Thomas Förster

Gemeinschaftswerk für die Nahversorgung

»Acht Monate ist es her, dass wir hier buchstäblich durch die Wand wollten. Beeindruckend, was Ihr aus dem Rotter Lädchen gemacht habt - hier ist das Geld wahrlich gut angelegt.« Daniel Scheen-Pauls ist begeistert vom barrierefreien Umbau und der neuen attraktiven Gestaltung im Herzen von Rott.
Vorstand und Aufsichtsrat der Konsumgenossenschaft Eicherscheid, Fördergeber und Unterstützer wie Vertreter des Heimat- und Eifelvereins sind stolz und begeistert vom neuen Erscheinungsbild des Rotter Lädchens.

Vorstand und Aufsichtsrat der Konsumgenossenschaft Eicherscheid, Fördergeber und Unterstützer wie Vertreter des Heimat- und Eifelvereins sind stolz und begeistert vom neuen Erscheinungsbild des Rotter Lädchens.

Bild: Thomas Förster

Rott (Fö). Mit einer kleinen Feier haben die Konsumgenossenschaft Eicherscheid eG als Betreiber des Rotter Lädchens und seine Unterstützer den Abschluss eines besonderen Umbaus gefeiert – und dabei deutlich gemacht, was ein gut funktionierender Dorfladen für eine Gemeinschaft bedeutet.

»Wir haben hier mit viel ehrenamtlicher Energie und einem tollen Team ein tolles Einkaufserlebnis geschaffen, das zeigt, wie wertvoll Nahversorgung ist«, erklärt Vorstand Michael Schilde. Nun sei es an den Rotter Einwohnern, den Vereinen und Institutionen, aber auch an Menschen aus den umliegenden Orten, das Angebot zu nutzen. »Es ist Jahr für Jahr ein Kunststück die kleinen Dorfläden am Leben zu halten.« Der Umbau war von Anfang an ein Gemeinschaftsprojekt. Den Anstoß gab Katrin Förster, ehemals Genossenschaftsvorstand und Projektleiterin, die die Idee entwickelte, Fördertöpfe identifizierte und die gesamte Vorarbeit leistete. Die Finanzierung gelang durch zwei wesentliche Fördergeber: das Landesprogramm für Struktur- und Dorfentwicklung Nordrhein-Westfalen sowie die LEADER-Region Eifel, die den barrierefreien Umbau im Lädchen selbst finanzierte. »Ohne diese Unterstützung wäre das Projekt nicht realisierbar gewesen – doch ebenso entscheidend waren die vielen Ehrenamtlichen und Handwerker, die die Mittel in die Tat umsetzten«, so Schilde.

Bemerkenswert: Während der gesamten Umbauphase musste das Lädchen nur einen einzigen Tag schließen.

Ein besonderes Augenmerk lag auf der Barrierefreiheit. Gepflastert wurde im gleichen Stil wie der Vorplatz des Saals Hütten, um ein einheitliches Ortsbild zu wahren – ein Detail, auf das die Gemeinde ausdrücklich Wert gelegt hatte.

»Uns liegt das Lädchen wie der ganze Ortskern sehr am Herzen und daher freuen wir uns die Neugestaltung durch zwei Blaustein-Pflanzenkübel ergänzen zu können«, erklärt Susanne Keitemeier vom Rotter Heimat- und Eifelverein.

Daniel Scheen-Pauls, der als Landtagsabgeordneter Projekt und Förderung äußerst positiv begleitet hat, nutzte die Feier, um die besondere Qualität dieser Fördermaßnahme zu betonen: »Ihr habt mich schon bei meinem ersten Besuch begeistert, aber das hier ist wirklich umfassend großartig geworden«, so der Straucher. Hier sei Geld tatsächlich dort angekommen, wo es gebraucht werde. Das Rotter Lädchen stehe als Beispiel dafür, wie Nahversorgung, Barrierefreiheit, Ortskernaufwertung und gelebte Willkommenskultur Hand in Hand gehen können.

»Denn das Lädchen ist mehr als ein Laden: Es ist ein Ort der Begegnung, an dem Menschen nicht nur einkaufen, sondern auch ins Gespräch kommen.« In einer Zeit, in der vieles digitalisiert und rationalisiert werde, sei Herzlichkeit nicht über einen QR-Code zu bekommen, so Michael Schilde.

Barrierefrei und nachhaltig

Konkret wurde am Rotter Lädchen der bislang schmale Treppen-Eingang von der Quirinusstraße barrierefrei in die Leistraße verlegt. Zudem entstand dort ein Wintergarten, der Präsentationsfläche und Wetterschutz zugleich ist. Eine neue Backtheke fällt im Inneren ebenso sofort ins Auge wie die neue, aufgeräumtere Verkaufsstruktur. Neue Einkaufswagen für große und kleine Kunden stehen für die fast 500 Produkte, darunter viele regionale Waren, bereit. Photovoltaikanlage auf dem Dach, energetische Sanierung ringsum und dadurch auch eine optische Aufwertung des Dorfzentrums zeugen vom starken Nachhaltigkeitskonzept, das Eigentümer und Konsumgenossenschaft verfolgen. »Ein umfassend überzeugendes Konzept, auf das Sie stolz sein können«, lobte der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Roetgen, Ulrich Seemann.

»Nutzen Sie das Einkaufserlebnis vor Ort und tragen Sie dazu bei, dass das Rotter Lädchen, das viel mehr als nur Nahversorgung bedeutet, zukunftsfähig bleibt«, appelliert Michael Schilde an die Gäste und alle aktuellen und potenziellen Kunden.