Thomas Förster

Ein Jugendparlament für die Stadt Monschau?

Monschau. Fünftklässler am St. Michael-Gymnasium Monschau diskutieren mit Dr. Carmen Krämer über politische Partizipation
Die Fünftklässler am MGM danken Monschaus Bürgermeisterin Dr. Carmen Krämer für deren Offenheit, aber auch Klarhiet, dass es an den Kindern und Jugendlichen selbst liegt, sich politisch zu engagieren und ihren Wünschen Gehör zu verschaffen.

Die Fünftklässler am MGM danken Monschaus Bürgermeisterin Dr. Carmen Krämer für deren Offenheit, aber auch Klarhiet, dass es an den Kindern und Jugendlichen selbst liegt, sich politisch zu engagieren und ihren Wünschen Gehör zu verschaffen.

Bild: Thomas Förster

Monschau (Fö). Weit weg vom Bürger, seinen Themen, Sorgen und Wünschen zu sein, wird der Politik oft nachgesagt. Vorurteile, die auf Monschaus Bürgermeisterin Dr. Carmen Krämer nicht zutreffen. Sie nutzte eine Diskussion mit Fünftklässlern am St. Michael-Gymnasium Monschau (MGM) über die mögliche Einrichtung eines Jugendparlaments, um sich nahbar und authentisch zu zeigen.

20 Jahre ist es her, dass sie selbst Abitur am MGM gemacht hat. Seit vier Jahren steht sie nun ihrer Heimatstadt vor. »Eher zufällig, weil ich eigentlich andere Pläne hatte. Doch dann reifte in mir die Gewissheit, dass man nicht immer nur über Veränderungswünsche reden darf, sondern sich dann auch dafür einsetzen muss«, so gebürtige Imgenbroicherin. Sie schilderte den Fünftklässlern in deren besonderer Politik-Unterrichtsstunde, dass sie nach dem Wahlsieg eine Woche lang habe kaum essen können. »Kompromisse finden und Entscheidungen mittragen, die nicht die eigenen sind, aber die Mehrheit so will, gehören zu meiner Arbeit dazu«, versichert Dr. Krämer. Bürgermeisterin zu sein ende nicht an der Rathaustüre oder nach Dienstschluss.

Der Frage nach einem Jugendparlament sehe sie zwiegespalten entgegen. »Es gibt bürokratische Hürden - da ist es einfacher, wenn ihr euch in der Schule oder in Gruppen Gedanken macht, was euch wichtig ist, was fehlt oder was ihr verändern wollt«, appelliert Krämer an das Engagement der Kinder und Jugendlichen. Gerne werde sich Politik und Verwaltung dann mit den Themen befassen. Sie habe zu Beginn ihrer Amtszeit zu einem Jugendforum eingeladen - niemand sei dem Aufruf gefolgt.

Doch gerade darauf zielt auch der Politikunterricht am MGM ab. Frühzeitig Verständnis für Demokratie und Politik zu entwickeln fördere das spätere Engagement dafür. Daher hatte man zunächst ein Mitglied des Roetgener Jugendbeirates eingeladen. Auch Simmeraths Bürgermeister Bernd Goffart wird wie seine Monschauer Amtskollegin das MGM besuchen - auch dort wird immer wieder über die Einrichtung eines politischen Nachwuchsgremiums diskutiert.