemeinsam zelebrieren können, ich bin herzlich aufgenommen und sogar schon zu einem Seniorenfrühstück eingeladen worden«, freut sich Pater Antonio. Er möchte seelischen Beistand in schweren Stunden leisten, aber auch Jugendlichen zeitgemäße Angebote des christlichen Gemeinschaftssinns unterbreiten. »Das können Begegungen im Gottesdienst, aber auch darüber hinaus sein«, so Pater Antonio. Auch Pilgerreisen möchte er anbieten, wie es Pastor Stoffels viele Jahre getan hat.

Priestermangel oder Kirchenaustritte kenne man in Italien nicht - das habe aber auch mit anderen Strukturen zu tun, die ehrenamtlicher geprägt sind. »Statt Kirchensteuer zahlt man dort für das einzelne Sakrament oder eine Messe«, so Pater Antonio. »Dafür seid Ihr hier synodaler unterwegs und in einer säkularisierteren Gesellschaft«.

Pater Antonio lebt derzeit im Benediktinerkloster in Kornelimünster, wird aber im Juli eine eigene Wohnung in Kesternich beziehen. »Der liebe Gott hat mich hierher geführt und ich bin dankbar dafür«, freut sich Pater Antonio auf seine neue Heimat.

Gemeinsamer Kirchenvorstand

Pfarrer Michael Stoffels steht auch künftig dem Pastoralen Raum Simmeraths vor und ist damit auch Vorsitzender des Kirchenvorstandes.

Wegen der Fusion der elf Kirchengemeinden zum 1. Januar 2026 wurde die Wahl der Kirchenvorstände verschoben auf das Wochenende vom 9. und 10. Mai 2026. Gewählt werden 22 Kirchenvorstände, aus jeder der ehemaligen Kirchengemeinden zwei Mitglieder.

Informationen zu den Öffnungszeiten der Wahlräume werden durch Aushang an/in den Kirchen und im nächsten Pfarrbrief bekannt gegeben. Briefwahl kann bereits jetzt im Pfarrbüro in Simmerath beantragt und vorgenommen werden.